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Schulsorgen

Können Schulpsychologen unser Schulsystem retten?

von Adelheid Salitz-Schatten

Es hat sich herumgesprochen, um das deutsche Schulsystem steht es nicht zum Besten

Kleine Füße, Link Fotografin - eine Menge Unterrichtsstunden können aus verschiedenen Gründen nicht erteilt werden,
- an etlichen Schulen leidet ein beträchtlicher Teil der Lehrer am sog. Burnout-Syndrom,
- die Schüler sind demotiviert und hängen lustlos in den Klassenzimmern herum,
- immer häufiger werden Hyperaktivität, Lern- und Leistungsstörungen sowie psychische Auffälligkeiten diagnostiziert,
- brutale Prügeleien, Erpressungen und Mobbing sind bei den Schülern an der Tagesordnung,
- der Umgangston sowohl untereinander als auch den Lehrern gegenüber wird immer rüder.

Wie kann man mit lernunlustigen Schülern und ausgebrannten, arbeitsunfähigen Lehrern eine vernünftige Schulkultur betreiben?

Gar nicht!
Die Einführung von Benimm-Unterricht wird in einigen Bundesländern als Allheilmittel angesehen. Aber kann das der Weisheit letzter Schluss sein? Wohl kaum, denn die Probleme liegen viel tiefer. Immer mehr Schüler brechen die Schule vorzeitig ab, ohne einen vernünftigen Schulabschluss erreicht zu haben. Oft stecken private Probleme oder einfach nur Desinteresse an der Welt und den Mitmenschen dahinter. Häufiger jedoch sehen die Jugendlichen keine Perspektive für ihr späteres Leben. Mutlos stehen sie vor einer ungewissen Zukunft; die aussichtslose Suche der eigenen Eltern nach einem Arbeitsplatz und ein häufig entbehrungsreiches Leben in der Sozialhilfe machen ihnen Angst vor dem Erwachsenwerden.
Sie leben in der Gewissheit, dass sie sowieso keinen Ausbildungsplatz finden - und durch die freiwillige Beendigung ihrer Schullaufbahn vermindern sie die Aussicht auf eine Lehrstelle noch weiter. Und die erbitterten und meist fruchtlosen Diskussionen der Politiker, die sie tagtäglich im Fernsehen erleben, sind nicht gerade geeignet, ihnen die Zukunft in einem besseren Licht erscheinen zu lassen.

Wer eine Lehrstelle gefunden hat, setzt sie oft leichtfertig aufs Spiel. Die Jugendlichen verfahren zu oft nach dem Lustprinzip: wenn sie keine Lust haben, früh aufzustehen, fahren sie eben erst am Vormittag zum Ausbildungsbetrieb. Lockt das schöne Wetter oder ein Ausflug mit Freunden, entschließt man sich spontan zum "Blaumachen". Immer mehr Ausbilder beklagen, dass viele Jugendliche schon an ihrem ersten Tag nicht erscheinen, in vielen Fällen ohne Absage oder Entschuldigung. Sie haben nicht gelernt, auch mit unschönen Gefühlen wie Angst, Frust oder Lustlosigkeit umzugehen; sie hatten wenige oder keine Vorbilder, die ihnen vorlebten, dass man durchhalten muss, auch wenn man gerade keinen Spaß empfindet oder das Gefühl hat, dass ja sowieso alles keinen Zweck hat. Der "innere Schweinehund" ist mittlerweile so übermächtig geworden, dass sie ihm nichts entgegenzusetzen haben.

Wie sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren auf unsere Wirtschaft auswirken wird, können wir nur erahnen.
Die Eltern sind schuld! Wer so argumentiert, macht es sich zu einfach. Sicher wird in manch einem Elternhaus das versäumt, was landläufig als "Erziehung" bezeichnet wird. Es gibt Eltern, die für ihre Kinder keine Zeit oder kein Interesse haben. Die Sprösslinge bleiben sich selbst überlassen; ohne verantwortungsvolle Anleitung eines Erwachsenen haben sie zu wenig Gespür für das, was gut und was nicht gut für sie ist. So geraten sie erst in den Strudel von Verwirrungen und Verirrungen, aus dem sie aus eigener Kraft nicht herausfinden können.

