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Editorial im Frühjahr 2021


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser,

einmal mehr wird "Sometimes It Snows in April" wieder aufgelegt. Im April 2021 rieselte es indes nicht still und leise senkrecht von oben, sondern wehte scharf von links, rechts, vorne und hinten gleich tagelang Schnee und Hagel von allen Seiten. Sicher angenmessen, denn jetzt hat der April mit dem Duke of Edinburgh auch noch den nächsten Prinzen mitgenommen.
Besondere Bedeutung erhielt der Song neben seiner Qualität bereits durch den Tod seines eigenen Schöpfers - Prince Rogers Nelson starb am 21. April 2016, auf den Tag genau 31 Jahre nach der Erstaufnahme im Jahr 1985.

Das Klagelied über die Endlichkeit statuiert, alles Gute sei zwangsläufig der Vergänglichkeit preisgegeben, es werde "niemals andauern". Darüber lässt sich trefflich streiten, da bekanntlich genauso viele der gegenteiligen Meinung sind, nicht nur die Liebe als solche mache selbst vor dem Tod nicht halt.

Der Duke of Edinburgh hatte bis zu seinem Tod am 9. April 2021 ähnliche Qualitäten, u.a. soll er, laut seinem Biografen Brandreth in Gesprächen eine Anwort häufig mit den Worten "Yes, but..." begonnen haben. "Ja, aber...." - Falls Ihnen das bekannt vorkommen sollte, in Form von nur oberflächlich betrachtet, nervigen Leuten, die Ihnen zustimmen, um dann sogleich ihre eigene Meinung zum besten zu geben - oder umgekehrt, Ihnen diese Wendung selbst ständig über die Lippen kommt:
In Wahrheit handelt es sich um die beste Eigenschaft des Menschen, zuhören und antworten zu können, nämlich um die Einleitung für Dialog und Argumentation, damit um einen Gedankenaustausch. Und ohne Austausch ist alles nichts, weil die Gelegenheit dazu das wirklich Vergängliche ist. Wenn einer tot ist, endet keineswegs zwangläufig die Liebe, sondern der wortwörtlich lebendige Austausch, aus dem nicht lediglich zwei aneinander vorbeiredende Monologe hervorgehen, sondern etwas drittes - im besten Fall ein Ergebnis entsteht.

Also, lassen Sie es zu, dass Ihr Gegenüber Ihnen nnach einem "Yes/Ja" mit einem "but/aber" anschließend auch seine/ihre eigene Sichtweise anbietet, und hören Sie genau zu, bevor Sie wiederrum antworten. Der Satz "Alle guten Dinge haben mindestens zwei Seiten", könnte ein königliches Vermächtnis sein.

Ein profanes Beispiel? Gestern protestierte die Berliner Fahrgastschifffahrt auf der Spree, die im Dauerlockdown im Hafen festsitzt bei fortgesetzten Liegegebühren. Ja, die Forderung nach einem überfälligen Konzept für die Branche ist ohne Frage nachvollziehbar, aber was ist mit Wasser-Taxis? Warum gibt es hierzulande in den nicht zu knapp vorhandenen Städten mit vielen Wasserstraßen fast flächendeckend immer noch kein einziges Wassertaxi, das trotz Pandemie mobil ist und mit einem einzigen Fahrgast bequem über die Gewässer schippern, den Autoverkehr entlasten und den ÖPNV bereichern könnte?

In diesem Sinne, tauschen Sie sich aus, solange es noch geht und setzen Sie im Austausch mit anderen, ähnlich wie die Verstorbenen, genau die Ideen um, die sehr wohl weit über den Tod hinaus wirken.

Ihre Angelika Petrich-Hornetz

Lübeck, im April 2021

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