< Interview mit Uta Dobritz, Regionalstellen Frau & Beruf
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Regionalstellen Frau & Beruf vor dem Aus

Interview mit Uta Doberitz aus Köln, einer der Landeskoordinatorinnen
die Fragen stellte Angelika Petrich-Hornetz

Kind mit Frauen Am 23. Juni schickte das zuständige Ministerium einen Brief an die Träger: Der Inhalt: Die seit zwei Jahrzehnten in Nordrhein Westfalen (NRW) erfolgreich arbeitenden Regionalstellen Frau & Beruf erhalten ab 1. Januar 2007 keine finanzielle Förderung mehr. Die teilte sich das Land bislang mit der EU und den Kommunen. Damit stehen die Regionalstellen vor dem Aus, was nicht nur in NRW für Kopfschütteln sorgt: Längst sind die passgenau zugeschnittenen Angebote weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden. Sie dienen als Vorbild für ähnliche Einrichtungen in anderen Bundesländern oder beflügeln ensprechende Planungen. Das Wirtschaftswetter befragte Uta Doberitz, eine der Landeskoordinatorinnen des Langzeitprojekts zur bisherigen Arbeit und zur aktuellen Situation.

Wirtschaftswetter: Frau Doberitz, wie enttäuscht sind Sie über das Aus der Landesfinanzierung für die insgesamt 46 Regionalstellen Frau & Beruf, pünktlich zum europäischen Jahr der Chancengleichheit 2007?

Uta Doberitz: Alle Mitarbeiterinnen der Regionalstellen Frau & Beruf in NRW sind nicht nur sehr enttäuscht, sondern entsetzt über die Entscheidung des Ministeriums, die Förderung ab 2007 komplett einzustellen. Damit hat der Minister seine in den vergangenen Monaten u.a. im Ausschuss für Frauenpolitik des Landtags NRW öffentlich gemachte Aussage, das inhaltliche Angebot der Regionalstellen werde mit diesen gemeinsam überprüft und die Zahl der Regionalstellen werde reduziert, nicht in die Tat umgesetzt. Nach allen uns vorliegenden Informationen müssen wir zu der Erkenntnis gelangen, dass dies eine rein politische Entscheidung einer konservativen Landesregierung ist.

Wirtschaftswetter: Was bedeutete die komplette Einstellung der Einrichtungen für die Frauen in NRW?

Uta Doberitz: Unsere Kundinnen verlieren ein umfassendes Beratungsangebot zum Thema Erwerbstätigkeit, unsere Kooperationspartnerinnen und - partner können nicht mehr auf unser fachliches Know-how z.B. bei der Konzeption von Projekten etc. zurückgreifen, es gibt niemanden mehr, der sich ausschließlich dem Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen am Erwerbsleben verpflichtet fühlt. Die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten sind auf Grund ihrer Zuständigkeiten mit anderen Aufgaben ausgelastet und dementsprechend nicht in der Lage, unsere Arbeit zu übernehmen. Außerdem sind sie selber von Kürzungen betroffen. Selbstverständlich versichern alle anderen Institutionen und Träger von Maßnahmen, dass sie dieses Ziel verfolgen, aber nicht überall wo „gegendert“ drauf steht, wird auch diesem Prinzip in der täglichen Praxis Rechnung getragen.

Wirtschaftswetter: Wer hat das Angebot bisher vorwiegend genutzt?

Uta Doberitz: Da sind an erster Stelle die Mädchen und Frauen zu nennen, die durch eine persönliche Beratung, eine Teilnahme an einer Veranstaltung oder an einem Bildungsangebot in ihrer beruflichen Entwicklung unterstützt werden. An zweiter Stelle all die Kooperationspartner und - partnerinnen, die von uns in der Konzeption und Durchführung von Angeboten beraten werden, wie auch wir von ihren Angeboten profitieren. Das Ergebnis sind gemeinsame Veranstaltungen, Publikationen etc. für unsere Zielgruppe. Nicht zu vergessen die Betriebe, die, wenn sie es erst einmal gewagt haben, gerne und immer wieder auf die Kompetenzen der Regionalstellen zurückgreifen, von der zielgerichteten Ansprache zukünftiger weiblicher Auszubildender bis hin zu Arbeitszeitmodellen, betrieblicher Kinderbetreuung und Sanierungskonzepten.

