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Die Babyinsel

eine Geschichte
von Bui* (5 Jahre) und Wauwau* (7 Jahre)

die BabyinselGroß und rund ist die Insel, wie ein Bauch. Die Insel auf der alle Babys leben, bevor sie auf die Welt kommen.

Wie die Blätter um einen Blütenstempel sind die Bäuche angeschlossen, die darauf warten, von Babys ausgewählt zu werden, die in ihnen wachsen wollen. Doch nicht jeder Bauch hat gleich gute Chancen, dass ein liebes Baby in ihn Einzug hält: Die eine Milliarde Babys der Babyinsel verwenden nämlich viel Sorgfalt und Geduld darauf, sich liebe und passende Eltern auszusuchen. Wenn sie Mama und Papa gefunden zu haben, die nett und bereit sind, ihr Leben auf phantasievolle Kinder auszurichten, schlüpfen die Babys in die wärmende und kuschelig-glucksende Hülle.

Häufig kommt es vor, dass mehrere Babys in so einen idealen Bauch schlüpfen wollen, der der Babyinsel angeschlossen ist: Nur einer hat Vorfahrt, außer es handelt sich um Zwillinge oder andere Mehrlinge. Die zu spät gekommenen Babys leben einfach noch ein bisschen gemütlich auf der Insel.

Wenn sie wollen, stellen sie sich in der Schlange für die nächste angebotene Brützeit in ihrem Traumbauch an. Und werfen schon mal neugierige Blicke auf ihre künftigen älteren oder jüngeren Geschwister. Doch das Warten lohnt sich.

Und bis sie an der Reihe sind, können die Babys auf der Insel, ganz ohne Aufsicht und Ermahnungen, frei herum krabbelsausen. Müde gekrabbelt, schlafen die Baby-Mädchen in kleinen Prinzessinnen-Gitterbettchen, die Jungs in Auto-Babybettchen.

Nicht weit von der Babyinsel entfernt, liegt die Baby-Gefängnisinsel. Dort wohnen diejenigen Babys, die frech waren und deshalb von der Baby-Polizei gefangen genommen wurden. Auf der Gefängnisinsel müssen die Babys bleiben, bis sie nicht mehr frech und nur noch lieb sind: Als Vorbereitung auf ihr Leben im Mama-Bauch und auf der Welt. Denn wer frech ist, darf sich keinen Bauch aussuchen, weil nur liebe Babys von der Insel auf die Welt kommen sollen.

Manche Babys müssen viele Jahre auf der Gefängnisinsel verbringen: Dann darf die Nummer eins, dann die Nummer zwei, dann die Nummer drei der Wieder-Liebgewordenen in einen Bauch. Nur die Nummer vier darf das nie: Die muss auf ewig als Polizei arbeiten.

*Anmerkung: Die Redaktion hat die Namen der Kinderautoren zu deren Schutz durch Pseudonyme ersetzt.


2010-01-21 Bui* und Wauwau*
Text: © Bui und Wauwau
Illustration + Foto: ©Bui*
Fotos Themenbanner: ©Cornelia Schaible

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