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Langeoog

Insel zum Träumen und fürs Leben

von Ellen Heidböhmer

Wer seit drei Jahrzehnten an die deutsche Nordseeküste fährt, zu jeder Jahreszeit, der ist überzeugt, längst alle schönen Ecken dort zu kennen. Weit gefehlt. Ich wusste noch nicht, wie schön Langeoog ist, "die Insel fürs Leben"- so der Werbeslogan. Die Überfahrt von Bensersiel nach Langeoog dauert eine halbe Stunde - genug Zeit, um sich von der Alltagshektik zu verabschieden und sich auf eine Woche Inselleben einzustimmen.

Vom Anleger geht’s in den roten und blauen Wagen der Inselbahn in gemächlichem Tempo Richtung Zentrum. Sehr bald stellt man fest, dass die Zeit hier eine andere Qualität hat. Zum einen liegt es daran, dass im Februar nur sehr wenige Touristen auf die Insel kommen. Zum anderen liegt es an den nicht vorhandenen Autos. Das Lebenstempo ist deutlich reduziert, wenn man mit dem Fahrrad, der Kutsche oder zu Fuß unterwegs ist.
Man braucht nicht nach rechts und links zu schauen, wenn man eine Straße überquert, kann sogar mitten auf der Straße laufen, wenn man Lust hat. Es gibt keinen Lärm, keine Auspuffgase, keine Parkplatznöte.

Nachteile hat so eine autofreie Insel natürlich auch: Wenn die Läden geschlossen sind - und das sind sie oft, weil der Februar kein Saison-Monat ist - können Sie nicht „mal eben“ an der Tankstelle kaufen, was Sie vergessen haben.
Das gastronomische Angebot liegt im Winterschlaf: Wollen Sie abends essen gehen, dürfen Sie nicht trödeln. Nach 21 Uhr gibt es (fast) nichts mehr. Zum Glück hat der Dwarsloper bis 24 Uhr geöffnet, sonst hätte ich gleich am ersten Abend hungrig in die Ferienwohnung zurückkehren müssen.

Langeoog ist nur etwa zwanzig Quadratkilometer groß. Auch Untrainierte können die Insel bequem an einem Tag mit dem Rad umrunden. Fahren Sie zum Ostende, an der Jugendherberge und der Meierei vorbei. Dort gibt es eine Aussichtsplattform, von der aus Sie Seehunde beobachten können. Oder durchwandern Sie das landschaftlich beeindruckende Pirolatal. Schauen Sie sich den Sonnenhof an, den ehemaligen Wohnsitz der Sängerin Lale Andersen und das erste reetgedeckte Haus auf der Insel.
Auf dem Dünenfriedhof liegt Lale Andersen begraben. Und natürlich müssen Sie auf den Wasserturm klettern, das Wahrzeichen von Langeoog. Auch die Melkhörndüne, mit ihren 20 Metern eine der höchsten Erhebungen in Ostfriesland, ist sehenswert.
Der 14 km lange natürliche Sandstrand ist für mich der schönste Strand, den die Nordsee zu bieten hat. Und ich hatte das Glück, bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein dort zu sein – das sind Sternstunden für einen Urlaub an der See um diese Jahreszeit.

Auf meinen Spaziergängen habe ich eine gebürtige Langeoogerin getroffen, die so gar nicht das Klischee des wortkargen, nüchternen Norddeutschen erfüllte. Anderthalb Stunden lang hat sie mir auf einem Fahrradparkplatz aus ihrem bewegten Leben und aus der bewegten Geschichte der Insel erzählt, unterbrochen von vielen freundlichen Hallos und Moins an vorbeigehende Bekannte.

Nach diesem Gespräch und einigen Informationen über den Immobilienmarkt auf der Insel weiß ich: Einer meiner größten Träume - leben und arbeiten an der Nordsee - ist gar nicht so schwer zu verwirklichen, wie ich immer dachte.
Fazit: Langeoog ist derzeit noch vorübergehend, vielleicht in Zukunft dauerhaft meine Insel fürs Leben. Informationen über Langeoog finden Sie unter www.langeoog.de . Für Eindrücke vom Winter auf Langeoog klicken Sie auf der Webseite auf den Button Langeoog-Videoclips. Das letzte Video zeigt die Insel im Schnee.
P.S: Wenn es in Ihrem Leben einen netten Mann gibt, den Sie einmal nur für sich haben wollen, nehmen Sie ihn mit nach Langeoog. Es wird ihm gefallen.

2006-02-28 by Ellen Heidböhmer
Text: © Ellen Heidböhmer

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