Wirtschaftswetter: Und welche messbaren Erfolge können Sie vorweisen?

Uta Doberitz: Seit 2001 führt das Ministerium mit Unterstützung der Firma Kienbaum ein Controlling für alle Regionalstellen durch. Die Ergebnisse waren bisher durchweg positiv. Mit der Auswertung für 2004, veröffentlicht im April 2005, wurde nicht nur ein sehr positives Ergebnis dargestellt, sondern auch der Vergleich mit den Vorjahren. In allen Bereichen ließ sich eine Steigerung feststellen, trotz der Budgetreduzierungen in 2003 und 2004. Dies ist insbesondere dem persönlichen Engagement der Mitarbeiterinnen zuzuschreiben.
Bemerkenswert ist an dieser Stelle, dass die von uns gelieferten Daten für 2005 zwar von der Firma Kienbaum ausgewertet wurden, das Ministerium uns diese Auswertung aber bis heute nicht zur Verfügung gestellt hat. Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt!
In 2004 haben die damals noch 47 Regionalstellen mit 6,5 Prozent weniger Personal als 2003 rund 13.700 Beratungen durchgeführt, es gab 11.600 Teilnehmerinnen an Qualifizierungsmaßnahmen und rund 72.000 Mädchen und Frauen haben an Veranstaltungen teilgenommen.Die Gesamtsumme der verausgabten Fördermittel dividiert durch die Zahl der Kundinnen ergibt 67 € pro Person. Als Vergleichsrechnung empfehlen wir, die Steinkohlesubventionen des Landes durch die Zahl der Bergmänner zu dividieren! Und diese Subvention kommt in erster Linie diesen beschäftigten Männern zu Gute, unabhängig davon, ob sie eine Familie versorgen müssen.

Wirtschaftswetter: Gibt es besonders erwähnenswerte Effekte der Arbeitsweise, die den Sinn der Arbeit vor Ort bestätigen?

Uta Doberitz: Die Regionalstellen arbeiten bei den Beratungen mit einem ganzheitlichen Ansatz: Die Lebenssituation der Kundin wird umfassend aufgenommen, ihre persönlichen Lebensumstände werden bei der Beratung gewürdigt und berücksichtigt. Ziel ist immer ein Existenz sicherndes Einkommen, egal ob durch ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis oder durch selbstständige Tätigkeit. Dabei beraten wir zum Wohl der Frau, indem wir verschiedene Wege aufzeigen und mit ihr gemeinsam erörtern. Ziel ist nicht die Reduzierung von statistischen Werten. Das persönliche Gespräch und die Herausarbeitung der Stärken jeder Einzelnen sind dabei sehr wichtig. Dieses spezielle Beratungsangebot der Berufsorientierung wird nicht nur von den Frauen und Mädchen geschätzt und nachgefragt. Auch andere Institutionen verweisen darauf und raten dazu, dieses Angebot als Vorbereitung auf ihre eigene weitere Beratungsarbeit wahrzunehmen. Ich möchte da exemplarisch die ARGE nennen.
Die Berücksichtigung der jeweiligen regionalen Arbeitsmarktsituation von Mädchen und Frauen bei der Entwicklung immer neuer Konzepte ist ein weiterer erwähnenswerter Aspekt. Häufig sind von uns Pilotprojekte durchgeführt worden, die anschließend von anderen Institutionen übernommen wurden und die regionale und landesweite Angebotsstruktur mit innovativen Ideen erweitert haben. Oft stecken Regionalstellen Frau & Beruf hinter Projekten, wenn dies auch nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen ist.

Wirtschaftswetter: Das NRW-Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration begründet das Einstellen der Finanzierung damit, andere Ressorts hätten die Förderung der Erwerbsbeteiligung von Frauen längst übernommen. Welche sind das?

