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Kleine Fluchten - Vitametik

Wohltuende Entspannung in Sekundenschnelle

von Anne Siebertz

Wenn es um Verspannungen im Rücken oder im Nackenbereich geht, kann fast jeder seine Leidensgeschichte zum Besten geben. Der Grund dafür ist häufig in Muskelverspannungen infolge von Stress oder Überforderung zu finden..

Auch bei mir stellte sich nach zu langer konzentrierter Schreibtischarbeit mal wieder der dumpfe Schmerz im Nacken ein. Ich gönnte mir eine kleine Auszeit mit der örtlichen Zeitung und blieb unter dem Einfluss der Anspannung verständlicherweise bei folgender Zeitungsanzeige hängen: „Vitametik, Entspannung für Wirbelsäule, Muskeln und Nervensystem“. Die neu eröffnete Praxis im Ort war zu Fuß zu erreichen.
Ich ging also hin und erfuhr, dass es sich bei Vitametik um eine so genannte „Gesundheitspflege“ handelt, die die Möglichkeit bietet, ganzheitlich zu entspannen.

Ausruhen inklusive

Was ich fand, war nicht nur Entspannung, sondern kam meinen Vorstellungen von Dolce Vita schon ziemlich nahe. Ganze 20 Minuten lang. Die Anwendung selbst dauerte tatsächlich wie angekündigt nur wenige Minuten: die Vitametikerin Cornelia Kirchmeier forderte mich auf, mich bäuchlings auf eine Spezialliege mit verstellbarem Kopfteil zu legen, hob meine Unterschenkel an und prüfte bei dem so genannten „Beintest“ den Grad der Verspannung meiner Muskulatur. Dann legte ich mich auf die Seite, sie brachte sich kurz in einen gesicherten Stand, holte tief Luft und löste eine Winzigkeit lang mit dem Daumen auf einer Stelle kurz hinter dem Ohr einen Impuls aus. Zack, das war’s. Tat nicht weh, ich musste nicht mitmachen, ich spürte auch nichts. Staunend und mit einem Rest von Skepsis begann ich nun die angekündigte, aber wohl notwendige 20-minütige Ruhepause.

Eine ungewollt verabreichte Ruhepause von dieser Länge mitten am Tag ist eigentlich nichts für Menschen wie mich, die es gewohnt sind, ständig irgendwie beschäftigt zu sein. Ich ließ mich jedoch darauf ein. Schließlich wollte ich die Entspannungsmethode testen.

Und nun begann das eigentlich Dolce Vita: Ich wurde in einen behaglich eingerichteten Ruheraum geführt. Eine Liege mit kuschelig weicher Decke war für mich vorbereitet. Ich legte mich hin, wurde warm zugedeckt, ließ die Seele baumeln. Eine gedämpfte, orange-rote Lichtquelle unterstrich die Behaglichkeit. Als ich die Augen schloss, nahm ich sphärische Musik wahr, deren Klänge mich im Normalzustand wohl eher kribbelig gemacht hätten. Nichts für Hektiker. Unter dem Einfluss des Impulses aber konnte ich mir nichts Schöneres vorstellen, als hier zu liegen.

Während mein Geist fast augenblicklich in eine tiefe Entspannung fiel und mir allerlei schöne Bilder durch den Kopf gingen, nahm ich latent wahr, dass mein Körper regelrecht arbeitete. Er musste sich wohl gewissermaßen seine Entspannung erst „verdienen“. Im Bauch klopfte und rumpelte es, im linken Arm merkte ich, wie sich eine Blockade löste, mein Bein zuckte, an der Wirbelsäule fühlte ich an den Stellen, die am meisten geschmerzt hatten, einen kurz aufflammenden stechenden Schmerz, dann ließen die Muskeln tatsächlich allmählich los. Ich sackte in die Liege.

Entspannung für den Geist, Arbeit für den Körper

LächelnDas alles nahm ich nur ganz entfernt wahr, fühlte wie mich (fast) wie in Trance, genoss den Augenblick. Ich ließ die Gedanken wandern, spürte ein Lächeln, ließ mich fallen. Vermutlich wäre ich eingeschlafen und würde dort immer noch diesen Zustand des völligen Loslassens genießen, wenn, ja, wenn ich nicht nach besagten 20 Minuten wieder abgeholt worden wäre. Dolce Vita Adieu. Bis zum nächsten Mal. Ich fühlte mich total erfrischt. Mein Körper aber musste in den beiden darauffolgenden Tagen erst mal mit erhöhtem Muskelkater kämpfen. Entspannung ist doch nicht ganz so leicht. Aber wirksam.

Für den Rest des Rundum-Wohlbefindens musste ich dann selbst sorgen: Sie wissen schon, gesunde Ernährung, viel Bewegung, frische Luft, zweimal die Woche Sport ... . Meine Vitametikerin ist übrigens in der dritten Etage und den Aufzug lasse ich selbstverständlich links liegen ...

2005-11-19 by Anne Siebertz
Text: ©Anne Siebertz
Illustrationen ©Angelika Petrich-Hornetz

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