Nicht wenige Eltern , die bei der Geburt des Kindes noch Ideale von einer perfekten Erziehung und nur die besten Vorsätze für ein wundervolles Familienleben hatten, müssen kapitulieren. Sie hatten nicht damit gerechnet, in welch großem Maße die Gesellschaft mit all ihren positiven und negativen Strömungen an der Erziehung der Kinder beteiligt ist. Stand früher das freie Spiel in der Natur an erster Stelle, sind heutzutage ganz andere Freizeitbeschäftigungen angesagt.

Draußen spielen ist gerade in städtischen Wohngebieten kaum noch möglich.

Zu groß sind die Gefahren durch den Straßenverkehr Außerdem werden spielende Kinder zunehmend zurückgedrängt: Weil sie (angeblich) zu viel Lärm und Dreck machen, gibt es immer weniger Flächen, die den Kindern zur Verfügung gestellt werden.
Statt dessen bestimmen Fernsehen, DVDs und elektronische Spiele den Alltag der Kids. Sie sind ungeschützt den Auswüchsen von Filmemachern und Computerspiel-Herstellern ausgesetzt. Manche Kinder sind irgendwann nicht mehr in der Lage, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden. Auch wenn die Eltern ihr Bestes versuchen, dem einen Riegel vorzuschieben: Wer zu Hause nicht fernsehen darf, geht eben zu seinen Freunden - unbeaufsichtigt kann man sich hier alles ansehen, was krass und spannend ist.

Immer mehr Kinder nennen einen Fernseher und einen Computer mit allem Drum und Dran ihr eigen

Nicht selten verlieren die Eltern den Überblick; sie wissen nicht mehr, mit was sich ihre Kinder eigentlich den ganzen Tag beschäftigen, zumal die Fülle an Angeboten der Unterhaltungselektronik mittlerweile tatsächlich unüberschaubar geworden ist. Oft sind Kinder den ganzen Tag sich selbst überlassen: die Eltern sind entweder alleinerziehend und ganz schlicht darauf angewiesen, arbeiten zu gehen. Oder es sind beide Eltern berufstätig, denn die Lebenshaltungskosten sind mittlerweile so stark gestiegen, dass viele Familien mit nur einem Verdienst nicht auskommen. Zudem sind die Wünsche der Kinder, angespornt durch die Verlockungen der Werbe-Industrie und verstärkt durch den Druck von Freunden, überaus zahlreich und kostspielig geworden.

Wer will in unserer Gesellschaft schon auf etwas verzichten?

Die Erwachsenen machen es den Kindern vor. Auch wenn eigentlich kein Geld da ist für das teure Auto oder den neuesten Super-Computer mit allem Schnick und Schnack - gespart wird nicht. Dann wird eben ein Kredit aufgenommen! Banken und Kreditinstitute werben penetrant an jeder Ecke damit, dass man sich mit ihrer Hilfe jeden Wunsch erfüllen kann.
Diese Mentalität treibt ihre Auswüchse in die Welt der Kinder. Ohne Computer, Discman und all die anderen angeblich unentbehrlichen Dinge ist man eindeutig der Looser und wird ausgegrenzt. Viele Kinder und Jugendlichen ziehen sich zurück und fressen ihren Kummer in sich hinein - psychische Verhaltensauffälligkeiten wie Nägelkauen oder Bulimie sind die Alarmzeichen dafür, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Andere sind nicht bereit, zu verzichten: Erpressungen und Überfälle unter Kindern und Jugendlichen mehren sich. Häufig haben die jugendlichen Straftaten zum Ziel, auf diese Weise in den Besitz der heißbegehrten Güter zu kommen.

Sind daran nur die Eltern schuld?

