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Pedantische und praktische kleine Helfer aus der Erfinderkiste, die das Leben leichter machen sollen

Das Gelbe vom Ei

von Annegret Handel-Kempf

Ei Ingenieure und andere erfinderische Geister lassen sich vieles einfallen, um den Menschen das Leben zu erleichtern. Manches davon verhilft nicht nur zu einem erfolgreichen Start in den Tag, sondern bietet zwischen Arbeit und Urlaub weiter gehenden praktischen Nutzen.

Wollen Eier Tag für Tag an genau der gleichen Stelle geköpft werden? – Falls diese Frage mit „Ja“ beantwortet wird, ist es an der Zeit, sich einen Eierschalensollbruchstellenverursacher anzuschaffen. Er hilft Mann und Frau, allmorgendlich mit einem identisch zufriedenen Gefühl im Bauch das Frühstücks-Ei auszulöffeln. Das im Folgenden mit ESSBSV abgekürzte Gerät von Take 2 besteht aus gebürstetem Edelstahl und Gummi, und könnte als moderne Form der Ei-Guillotine eingestuft werden: Die Kappe des ESSBSV wird aufs Ei gesetzt, die Schlagkugel fällt herunter und bewirkt eine ringförmige Bruchstelle, an der sich der Ei-Kopf mit einem Messer abheben lässt. Zu beziehen ist das 24 Zentimeter hohe Instrument, das den sinnigen Namen „Clack“ trägt, für knapp 18 Euro.

Bevor sich der Mensch auf den Weg ins Büro begibt, checkt er oftmals seine Emails auf dem tragbaren Computer, um bereits vor dem Eintreffen in der Firma nichts zu verpassen, was sich zwischen Morgengrauen und Stauende in der globalen Berufswelt tut. Häufig muss er feststellen, dass die schmalen Bildschirme größere Kopfschmerzen bereiten, als ein nicht korrekt enthauptetes Ei. Doch Rettung ist in Sicht: Bereits im kommenden Jahr sollen die Displays von 80 bis 90 Prozent der Notebooks mit so genannten Widescreens, also extra großen Bildschirmen, ausgestattet werden. Derzeit sind es nur 30 bis 40 Prozent. Dell plant, einen Laptop-Monitor auf den Markt zu bringen, dessen Diagonale angenehme 19 Zoll misst. Auch Hewlett-Packard, Apple und IBM schließen sich der Verbreitung von augenfreundlicheren Displays für Notebooks an. Die Blickschmeichler dürften sogar extra günstig sein: Dem IT-Portal Digitimes zufolge, werden die breitformatigen Bildschirme in den ersten Monaten des kommenden Jahres billiger als die Standardvarianten.

Zum Rücken schonenden Mitschleppen wäre andererseits ein Mini-Notebook nicht schlecht, das in etwa auf eine Handfläche passt und weniger als ein Kilogramm wiegt: Toshiba’s Neuauflage des Libretto U100 bietet beides, und darüber hinaus eine 60-Gigabyte-Festplatte, sowie einen 1,2-Gigahertz-Prozessor. Seine Kenntnisse und Fähigkeiten eröffnet der für etwa 3.200 Euro erhältliche Micro-PC allerdings nur seinem Besitzer. Dafür sorgt die biometrische Erkennung über einen Fingerabdruck-Scanner als Zugangssicherung.