Uta Doberitz: Suchen wir gemeinsam und fangen bei den Schülerinnen an: Das Ministerium sieht Schule als Ort der Berufswahlorientierung und die Agentur für Arbeit zuständig für Berufsberatung. Die Praxiserfahrungen der letzten 17 Jahre zeigen, dass Schule in der Mehrheit nicht in der Lage ist, gendergerechte Orientierung anzubieten. Die Bundesagentur für Arbeit hat schlechte Noten für ihre Berufsberatung von Mädchen erhalten. PD Dr. Helga Ostendorf, Politikwissenschaftlerin an der FU Berlin, hat die Mädchenpolitik der Berufsberatung untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die bestehenden Geschlechterverhältnisse bei der Berufswahl durch die Arbeit der Berufsberatung manifestiert werden. Beide Institutionen haben damit unsere Aufgabe bisher nicht übernommen.

Wer kümmert sich um Berufsrückkehrerinnen, wenn nicht wir? Die Agenturen für Arbeit fühlen sich nur noch für die Menschen zuständig, die ALG I erhalten. Nach dem Gesetz sind sie auch für die Berufsrückkehrerinnen ohne Leistungsansprüche zuständig, diese werden aber nicht ausreichend beraten. Jede Agentur hat eine Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, sie kann daher nur in Einzelfällen unterstützen. Die ARGEn und Optionskommunen konzentrieren ihre Vermittlungsbemühungen auf Menschen im Leistungsbezug. Dabei werden die größeren Bemühungen denen zu Teil, denen man die größeren Chancen zuspricht, einen Arbeitsplatz zu finden. Dies sind in der Regel die männlichen Leistungsempfänger.

Das Wirtschaftsministerium NRW hat im Rahmen seiner Gründungsinitiativen GO! und Move in der Vergangenheit beim Bereich Gründung durch Frauen immer auf das Know-how der Regionalstellen zurückgegriffen und damit der Feststellung „Frauen gründen anders“ Rechnung getragen. Sollte sich dieses Gründungsverhalten nach dem Regierungswechsel grundlegend geändert haben? Wir haben davon nichts gespürt. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung scheint unsere Meinung zu teilen, denn dort existiert ein Forschungsauftrag zum Themenschwerpunkt Power für Gründerinnen - Maßnahmen zur Mobilisierung des Gründungspotenzials von Frauen. Die gerade in NRW entstehenden STARTER CENTER werden zum überwiegenden Teil mit vorhandenem Personal der beteiligten Kammern und Institutionen bestückt. Ob sie wohl eine Schulung für die Beratung von Gründerinnen erhalten werden??

Last but not least sind wir auch im Bereich der Karriereförderung aktiv. Da meint das Ministerium, ein Mentorinnenprojekt mit 150 Teilnehmerinnen in 5 Jahren für ganz NRW sei ausreichend. Eine andere gerade zusätzlich gestartete Initiative, PePon, gibt es nur in Ostwestfalen-Lippe. Das hilft den Frauen im restlichen NRW wenig.

Wirtschaftswetter: Weiter heißt es, die ab 1988 nach und nach vom Frauenministerium installierten Regionalstellen seien inzwischen überholt. Hat man Ihnen hierfür eine fundierte wie hinreichende Begründung geliefert?

Uta Doberitz: Weder die an die Träger gerichteten Briefe, noch die Pressemitteilung des Ministers liefern eine solche Begründung. Entgegen der Ansicht des Ministeriums sind wir nicht der Meinung, dass Gesetze und Vorschriften ausreichen, um ein Umdenken bzw. Mitdenken im Hinblick auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu erreichen.
Die Straßenverkehrsordnung hat einen umfangreichen Bußgeldkatalog. Wie viele Autofahrer halten sich nicht daran, lassen es stattdessen darauf ankommen, erwischt zu werden? Wer hat ein Interesse daran, die kleinen und großen Sünder im Bereich Chancengleichheit für Frauen im Erwerbsleben zu enttarnen? Dafür gibt es keine Kontrollen mittels Starenkasten oder Laserkamera.
Das Ministerium vermittelt den Eindruck, das Angebot der Regionalstellen Frau & Beruf entspräche dem von vor 15 Jahren. Ganz im Gegenteil: Wir haben unsere Arbeit ständig weiterentwickelt und an die Bedingungen der Wirtschaft dieses Landes angepasst. Bei unseren Angeboten im Bereich Berufswahl z.B. haben zukunftsträchtige neue Ausbildungsberufe und Studiengänge immer einen hohen Stellenwert. Nicht zuletzt haben die Regionalstellen Impulse geliefert und auf Fragestellungen hingewiesen, die auch in die Arbeit des Ministeriums eingegangen sind.