Wohl kaum! Selbst viele Politiker - eigentlich von den Bürgern gewählt, um zu gewährleisten, dass alles mit rechten Dingen zugeht - üben keine Zurückhaltung. Mit unlauteren Mitteln, jenseits der Legalität, verschaffen sie sich einen Vorteil, der ihnen nicht zusteht; sie schleusen Geld aus öffentlichen Kassen auf ihr Konto; durch Bestechung sind sie bereit, gewisse Anträge wohlwollender zu betrachten als andere. Korruption und Unehrlichkeit, Übervorteilung und Rücksichtslosigkeit prägen unsere Gesellschaft. Ist es da ein Wunder, wenn die Kinder und Jugendlichen kein Gespür mehr für verantwortungsvolles und rücksichtsvolles Miteinander, für moralische Werte entwickeln, wenn sie täglich lernen, der Ausgebufftere setzt sich durch?

Andere schieben den Schwarzen Peter den Schulen zu. Sie sollen den Schülern nicht nur Wissen vermitteln, sondern ihnen wird auch eine gewaltige Erziehungsarbeit aufgebürdet. Natürlich gehört zum Lehren auch das Erziehen, aber ist es nicht etwas zu viel verlangt, wenn die Lehrer ausbügeln und gerade biegen sollen, was die Gesellschaft verbogen hat?
Viele Lehrkräfte haben vor dieser gewaltigen Aufgabe bereits kapituliert. Sie machen nur noch "Dienst nach Vorschrift", rasseln ihren Lehrstoff herunter und sind froh, wenn wieder ein Unterrichtstag irgendwie, ohne größere Übergriffe und Pöbeleien, geschafft ist. Weder Lehrer noch Schüler können mit diesem Zustand zufrieden sein. Die Schüler erleben frustrierte und phantasielose Lehrer und verlieren dabei die Lust am Lernen. Die Lehrer wiederum beklagen zunehmend die Interesselosigkeit und die "Null-Bock"-Mentalität der Schüler und gehen jeden Tag mit noch etwas mehr Angst und Abneigung zur Arbeit.

Die Folgen liegen auf der Hand. Lehrer fühlen sich dem Stress mit den Schülern nicht mehr gewachsen, nicht nur einzelne Schulstunden müssen wegen Krankheit eines Lehrers ausfallen, sondern ganze Fächer können über mehrere Schuljahre hinweg nicht mehr angeboten werden! Schließlich scheiden die Lehrer vorzeitig als arbeitsunfähig aus dem Schuldienst aus. Einen Ersatz zu finden, wird immer schwerer, denn immer weniger junge Menschen können es sich vorstellen, selbst als Lehrer zu arbeiten - was sie in der Schule erlebt haben, wirkte mehr als abschreckend genug.

In einer solchen Atmosphäre ist vernünftiges Lehren und Erziehen nicht möglich.

Füße 2, Link Fotografin Die PISA-Studie hat es deutlich gezeigt. In Ländern, die eine andere Organisation des Schulalltags entwickelt haben und bei denen der gegenseitige Respekt zwischen Schülern und Lehrern eine große Rolle spielt, bei denen Kinder und Jugendliche als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft anerkannt werden, waren die Ergebnisse sehr viel besser als bei uns.
In Deutschland muss dringend etwas getan werden, denn die Schüler von heute sind schließlich die Arbeitnehmer und Arbeitgeber von morgen. Damit sie nicht samt und sonders die Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger von morgen werden, sondern ihr Leben selbständig und mit Freude meistern können, sind im Bereich Schule umgehende Reformen geboten. Und zwar nicht Reformen, bei denen um den heißen Brei herum geredet wird und statt das Übel mit Stumpf und Stiel auszumerzen, in Wirklichkeit nur immer noch mehr Probleme geschaffen werden.