Los geht`s, das Büro wartet. Um allzeit erreichbar zu sein, ist im Auto das Mobiltelefon dabei. Lästig ist allerdings das Gewurstel mit Knopf im Ohr beim Fahren, wenn der Mini-Kopfhörer über Kabel mit dem Gerät verbunden ist. Praktisch sind daher Bluetooth-Schnittstellen, die eine Verbindung zum Handy des Fahrers aufbauen, das er dafür nicht einmal aus der Tasche holen muss. Das Armaturenbrett zeigt die Display-Anzeige des Mobiltelefons. Mit dem Gesprächspartner wird über das Soundsystem des Gefährts, also über ein eingebautes Mikrofon und die Lautsprecher des Autoradios, frei telefoniert. BMW, DaimlerChrysler, Ford, General Motors, Honda, Volkswagen, Toyota und Audi bieten einzelne Modelle oder an bestimmten Standorten produzierte Fahrzeuge mit entsprechender Handyvorbereitung an. Die weiteren Aussichten für Bluetooth klingen nach noch mehr Komfort: Technologien, wie das Anhören von Musikstücken, die auf dem Mobiltelefon gespeichert sind, über die Stereoanlage des Fahrzeugs, sollen Standard werden. Eine Bremse gibt es für die Verbreitung der blauen Funkzähne auf vier Rädern: Die Vorrichtungen fürs Telefonieren im Auto, die für den serienmäßigen Einbau bis zu zwei Jahren Vorlauf benötigen, und die verwendeten Mobiltelefone müssen zueinander passen. Die Handys werden jedoch im Halbjahresrhythmus von technologisch raffinierteren Modellen abgelöst.

Halt, heute dürfen die Kinder bei Papa mitfahren, und von ihm in Kinderkrippe und -garten gebracht werden. Sicherheit hat hier Vorfahrt. Bei der Anschaffung der Babyschale für die vier Monate alte Tochter standen die von der Stiftung Warentest beim Unfallschutz und in der Gesamtnote mit „gut“ bewerteten Autositze Maxi-Cosi Cabrio und der Römer Baby-Safe plus mit Fünf-Punkt-Gurt zur Auswahl. Der dreijährige Sohn durfte im extraleichten Kiddy Life Plus, der von neun Monaten bis zwölf Jahren (neun bis 36 Kilogramm) verwendbar ist, sowie im Concord Lift Evo (15 bis 36 Kilogramm) und im Maxi-Cosi Rodi XP probeweise Platz nehmen. Alle drei Autokindersitze wurden von der Stiftung Warentest als „gut“ empfohlen. Den Concord- und den Maxi-Cosi-Aufbau bewertete auch der ADAC mit „gut“.

Der Dreijährige wird beim Abschied mit der Aussicht aufs gemeinsame Abendessen getröstet. Da soll es Nudeln geben, sogar selbst gemachte. Die Übriggebliebenen darf der Junior auf einem Gerät zum Trocknen aufhängen, das wie eine Kreuzung aus Wäschespinne und Zimmerantenne aussieht, nur kleiner ist: Der Taca Pasta Nudeltrockner (knapp 30 Euro, ARS Habitandi) ist 46 Zentimeter hoch. Die Spaghetti werden Nudel für Nudel liebevoll über seine Ausleger aus Polycarbonat gebreitet, die am Gestänge aus verchromtem Metall befestigt sind.

Zuvor gibt es im Büro einen Stehempfang anlässlich eines Dienstjubiläums, bei dem Papa nicht zuviel essen darf, um Platz für die Nudeln zu haben. Es ist sowieso schwierig, bei derartigen Feiern einen voll geladenen Teller und ein Glas gleichzeitig zu balancieren, während eine Hand zum Essen und Begrüßen frei bleiben sollte. Heute erwartet ihn eine Überraschung: Der Kantinen-Service bringt Partyklammern (15 Euro für zwei Stück, Heinze) mit. Erleichtert steckt Papa die Edelstahlklammer an den Tellerrand und hängt mit ihrer Hilfe das Glas sicher ans Porzellan, da eine Gummieinlage Kratzer und Verrutschen verhindert.

