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Netzwerken leicht gemacht

von Anja Glauch

Grundsätzlich: Wir netzwerken tagtäglich, fast stündlich, seit mindestens 1000 Jahren, nur kannte man es nicht unter diesem Begriff ...
Schon immer haben Menschen sich untereinander verständigt, miteinander kommuniziert und sich darüber ausgetauscht, wo es gerade günstige Angebote gibt, wer gerade Hilfe braucht oder einen Job sucht. Früher war es der Clubabend, der Kaffeetratsch oder der Dorfstammtisch, während dem man die Gelegenheit nutzte um Kontakte zu knüpfen und Freunde zu finden. Doch heute hat sich diese Gemeinschaft durch das rasante Zusammenwachsen der Welt verstreut, weit über die Landesgrenzen hinaus. Damit kommen zu den lokalen die weltweiten Netzwerke hinzu. Man sucht auch hier ganz genauso nach Möglichkeiten, sich zu treffen, auszutauschen, Geschäfte zu machen, Partner zu finden und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Und das funktioniert auch über das Internet. Hier geht es in erster Linie um virtuelle Netzwerke, so dass jeder das Internet und seine Netzwerke nutzen kann, um neue Kontakte zu finden und dauerhaft zu festigen, sofern er über einen Zugang verfügt.

Was ist ein richtiges Netzwerk?

Selbstverständlich muss sich niemand auf ein einziges Netzwerk beschränken. Probieren Sie ruhig einmal einige aus und Sie werden schnell feststellen für welche Zwecke Sie welches Netzwerk nutzen können.
Auf allen Plattformen gleichzeitig präsent zu sein, kann Sie jedoch einiges an Zeit kosten, denn auf brachliegende Profile wird nicht reagiert. Hier sind wir auch schon beim ersten und wichtigsten Werkzeug zum Kontakte-knüpfen innerhalb eines Netzwerkes: Ihr eigenes Profil
Nehmen sie sich lieber zuviel als zuwenig Zeit, um Ihr Profil aufzubauen bzw. präzise zu formulieren, denn Sie wissen doch, dass man einen ersten und natürlich guten Eindruck nur einmal machen kann. Überlegen Sie sich sehr gut, was genau Sie anbieten wollen, was Sie suchen, und auch wer Sie finden soll. Geben Sie unbedingt Ihre Webadresse an oder eine andere Kontaktmöglichkeit, wobei eine E-Mail Adresse sicher die geeignetste Methode in einem virtuellen Netzwerk ist.
Platzieren Sie, wenn möglich, ein Bild von sich in Ihrem Profil. Es ist für die anderen Teilnehmer angenehmer zu kommunizieren, wenn man ein Gesicht vor Augen hat. Außerdem erinnert sich Ihr Kontakt dann viel einfacher an Sie und erkennt Sie auf Veranstaltungen, online und offline, wieder.

Eines haben alle Netzwerke, ob klein oder groß, gemeinsam, ihre erste und wichtigste Regel lautet: Erst geben, dann nehmen!

Pflegen Sie in jedem Netzwerk Ihr Profil! Zeigen Sie den anderen Teilnehmern, dass Sie da sind. Lassen Sie keine offensichtlich veralteten Informationen stehen, d. h. aktualisieren Sie regelmäßig! Bauen Sie sich ihre eigene Präsenz innerhalb eines Netzwerkes auf, denn diese Präsenz wird darüber entscheiden, ob ein anderer Teilnehmer sich Ihre Angaben durchliest oder sich gar Ihre Webseite anschaut und mit Ihnen in Kontakt treten will.

Erst jetzt kann die eigentliche Arbeit, das "Netz-Werken" losgehen: Finden Sie neue Kontakte, bauen Sie sich Ihr eigenes Netzwerk auf. Dabei hilft Ihnen nur eins: Seien Sie aktiv! Schauen Sie sich um, was andere Mitglieder geschrieben haben, antworten Sie auf Fragen oder stellen Sie selbst welche. Sie haben einen interessanten Artikel geschrieben? Stellen Sie ihn anderen Mitgliedern zur Verfügung. Hinterlassen Sie ein freundliches "Hallo" oder auch eine konkrete Anfrage per angebotener Kommunikationsmöglichkeit, wie z. B. einem Gästebuch. Sie suchen Mitglieder, die Ihre Interessen teilen? Sprechen Sie diese daraufhin an. Sie suchen einen Job? Zeigen Sie, dass Sie schon in der Vergangenheit in interessanten Projekten gearbeitet haben und über welche Kompetenzen Sie verfügen. Steht Ihnen ein Weblog zur Verfügung, dann nutzen Sie es und veröffentlichen damit Ihr Anliegen.

