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Powerkauer - ein Spiel rund um Obst und Gemüse

Erdbeeren zu Weihnachten. Aber nicht aus Deutschland

von Anne Siebertz

Wo kommen eigentlich die Äpfel her, die wir so ganz selbstverständlich im Februar in den Einkaufswagen legen? Sind es gar noch die deutschen Äpfel aus dem vergangenen Herbst? Mag sein, denn moderne Technik macht’s möglich, Obst so zu lagern, dass monatelang Geschmack, Frische und Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Doch Erdbeeren zu Weihnachen? Wohl kaum. Ein Blick auf die heute obligatorische Kennzeichnung des Herkunftslandes zeigt, dass Erdbeeren aus Marocco oder aus Spanien kommen, Äpfel aus Chile, Kartoffeln aus Ägypten und dass die Kiwi, die wir als hübsche Beilage zum Eis oder im Fruchtsalat schätzen, sogar aus Neuseeland auf unseren Tisch kommt.

Der Bundesverband Verbraucherzentrale hat sich mit der Herkunft von Obst und Gemüse beschäftigt und ist der Frage nachgegangen, wie sich die jederzeitige Verfügbarkeit aller Obst- und Gemüsesorten auf die Lebensmitteltransporte auswirkt. Und welche Belastungen für Mensch und Umwelt daraus wiederum entstehen. Aufgrund der erschreckenden Ergebnisse – eine Verdoppelung der Transporte innerhalb von 20 Jahren – hat die Verbraucherzentrale ein Projekt mit Aktionen für Alt und Jung konzipiert. Das Ziel: Man will die Deutschen wieder mehr für heimische Produkte aus der Region begeistern.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat vor allem die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen ins Visier genommen. Im Rahmen des Projektes „Nähe schafft Vertrauen“ wurde dort ein Spiel entwickelt, bei dem junge Spieler in Grund- und weiterführenden Schulen einen Wettstreit zwischen heimischem Gemüse und einem Schiff aus Übersee antreten. Wer gewinnt, ist nicht vorhersehbar, die Punkte werden erst am Ende gezählt.

ÜbrigensUnter dem Titel „PowerKauer auf Gemüsejagd“ durchwandern die vier sportlichen Kinder Benni, Emma, Klara und Paul ein ganzes Jahr. Dabei erfahren sie viel Wissenswertes und Interessantes über die Herkunft von Obst und Gemüse. Gleichzeitig ist ein Schiff mit exotischen Lebensmitteln auf dem Weg zu unseren Supermärkten. Wer schneller ist, entscheidet sich auf Ereignisfeldern, Weltkartenfeldern und Aktionsfeldern.

Das Spiel richtet sich besonders an Gruppen von 10- 15 Kindern und ist damit für Schulen, Jugendzentren oder Aktionstage bestens geeignet. Da die Spielmatte und die Weltkarte recht großformatig ausgelegt sind, empfiehlt sich ein etwa 25 m² großer Raum. Ausleihen kann man es in den einzelnen Bundesländern auf unterschiedliche Weise. Während einige Verbraucherzentralen eher auf großen Festen oder Messen präsent sind und dort vor Ort mit den Kindern spielen, setzt die Verbraucherzentrale NRW mehr auf die Einbindung in größere Projekte. Daher kann man das Spiel dort gegen eine einmalige Portogebühr von 15 Euro für etwa zwei Wochen ausleihen und sich immer wieder neu auf die Jagd nach heimischem Gemüse machen.

Und auch an die Nicht-Spieler, beispielsweise bei Klassenstärken bis zu 30 Kindern wurde gedacht. Denn: Passend zur Spielanleitung gibt’s auch noch Vorschläge für die parallele Beschäftigung der anderen. So kann beispielsweise ein Elternteil, ein Referendar oder ein anderer Lehrer schon mal eine kleine Erdkundeeinheit machen oder die mitgelieferte PowerKauer-Geschichte über die vier Kinder lesen. Wer sich’s zutraut, kocht mit den Kindern ein saisonales Gericht, erstellt eine Collage über heimisches versus importiertes Obst oder skizziert eine Wochenmarktsituation.
Vorschläge gibt es auch für eine Supermarktrallye mit Fragen wie: Wie viele Apfelsorten findest du im Supermarkt? oder: Welche Blattsalate gibt es zur Zeit und wie heißen sie?

Wenn man den Faden noch etwas weiter spinnt, lassen sich auf diese Weise spannende Projektwochen für die Primar- und Sekundarstufe oder für Ferienspiele erarbeiten, die neben viel Spaß auch Aufklärung in puncto Ernährung, Umwelt und Gesundheit liefern.

2006-07-01 by Anne Siebertz
Text: © Anne Siebertz, im Web:
www.anne-siebertz.de
Fotos © Verbraucherzentrale NRW, Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

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