Wirtschaftswetter: Das zuständige Ministerium führt eine Reihe von konkreten Projekten auf, wie zum Beispiel die Hotline W (Wiedereinstieg). Warum können Sie das Argument der Doppelstrukturen dennoch nicht teilen?

Uta Doberitz: Ein Teil der in der Pressemitteilung des Ministers aufgeführten Projekte ist auf jeweils eine Region von NRW beschränkt, andere Projekte bieten nur einer kleinen Anzahl von Frauen Beteiligungsmöglichkeiten. Bis die Hotline bekannt ist, wird viel Zeit vergehen. Die geringe Nachfrage könnte dann zu dem Schluss führen, es gebe keinen Bedarf mehr. Warum nicht unser bestehendes Netzwerk weiternutzen? Wir geben auch telefonisch Auskünfte. An welche Fachstellen sollen die Frauen von diesem Call-Center verwiesen werden, wenn es uns nicht mehr gibt?

Wirtschaftswetter: Hat sich das Ministerium mit Ihnen zusammengesetzt, um über die Zukunft der Regionalstellen und der Frauenpolitik in NRW zu beraten und eine Lösung - unter Vermeidung von Doppelstrukturen - zu erarbeiten?

Uta Doberitz: Im November 2005 und im Februar 2006 wurden die Landeskoordinatorinnen zu Gesprächen ins Ministerium eingeladen. Die Arbeitsergebnisse dieser Treffen wurden jedoch nicht weiterverfolgt. Eine Einladung des Ministeriums an alle Mitarbeiterinnen im Mai dieses Jahres wurde ohne Begründung abgesagt. Weitere Kontakte hat es bisher nicht gegeben.
Für den Arbeitsbereich Berufswahl hat ein kleiner Kreis von Kolleginnen in einem vom Ministerium finanzierten Arbeitskreis eine neue Ausrichtung und Schwerpunktsetzung erarbeitet und ein Konzept vorgelegt. Auf eine Rückmeldung darauf warten wir bis heute. Ich möchte damit zum Ausdruck bringen, dass wir an einer Weiterentwicklung unserer Arbeit sehr interessiert sind. Wenn z.B. die Aufgabe der Berufswahlorientierung von den Schulen in unserem Sinne übernommen wird, könnten wir unser Know-how den Betrieben zur Verfügung stellen und sie bei der Gewinnung von weiblichen Auszubildenden mit den bekanntlich besseren schulischen Abschlüssen beraten. Trotz der vielen unversorgten Jugendlichen klagen doch so viele Ausbildungsbetriebe über nicht geeignete Bewerber und fehlenden Nachwuchs. Das o.g. Konzept befasst sich auch mit diesem Thema. An einer Veränderung unseres Angebotes scheint jedoch kein Interesse zu bestehen.

Wirtschaftswetter: Vermuten Sie noch weitere Gründe für das Finanzierungs-Aus, die der breiten Öffentlichkeit bislang noch nicht hinlänglich bekannt sind?

Uta Doberitz: Nach unserer Einschätzung handelt es sich um eine rein politische Entscheidung im Rahmen der Verhandlungen zwischen den beiden Koalitionspartnern über den Landeshaushalt 2007. Das öffentlich gezeichnete Bild von Frauen in NRW hat sich nach der letzten Wahl grundlegend geändert . In den Augen der Landespolitik sollte es die vorrangigste Aufgabe der Frauen sein, dem demografischen Wandel entgegen zu wirken. Dabei wird vergessen, dass die Zahl der Männer, die sich gegen eine Vaterschaft entscheiden, ebenfalls hoch ist. Ausschließlich konservative Werte hoch zu halten, hilft bei der Problemlösung wenig. Dies ist eine komplexe Fragestellung, die auch eines komplexen Lösungsansatzes bedarf.

Wirtschaftswetter: Die Beratungssuchenden standen bei Ihnen Schlange. Die Stiftung Warentest bescheinigte den Regionalstellen das beste Beratungsangebot für Berufsrückkehrerinnen unter allen Konkurrenzangeboten. Die Bundesregierung betont stets die enorme Wichtigkeit der Beteiligung von Frauen am Erwerbsleben, um die deutsche Wirtschaft im demografischen Wandel leistungsfähig zu erhalten. Wie passt das alles mit diesem Finanzierungs-Aus zusammen?