Vergessen Sie aber nie, dass Sie sich in einem öffentlichen Raum bewegen und jeder Teilnehmer Ihre Nachrichten lesen kann!

Achten Sie immer darauf, dass Sie Ihren virtuellen Fingerabdruck unter Ihrer Nachricht hinterlassen: Ihre Signatur!
Gestalten Sie auch diese interessant – kompakte, ansprechende Information. Sie sollte Ihren eigenen Namen, den Namen ihres Unternehmens, eine Webadresse und evtl. Kommunikationsmöglichkeiten enthalten. Außerdem können Sie ihre Signatur noch gestalten, indem Sie einen Slogan passend zu Ihrem Unternehmens einbringen. Um Ihre Signatur zusätzlich von normalem Text abzuheben, nutzen Sie die Zeichen ihrer Tastatur. ::*~*:: Vertrauen Sie auf unsere Leistung ::*~*::
In den unterschiedlichen Netzwerken finden Sie die verschiedensten Umgangsformen vor. Es bedarf hier gerade im deutschsprachigen Raum etwas Feingefühl, wann die Anrede „ Sehr geehrte Frau Nachnamen“ und ein höfliches „Sie“ oder eher ein lockeres „Hallo“ und „Du“ angebracht ist. Der allgemeine Trend geht zu eher zu einer auf den ersten Blick informellen Art und Weise, doch wer möchte dem potentiellen Partner oder Kunden schon gleich beim ersten Kontakt zu nahe treten. Immer einen Schritt vorsichtiger sein, kann nicht schaden, dabei jedoch unbedingt aktiv bleiben. Höflich kontaktieren, kann nie verkehrt sein. Und Schlimmeres als keine Reaktion, kann Ihnen kaum widerfahren. Im Englischen wird die Ansprache etwas einfacher, da gilt fast ausschließlich „Hi“ oder „Hello“ verknüpft mit dem Vornamen. Obacht: Das Duzen bitte nicht mit jahrelanger, praktizierter Freundschaft verwechseln, wie in Deutschland üblich! Der umgekehrte Fehlschluss ist genauso möglich.

Netzwerktreffen

Warum sollten Sie hingehen? Es ist Ihre Chance sich persönlich vorzustellen! Viele überregionale, virtuelle Netzwerke bieten Veranstaltungen vor Ort an, oder die Mitglieder verabreden sich zu einem regelmäßigem Treffen, um die virtuellen Beziehungen zu festigen. Seien Sie dabei und zwar so oft es Ihnen möglich ist. Je öfter Sie anderen Leuten die Möglichkeit geben, Sie kennen zu lernen und Sie wieder zu erkennen, desto größer ist auch das Vertrauen, das man Ihnen entgegenbringt und damit die Wahrscheinlichkeit, einen interessanten Partner oder Kunden zu finden.
Auch hier gilt wieder „Stand Out“ – aber bitte vergessen Sie nicht, dass weniger manchmal mehr ist. Sehen Sie Netzwerke als eine interessante Möglichkeit, Menschen kennen zu lernen und anderen zu helfen, dann wird man auch gern wieder auf Sie zurückkommen.

Die "Ausrüstung". Mit einer gewissenhaften Vorbereitung sind begünstigen und pflegen Sie Kontakte. Bereiten Sie ihre Visitenkarten vor und nehmen Sie lieber eine größere Menge mit. Achten Sie bereits bei Gestaltung darauf, dass Sie professionell wirken. Überlegen Sie, Ihre Leistungen auf der Rückseite genauer aufzulisten - nicht zu überladen - doch für ein paar Stichpunkte reicht der Platz. Wenn Sie möchten, können Sie auch einen kleinen Flyer vorbereiten, in dem Sie noch einmal genauer erklären, was Sie machen und wie Sie potentiellen Kunden helfen können.

Vorbereitet sein! Erkundigen Sie sich vorab, wer noch auf der Veranstaltung sein wird und schauen Sie sich die Leistungen der Teilnehmer genauer an. Machen Sie sich im voraus Notizen, dann können Sie sich leichter im Gespräch erinnern. So gewappnet, können Sie gezielt und interessiert auf andere Teilnehmer zugehen.

