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Selbstbestimmt bis zum Lebensende

Lesenswertes Fachbuch von Margit Winkler

Buchbesprechung von Petra Plaum

„Altersvorsorge? Wir haben Haus und Kind, das genügt.“ – „Wieso jetzt schon, ich bin erst 30 und habe noch üppig Zeit.“ – „Wieso jetzt noch, ich bin 62 und meine Rente ist sicher.“ Solche Sätze hat Margit Winkler – die u. a. Bankkauffrau, Vertriebstrainerin und Marketingfachwirtin lernte und u. a. als Coach und Fachautorin arbeitet – sehr oft gehört. Dann wurde ihr Mann schwer krank und Pflege ein Thema. Und sie beobachtete, wie Nachbarn wegen Altersdemenz in finanzielle Nöte kamen. Alle hatten statistisch gesehen „noch kein Alter“. Margit Winkler, selbst Jahrgang 1963, krempelte die Ärmel hoch. Sie recherchierte: Was muss bei schwerer Krankheit, Behinderung und Pflegebedürftigkeit geklärt und geregelt werden, und wer zahlt was? Was kann der Laie in der Jugend, was in der Mitte des Lebens, was im Alter tun, um bis zum Tode so selbstbestimmt wie möglich leben zu können? Wie können Immobilienbesitzer und Vermögende das Ersparte bestmöglich sichern – wie alle anderen Armut und Abhängigkeit im Alter vorbeugen?

„Vorsorgen ist keine Frage des Alters. Gut vorbereitet auf die Zukunft“ heißt Margit Winklers Antwort auf viele Fragen. Ein Fachbuch, das belegt, dass richtige Altersvorsorge auf meheren Säulen ruht. Das Finanzielle mit Versicherungen, Geldanlagen, Immobilien ist natürlich ein Thema, aber wer denkt in jungen Jahren schon an Vorsorgevollmacht und Betreuungsvollmacht für Zeiten ohne Bewusstsein? Ein (künstliches) Koma er- und überleben auch junge Menschen, z. B. nach Unfällen oder einer schweren Infektion.
Jeder muss für sich definieren: Wer bestimmt über medizinische Eingriffe, wenn ich nicht bestimmen kann? Wer darf auf mein Vermögen zugreifen? Können meine Angehörigen mich wirklich längere Zeit pflegen – falls nein: Wer finanziert meinen Pflegedienst oder Heimplatz? Und: Reicht meine Rente wirklich für das, was ich mir vom Seniorenleben erträume?

„Nichts ist schöner, als die Zukunft zu planen“, findet Margit Winkler und möchte anderen Menschen dabei helfen, es richtig in die Hand zu nehmen. Sie räumt auf mit trügerischen Hoffnungen wie: „Das wird sich schon von alleine regeln“ oder „Pflege wird schon nicht so lange dauern.“ Die (verfremdeten) Fallbeispiele in ihrem Buch zeigen, was alles passieren kann – aber auch, dass es bis zuletzt oft einen Plan B geben kann, man muss ihn nur kennen. Allgemeinverständlich und lebendig ermutigt die Autorin dazu, in Finanzdingen zum Profi zu werden. Ihre Botschaft: Jeder sollte Verantwortung für seine Zukunft übernehmen und mit dem Ehepartner, den eigenen Eltern bzw. Kindern und anderen nahestehenden Menschen offen über Finanzen und Pflege reden. Vor allem bei Frauen herrscht da noch Nachholbedarf, dabei betont die Autorin: „Frauen können ausgesprochen gut mit Geld umgehen und sind oft besonnene Anleger, die das Geld vernünftig einteilen und verwalten.“

Allen, die handeln wollen, gibt Margit Winkler viele Hilfen an die Hand, verrät z. B. wie ein seriöser Finanz- oder Versicherungsberater oder eine gute Berufsunfähigkeitszusatzversicherung zu erkennen sind. Sie präsentiert Checklisten und Fallbeispiele, was das Fachbuch sehr praxistauglich macht. Auch Fragen wie „Wie prüfe ich nach, ob meine Rente wirklich richtig berechnet wurde?“ oder „Steht mir Grundsicherung im Alter zu?“ werden beantwortet.

Fazit: Ein Buch wie ein (freundschaftlicher) Tritt in den Allerwertesten – für Männer und für Frauen, die reif handeln und ihren Lebensabend planen wollen, ob sie nun 30 oder 62 sind.

Infos zum Buch:
Vorsorgen ist keine Frage des Alters
Gut vorbereitet auf die Zukunft
von Margit Winkler
erschienen bei Walhalla-Verlag, Mai 2011

Webseite der Autorin: Margit Winkler


2011-07-01 Petra Plaum
Text: © Petra Plaum
Foto: ©Blende 8, Bad König
Cover: ©Walhalla-Verlag

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