Schulpsychologen können hier wertvolle Arbeit leisten

Schulspsychologen können den Schülern Rat und Hilfe anbieten, sie dort unterstützen, wo die Eltern, die Schule oder die Gesellschaft versagen oder nicht weiter wissen. Dass Kinder und Jugendliche heutzutage mit massiven Problemen konfrontiert werden, die sich dramatisch auf ihr Leben und Lernen auswirken ist ein Fakt und auch eine Folge eine arbeitslosen Gesellschaft mit immer weniger Planungsicherheit und damit auch ernstzunehmenden finanziellen und existenziellen Sorgen.

Immer weniger Eltern können ihre Kinder wirkungsvoll unterstützen, unter anderem deshalb, weil sie selber große Probleme haben. Da ist es einfach angebracht, wenn eine unabhängige, objektive Fachkraft sich des Jugendlichen und seiner Probleme annimmt und versucht, den für die jungen Menschen oft unlösbaren Knoten zu entwirren. Schulpsychologen können ihnen eine Stütze sein in den Phasen ihrer Entwicklung, wo sie zwischen Jugend und Erwachsensein stehen und sich nicht trauen, sich für einen der vielen möglichen Wege zu entscheiden oder vielleicht schon einen falschen Weg eingeschlagen haben.
Schulpsychologen arbeiten nicht nur mit den Schülern. Oft wird auch der Klassenlehrer mit einbezogen, denn seine Sicht der Dinge kann einen wertvollen Beitrag zur Lösung des Problems beitragen. Nicht selten besuchen Schulpsychologen den Unterricht, um sich objektiv ein Bild vom Verhalten des Kindes, seiner Mitschüler und seiner Lehrer zu machen . Sie können manche Situation entschärfen, indem sie Schüler und Lehrer beobachten und im vertraulichen Gespräch auf problematische Verhaltensweisen sowie Details aufmerksam machen, die die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler belasten.

Ein Schulpsychologe wird zum Vertrauten beider Seiten, er kann aber auch - von der Schweigepflicht entbunden - mit den Eltern sprechen und ihnen die Situation begreiflich machen. Auch das ist ein wichtiger Aspekt. Ein Schüler, der mit einem oder mehreren Lehrern Probleme hat, bekommt zu Hause zu allem Überfluss auch noch Ärger mit seinen Eltern und erfährt eine Verstärkung von Schul-Unlust sowie Schulangst bis hin zur Schulverweigerung.

Wenn nötig, vereinbart der Psychologe mit dem Kind, den Eltern oder dem Lehrer mehrere Termine, um sich Schritt für Schritt einer Lösung des Problems zu nähern. Jedes Mal werden die erzielten Erfolge besprochen, wird erörtert, woran es liegen mag, dass manches nicht wie erhofft gelaufen ist, und es werden Vereinbarungen oder Schritte für die nächste Phase entworfen. Auch Lehrer können sich mit ihren Problemen an den Schulpsychologen wenden. Immer wieder geraten Lehrer in eine Krise, ausgelöst entweder durch eigene private Probleme oder durch die erschwerte Situation an der Schule. Disziplinlosigkeit der Schüler, das alltägliche Erleben von Gewalt und verschiedene andere schwierige Situationen setzen ihnen so zu, dass sie sich ihrem Beruf nicht mehr gewachsen fühlen.

Auch hier kann der Schulpsychologe helfen, indem er in vertraulichen Gesprächen versucht, der Lehrkraft einen Ausweg aus der schwierigen Zeit zu zeigen. Leider gibt es jedoch viel zu wenige Schulpsychologen, Schul-Sozialarbeiter und -Sozialpädagogen. Die verhältnismäßig wenigen Fachleute sitzen an zentralen Stellen, beispielsweise beim schulpsychologischen Dienst oder in den Sozialpädiatrischen Zentren. Wenn ein Schüler Probleme hat und Schwierigkeiten in der Schule bekommt, können sich die Lehrer, Eltern oder Schüler an die dortigen Schulpsychologen wenden. Weil jedoch die Probleme an den Schulen zunehmen und immer mehr Schüler Verhaltensauffälligkeiten zeigen, werden die zuständigen Stellen sehr stark in Anspruch genommen.