Seien Sie nicht schüchtern - Don't be shy! Nutzen Sie Ihre Chance, auf Menschen zuzugehen und warten Sie nicht, bis ein anderer den ersten Schritt wagt. Gehen Sie mit einem freundlichen Lächeln auf andere Teilnehmer zu und stellen Sie sich vor: „Hallo, mein Name ist Anja, darf ich mich kurz vorstellen.“ Sollten Sie sich bereits über Ihre Gesprächspartner informiert haben und genau wissen, wen und warum Sie denjenigen ansprechen wollen, dann nutzen Sie Ihr Wissen: Hallo mein Name ist Anja, ich habe Ihr Profil angesehen und möchte mich gerne näher mit Ihnen über XYZ unterhalten.... schon ist ein Anfang gemacht.

Netzwerken ist keine Massenveranstaltung

Die Menge macht es? Ja und auch wieder Nein. In einigen Netzwerken gibt es die Regel, dass ein Teilnehmer 60 Sekunden "Zeit" hat, sich vorzustellen. Gut und schön, wenn Sie bei Ihrer Veranstaltung aber etwas freier mit der Zeit umgehen können, versuchen Sie eine gute Balance aufzubauen. Natürlich möchten Sie so viel Kontakte wie möglich machen, aber bedenken Sie auch, dass eine zu kurze sowie schnelle Vorstellung weniger gut im Gedächtnis Ihres Gegenüber hängen bleibt. Ausserdem, wer möchte schon Geschäfte machen, wenn man sich beim ersten Gespräch keine Zeit nimmt und zu hektisch wirkt? Bleiben Sie gelassen. Möchten Sie das Gespräch beenden, bedanken Sie sich höflich für die Zeit, das Interesse und belassen Sie es dabei, dass man sich sicher später noch einmal wieder sieht.
Vergessen Sie nicht, bevor Sie zu einem anderen Teilnehmer wechseln, Ihre Visitenkarten zu verteilen – geizen Sie nicht, man weiß nie welchen Weg die Karten nehmen. Selbst wenn Ihr Gegenüber kein direktes Interesse an Ihren Leistungen hat, kann dieser aber Ihre Karte evtl. an seine Kontakte weitergeben, sofern Ihr Angebot dort gesucht wird.

Nach der Veranstaltung

Machen Sie sich direkt nach dem Treffen kurze Notizen, vielleicht einfach auf die Rückseite der erhaltenen Visitenkarten. Mit dieser Gedankenstütze können Sie noch am nächsten oder übernächsten Tag viel einfacher auf ihre Bekanntschaften zurückkommen. Stellen Sie eine Verbindung her, vom ersten Kennenlernen hinein in den Arbeitsalltag. Schreiben Sie eine kurze Nachricht, oder rufen Sie an - wobei ich die erste Variante empfehlen würde. Bedanken Sie sich noch einmal für die interessante Unterhaltung und gehen Sie evtl. nochmals auf diese ein ... hier haben Sie jetzt die Gelegenheit, genauer nachzufassen oder ein neues Treffen auszumachen. Die Nachbereitung von Netzwerkstreffen funktioniert demnach ähnlich wie bei Messen: Sie ist mindestens genauso wichtig, wie die Veranstaltung selbst.

Netzwerken funktioniert!

Und damit sind wir wieder beim Anfang, denn schon immer haben sich Menschen verständigt ... Vielleicht funktioniert "Ihr Networking" nicht unbedingt beim ersten Mal. Das wichtige aber ist, immer wieder Kontakt zu suchen, sich immer wieder präsent halten, dann funktioniert es auch. Planen Sie es einfach mit in Ihren ganz normalen Tagesrhythmus ein.
Persönlich habe ich schon viele interessante Gespräche geführt, konnte Informationen und Ratschläge sammeln, die ich sonst wirklich nie bekommen hätte. Durch Netzwerke habe ich meine erste Arbeitsstelle in London gefunden, schon viele Sachen vermittelt, Aufträge bekommen oder einen Gefallen getan. Und immer nach der Regel, „Erst geben, dann nehmen“. Helfen Sie anderen und sei es mit der kleinsten Information oder einem etwas arbeitsaufwendigeren Gefallen und Sie bleiben im Gedächtnis.

2004-04-07 Anja Glauch
Text: ©Anja Glauch
Foto, Banner ©Angelika Petrich-Hornetz

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