Heim geht’s. Kaum angekommen, meldet sich die Firmensekretärin mit der Botschaft, dass ein dringendes geschäftliches Telefonat mit den USA zu führen ist. Noch mal ins Büro deshalb? Zu umständlich. Von zuhause telefonieren? Teuer. Es sei denn, Papa nutzt die Option beispielsweise mit seiner neuen FRITZ!Box Fon WLAN 7050 (249 Euro), via ISDN- oder analogem Telefon preisgünstig übers Internet (VoIP) zu telefonieren. Das nächste Gespräch kann er, wenn er will, wieder übers Festnetz führen. Die FRITZ!Box lässt sich dabei für ISDN- und analoge Anschlüsse einsetzen und erlaubt die Verwendung von ISDN-Telefonen am Analoganschluss. Auch Surfen im Heimbüro ist kein Problem: Die Festnetz- und VoIP-Telefonanlage, die Router und DSL-Modem in einem Gerät kombiniert, macht den Weg ins schnelle DSL-Internet für Computer über USB, zwei Ethernet-Schnittstellen und Wireless LAN-Funk frei.

Endlich Feierabend. Zeit zum Spielen mit den Kindern, und zum Vorlesen einer Gutenacht-Geschichte im Bett. Doch – hatschi – warum niesen die Kleinen um die Wette, sind sie erkältet? Oder sind Allergie auslösende Substanzen und Milben in Bettwäsche und Kopfkissen schuld, dass die Kids schlecht einschlafen? Spezialprogramme, wie sie die Waschmaschine medicwash von Miele hat, versprechen Erleichterung: Gegen Milben und Milbenkot, zum Ausspülen chemischer Produktionsrückstände in neuen Textilien, zum Auswaschen belastender Pollen, sowie für besondere Hygiene.

Waschen, Arbeiten, Tag für Tag der gleiche Trott. Urlaub wäre super, mit einer Kamera, die alles mitmacht und mit etwa sieben Euro Anschaffungspreis keine Begehrlichkeiten bei Langfingern weckt. Beispielsweise die Kodak Ultra Sport Camera ist bis zu fünf Meter Tauchtiefe wasserdicht und robust gegen Stöße und Kratzer. Vom Free-Climbing, Snowboardfahren oder Rafting bringt die Einwegkamera 27 Aufnahmen mit.

Besser aufpassen müsste Mama auf die neue Cyber-shot DSC-T7 Digitalkamera von Sony (500 Euro), zumal der attraktive Silberling seiner moderaten Maße wegen leicht mit einer Kreditkarte verwechselt wird. 5,1 Megapixel, dreifach optisches Zoom und ein Carl Zeiss Vario-Tessar-Objektiv liefern in Verbindung mit einer Brennweite von 38 bis 114 Millimeter hochwertige Erinnerungsbilder von nah und fern. Arbeitet der Fotoapparat im Burst-Modus, lassen sich bis zu neun Aufnahmen in höchster Auflösung im Schnell-Tempo von 1,2 Sekunden pro Bild knipsen.

19 Zoll - besser sehenPapa, der auf der Suche nach einer neuen Bewegbild-Kamera ist, überlegt, eine Innovation zu kaufen. In der zweiten Jahreshälfte 2005 kam der nach Herstellerangaben mit 71 x 94 x 188 Millimetern bislang kleinste und mit 670 Gramm leichteste High Definition Video (HDV) Camcorder, die HDR-HC1 von Sony, für 2.000 Euro auf den deutschen Markt. Sie soll auch ambitionierten Hobbyfilmern, die mit kleinem Gepäck reisen, gute Technik und Bildqualität bieten. Der bisherige PAL-Standard ist Papa für seine Aufnahmen nicht mehr scharf genug, er will jetzt HDV.
Für mehr Dynamik ohne Verwisch-Effekte sorgt ein Drei-Megapixel CMOS-Sensor, weil er eine größere Aufnahmefläche gegenüber den sonst üblichen CCDs besitzt. Für die Aufzeichnung im 16:9-Format würde er die DV-Tapes nutzen, die er auch bisher gekauft hat. Für detailreiche Aufnahmen von Kindern und Landschaft käme Papa das Carl Zeiss Vario-Sonnar T*-Objektivmit einem zehnfach optischen Zoom und Brennweiten im Bereich von 41 bis 480 Millimetern, im HDV Format, zupasse. Mit dem als Sonderzubehör erhältlichen High Grade Weitwinkelvorsatz (VCL-HG0737Y) würde er diesen auf 29 Millimeter erweitern. Für Nahaufnahmen verließe er sich auf die Tele Makro-Funktion. Fehlt noch etwas? Vielleicht. Bevor er sich auf eine Videokamera festlegt, will Papa Preise und Merkmale aller in Frage kommenden Geräte im Internet vergleichen.

