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Ein Fest für die Sinne

Das Geheimnis der italienischen Küche - von Allan Bay

2004 erschienen im Goldmann-Verlag.
Buchbesprechung

von Susanne Hagedorn

Bereits das Cover ist ein Fest für die Sinne und lädt zum Lesen, Stöbern und Ausprobieren ein. Der Anglo-Italiener Allan Bay und gleichzeitig "Professore incaricato di cucina presso L'Universita 'di Pavia" ist ein Hobbykoch, dessen wachsende Kenntnisse weltweite Anerkennung finden. So begann er irgendwann für Zeitschriften Artikel über das Kochen zu schreiben. Das vorliegende Buch entstand aus Beiträgen der Rubrik "Küche und Kochen" für die Wochenzeitung "Diario della Settimana."

Im Inhaltsverzeichnis fallen dem Leser sofort Meine zehn Gebote - die Tugenden des Kochens auf. Diese unterstreichen, dass dieses Buch in Wahrheit die Liebeserklärung eines Praktikers an das Kochen ist. Allan Bay zelebriert die Zubereitung von Speisen wie eine Religion. Aber nicht nur die eigentlichen Gerichte sind dem Autor wichtig. Geduldig erläutert er, welche Küchengeräte notwendig sind, in welcher Qualität der Tisch gedeckt werden soll und wie der geneigte Leser richtig mit Getränken wie Wein und Bier umgeht.

Leicht verständlich wird das Vorgehen auch Menschen dargeboten, die sich bisher noch nicht sehr intensiv mit den passenden Weinen zum Essen auseinander gesetzt haben. Gleichzeitig spricht Bay immer die Kreativität jedes Hobbykochs an und empfiehlt den Bruch mit Wein-Traditionen an angemessener Stelle. Die Qualität ist ihm stets das Wichtigste, schlechte Zutaten kommen bei Bay erst gar nicht auf den Tisch, man kann sie weder schönreden noch schönkochen.

Der Leser erhält einen Einblick in die Raffinessen der italienischen Kochkunst. Geradezu akribisch wird uns erklärt, warum welche Dinge wie gemacht werden müssen. Dabei gibt es nützliche Nachhilfe für die, dem erfahrenen Koch bekannten, allgemeinen Kochbegriffe, wie zum Beispiel Blanchieren - sie werden dem Kochnovizen durchgehend verständlich erklärt. Daneben gibt der Autor auch Tipps, was man noch retten kann, wenn ein Rezept einmal nicht gelingt, in den meisten Kochbüchern wird das vermisst.

Bay ist ein Verfechter des Selbstkochens, Fertigprodukte sind das absolute Tabu! Der Professor für Wirtschaftspolitologie setzt hingegen auf das Vorratskochen der Grundzutaten, die man bequem einfrieren kann, so dass bei Bedarf die entsprechende Zutat, wie zum Beispiel eine Grundsoße nur aufgetaut zu werden braucht und dem Gericht lediglich zugegeben werden muss.
Jede Hausfrau, jeder Hausmann weiß, dass Vorratskochen mindestens einen Nachmittag oder einen ganzen Tag in Anspruch nehmen kann, aber im Nachhinein profitiert das persönliche Zeitkonto tatsächlich davon, man muss nur sehr gut planen.

Das Buch ist uneingeschränkt empfehlenswert. Sicher, für den gehetzten Berufstätigen ist das genannte Vorratskochen nicht ganz einfach, aber auch er findet Inspiration für eine leckere Singleküche in diesem Buch. Nehmen Sie es zu Hand, es ist so warm und menschlich und mit soviel Leidenschaft zur italienischen Küche geschrieben, dass der Autor den Leser quasi mitreißt, diese Gerichte nachzukochen.

Allen Bay traue ich durchaus zu, dass selbst die Steinbrühe aus zehn porösen Steinen vom Strand gekocht werden kann. Dieses Buch ist ein Muss für die Liebhaber der italienischen Küche, des kulinarischen Genusses und der mediterranen Lebensweise.


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2005-09-24 by Susanne Hagedorn
Text: ©Susanne Hagedorn

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