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Entwicklungen - Trends - Hintergründe
Editorial - Fortschritt

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser,

Wer hätte das gedacht? Dass unser vorangegangenes Editorial, schon lange sei die Freiheit nicht mehr so bedroht gewesen, so punktgenau im Sommer anlanden würde, als Edward Snowden ausbüxte, dank dem wir nun wissen, wie weit die Überwachungsindustrie das in demokratischen Verfassungen verbriefte Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit längst eingeschränkt bis zum Erliegen gebracht hat?

Der "Sommer der Überwachung" geht damit im Herbst und Winter 2013 in die Verlängerung und das eigentliche Dramatische daran ist, dass die Überwachung des Lebens der einen durch die Technik der anderen nicht nur die Freiheit bestimmter Gruppen, sondern gleichzeitig den Fortschritt der ganzen Menschheit massiv bedroht, wenn sich die Buchhalter daran machten, auszurechnen, wieviel Energie und Geld uns das alles kosten wird und damit Ressourcen, die woanders dringend benötigt werden.

Eine global vernetzte Menschheit kann kein ausuferndes Misstrauen gebrauchen, das bereits in der Gegenwart regelrechte Blüten treibt - und muss sich bald entscheiden, ob sie in einer rudimentären Verwaltung ihres eigenen Elends zu verharren gedenkt, oder sich die Freiheit nehmen will, sich auf alte Tugenden zu besinnen - und diese mit neuer Technik zu kombinieren. Solche harten Themen passen im Herbst und Winter auf der Nordhalbkugel ganz gut zum traditonell fiesen Wetter, das auch immer mehr Blüten treibt - doch auch die weichen Themen werden in der letzten Ausgabe des Jahres nicht zu kurz kommen, deshalb: Schauen Sie wieder öfter bei uns herein, wir veröffentlichen laufend bis zum 31. Dezember 2013.

Ihnen ein frisches, freies und gleichzeitig wärmendes, letztes Quartal des Jahres.
Angelika Petrich-Hornetz

Lübeck, im Oktober 2013

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