Monatelange Wartezeiten sind die Folge, bis die Betroffenen den ersten Beratungstermin bekommen. Weitere Wartezeiten schließen sich an, wenn eine Therapie nötig ist. Kostbare Zeit geht dadurch verloren, in der die Probleme so massiv werden können, dass nicht nur die Schüler selbst darunter leiden, sondern - vor allem bei massiven Verhaltensauffälligkeiten - auch die nähere Umgebung wie Mitschüler und Lehrer zunehmend in Mitleidenschaft gezogen wird. Die zuständige Beratungsstelle ist zudem häufig nicht im Ort, sondern setzt eine recht weite Anfahrt voraus, die entweder gar nicht oder nur mit großen Mühen mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigt werden kann. Familien ohne Auto, beziehungsweise mit einem Auto, das vom "Ernährer" der Familie für die Fahrten zur Arbeitsstelle benötigt wird, können solche Beratungstermine nicht oder nur selten wahrnehmen.

Was kann Deutschland tun, um sich bei der nächsten PISA-Studie nicht zu blamieren?

Sicher ist es wichtig, die Lehrpläne für die einzelnen Fächer ständig auf dem neuesten Stand zu halten und einheitliche Bedingungen zu schaffen, damit alle Schüler später auf dem Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig sind und eine Chance auf einen Ausbildungsplatz bekommen. Genauso sinnvoll ist es, die Lernstruktur und die Lehrerausbildung in Deutschland zu entrümpeln und den veränderten Anforderungen anzupassen. Aber gibt es nicht einen genauso dringenden Handlungsbedarf, für eine Entspannung des Schulklimas in Deutschland zu sorgen? Nur in einer angenehmen Atmosphäre müssen Schüler und Lehrer sich nicht ständig mit belastenden Problemen herumschlagen, sondern können sich mit Elan und Lust ihrer eigentlichen Aufgabe zuwenden.

Damit das Lehren und Lernen an deutschen Schulen effektiv wird, sollte man die schulpsychologische Versorgung ausweiten. Nur wenn ein lernfähiges Klima an der Schule herrscht und jedes Kind nach seinen Bedürfnissen gefördert wird, können Lehrer entspannt unterrichten und Schüler ohne Ängste, Probleme und Störungen lernen. Einige Schulen haben sogar ihren eigenen Schulpsychologen, der sich um die Belange der Schüler und Lehrer kümmert. Wenn zumindest in jedem Ort, in jedem Stadtbezirk ein Schulpsychologe als Ansprechpartner für die vielfältigen Probleme rund ums Lernen und Lehren zur Verfügung stehen würde, könnte schon sehr viel "Sprengstoff" beseitigt werden, der einem fruchtbaren Lernklima bisher im Wege stand.

Füße3Allerdings müsste dazu auch das Bild der psychologischen Beratung in der Öffentlichkeit stark überarbeitet werden. Viele Eltern scheuen sich einzugestehen, dass ihr Kind Probleme hat, mit denen sie allein nicht fertig werden. Sie schämen sich , dass sie mit ihrem Kind eine psychologische Beratungaufsuchen müssen. Sie fürchten die Reaktion ihrer Nachbarn und Freunde und haben Angst, dass ihnen Versagen vorgeworfen wird. Und genau hier muss angesetzt und endlich erkannt werden, dass nicht nur sie, die Eltern, sondern die ganze Gesellschaft einen ganz großen Anteil daran hat, dass wir heute so viele auffällige Kinder und Jugendliche haben. Und zum Trost: Diese Gesellschaft hat eine genauso große Macht, diese Probleme zu mildern bis hin zu ihrer Lösung, wenn sie sich nur endlich damit beschäftigen möge: mit ihren zukünftigen Erwachsenen.

2003-12-11 von Adelheid Salitz-Schatten
Text: ©Adelheid Salitz-Schatten
Fotos: ©Birgid Hanke

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