Uta Doberitz: Es passt nicht zusammen. Aber erinnern Sie sich an die Reaktionen unseres Ministerpräsidenten zu der Absicht von Frau Ministerin von der Leyen, zwei von zwölf Monaten Elterngeld nur auszuzahlen, wenn der Vater dann zu Hause bleibt? Von einem Verstoß gegen die Verfassung hat er geredet und von einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. In diesen Köpfen wird noch das „Ein-Verdiener-Frau-betreut-zuhause-die-Kinder-Modell“ angebetet. Die Frage, die sich stellt ist, ob das Interesse der einzelnen Bürgerinnen oder der Kommunen tatsächlich die Grundlage der politischen Entscheidungen der Landesregierung ist.

Wirtschaftswetter: Zum Ende des Jahres 2006 soll also die Finanzierung durch das Land NRW eingestellt werden. Die Regionalstellen werden aber zu 50 Prozent aus EU-Mitteln finanziert. Könnte man damit wenigstens einen Teil der Angebote retten?

Uta Doberitz: 16 der derzeit 46 Regionalstellen Frau & Beruf wurden aus dem EFRE (Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung) mit EU-Geldern ko-finanziert. Diese Regionalstellen befinden sich überwiegend im Ruhrgebiet, im sogenannten Ziel2-Gebiet. Es besteht die Möglichkeit, diese 16 bisher aus EFRE-Mitteln ko-finanzierten Stellen in 2007 - und eventuell auch noch 2008 - mit sogenannten. Ausfinanzierungsmitteln der EU aus der alten Förderphase, die am 31.12.2006 endet, weiter zu fördern.
Da die Landesmittel 2006 nach der 20prozentigen Kürzung für den Erhalt der Regionalstellen im zweiten. Halbjahr nicht ausreichen, erhalten wir einmalig (Arbeitsminister Laumann) eine Finanzierung aus dem ESF (Europäischer Sozialfonds), einem weiteren EU-Topf, aus dem in der derzeitigen Förderphase landesweit Zuwendungen erteilt werden können.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, das Angebot der Regionalstellen in der neuen Förderphase ab 2007 landesweit teilweise mit EU-Mitteln zu finanzieren. Diese Möglichkeit wurde bisher vom Ministerium für Generationen, Frauen, Familie und Integration NRW nicht in Betracht gezogen und an das die EU-Gelder verwaltende Wirtschaftsministerium wurden keine entsprechenden Wünsche signalisiert. Wie das von der EU geforderte Querschnittsziel der Chancengleichheit von Frauen und Männern im Erwerbsleben durchgesetzt werden soll, können wir derzeit nicht erkennen. Wir wissen jedoch, dass wir hierfür eine sehr gute Struktur hätten. Es wird in diesem Fall auf mögliche EU-Zuschüsse verzichtet.

Wirtschaftswetter: Frau Doberitz, was planen Sie und die einzelnen Regionalstellen zu unternehmen, wie geht es nun weiter? Kann es überhaupt weitergehen?

Uta Doberitz: Trotz der Ferienzeit konnten wir sowohl große Teile unserer Partner als auch die Öffentlichkeit informieren. Zahlreiche Pressereaktionen werden zurzeit zusammengestellt. Jede Regionalstelle prüft ihre Reaktionsmöglichkeiten, je nach Träger sind diese sehr unterschiedlich.
Die Hoffnung stirbt zuletzt, solange der Haushalt 2007 nicht verabschiedet ist, kann die Entscheidung revidiert werden. Es liegt auch an den Bürgerinnen und Bürgern, ihren Protest zu formulieren und ihm eine Stimme zu geben.

Weitere Informationen: Regionalstellen Frau & Beruf

2006-07-19 by Angelika Petrich-Hornetz
Text: © all rights reserved Angelika Petrich-Hornetz und Gesprächspartnerin Uta Dobritz
Foto: © all rights reserved Sabine Neureiter
Schlussredaktion: Ellen Heidböhmer

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