Ebenso vor der Anschaffung eines Fotoapparates für Still-Bilder, mit dem möglicherweise auch ein paar bewegte Aufnahmen gelingen. Die Charakteristika digitaler Kameras werden immer verführerischer. Die Kosten auch. Wollte Papa allein nach Pixeln gehen, um vom Ersparten länger im Urlaub zu bleiben, sollte er zuvor die Etiketten genau studieren, beziehungsweise in die aktuelle Studie eines Preisvergleichsdienstes hineinschauen, zum Beispiel www.schottenland.de , unter Digital/Foto/Video. Keinesfalls will er angesichts des rasanten Preisverfalls, für eine Kamera, die bereits seit etlichen Monaten auf dem Markt ist, mehr ausgeben, als für eine ganz neu Herausgekommene. Im Sommer diesen Jahres war laut Schottenland die günstigste Sechs-Megapixel-Kamera für 145 Euro zu haben. Drei Megapixel-Apparate, die bei kleinformatigen Urlaubsbildern auch noch ansehnliche Ergebnisse liefern, gab es für gut 50 Euro. Sollen neue Unterwassergehäuse, Akkus und Speichermedien mit in die Reisetasche, könnten dem Internet-Vergleichsdienst zufolge, günstige Angebote für das exakt gleiche Produkt um die dreißig Prozent Einsparung bringen.

Einen weiteren Wunsch hat Papa noch: Toll wäre es, wenn der mit einem Hörfehler geborene Dreijährige ein Implantat hätte, mit dem er am Strand nicht so weit weg vom Wasser spielen müsste. Wissenschaftler der Università Cattolica di Roma haben ein so genanntes bionisches Ohr vorgestellt, das auch beim Kontakt mit Wasser, in feuchten Umgebungen, funktioniert, indem es akustische Signale in Nervenimpulse umsetzt und an das Gehirn weitersendet. Es soll Geräusche besser aufnehmen und weiter geben als bisherige Geräte, die in das Ohreninnere eingesetzt werden.
„Das Koklearimplantat ist bei allen Patienten wirksam, bei denen die Taubheit auf Probleme im Innenohr zurückzuführen ist, und jene Zellen geschädigt sind, die dafür zuständig sind, die Geräusche in elektrische Signale umzusetzen und durch den Hörnerv an das Gehirn weiterzuleiten", erklärte Studienleiter Gaetano Paludetti. Das neue Gerät hilft, den Forschern zufolge, 25 bis 30 Prozent der Betroffenen bei post-infektiöser Taubheit und bei Hörverlust ausgelöst durch Medikamententoxikation oder Problemen während der Schwangerschaft - beispielsweise viralen Erkrankungen der Mutter im ersten Schwangerschaftsdrittel.
OhrEs soll Patienten mit genetisch bedingter Taubheit in 45 bis 50 Prozent der Fälle ihr Gehör zurückgeben. Die besten Ergebnisse sind nach Aussage von Paludetti bei einer Implantation in den ersten Lebensjahren zu erzielen. In dieser für das Sprechen Lernen entscheidenden Zeit sei die betroffene Region im Gehirn, die für die Bearbeitung und eigenständige Reproduktion akustischer Signale zuständig ist, am besten formbar. Papa will sich gleich informieren.
Manchmal ist es wirklich nützlich, zu erfahren, welche technischen Neuheiten das Leben leichter machen könnten.

2005-12-08 by Annegret Handel-Kempf
Text: © Annegret Handel-Kempf
Illustrationen: ©aph

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