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Gentests für Schüler?

Prof. Dr. Elsbeth SternEin Kommentar zur Gen-Intelligenzdebatte von Prof. Dr. Elsbeth Stern
Die Frage stellte Angelika Petrich-Hornetz

In der Online-Ausgabe der Zeit spricht sich der Mediziner Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Universität Ulm für die Nutzung von Gentests zur Auswahl von passenden Lernumgebungen und Schulen aus.
Quelle: Zeit-Interview mit dem Mediziner Manfred Spitzer. Wir baten Professor Dr. Elsbeth Stern vom ETH Zürich, Institut für Verhaltenswissenschaften um ein kurzes Statement.

Wirtschaftswetter: Für wie sinnvoll und treffsicher halten Sie die Suche nach einer zur genetischen Anlage passenden Schule?

Prof. Dr. Elsbeth Stern: Die Anfälligkeit für manche Krankheiten und auch Störungen lässt sich tatsächlich aus den Genen ablesen, und wir sollten diese Information nutzen. Wie gut jemand den Dreisatz versteht, englische Sätze bilden kann und die Kommasetzung beherrscht, ist uns hingegen nicht direkt in die Gene geschrieben, deshalb werden hier Genanalysen auch nicht weiterhelfen. Hier müssen wir für alle gute schulische Lerngelegenheiten bereitstellen. Zwar sind Unterschiede in der Lernfähigkeit - also der Intelligenz - teilweise durch Unterschiede in den Genen zu erklären, aber wir haben derzeit nicht die geringste Ahnung davon, welche Gene das sind und wie sie interagieren. Wenn überhaupt, sind das Probleme, mit denen sich die Menschen in 100 Jahren befassen müssen. Derzeit stellt sich für uns die Frage, wie wir die Schule optimieren und dazu gehört auch die Frage, wie man mit den Unterschieden zwischen den Schülern in der Lernfähigkeit umgeht.


2010-11-04 Angelika Petrich-Hornetz
Text: ©Prof. Dr. Elsbeth Stern
Foto: ©Stern, ETH Zürich

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