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Fluffige IFA 2011

Fernsehen satt auf der Internationalen Funkausstellung

von Annegret Handel-Kempf

Irgendwie ist alles fluffig bei der IFA 2011, die vom 2. bis 7. September zu unterhaltsamen Tagen unter dem Berliner Funkturm einlädt: Der Milchschaum der vielen Kaffeevollautomaten, die zum Genießen an den Messeständen verführen, der Seifenschaum in den Waschmaschinen, der in seiner Fluffigkeit beim Energiesparen helfen soll, das 3D-Geschehen auf den PC-Monitoren, das weltneu auch ohne Brille erlebt werden kann.

Und natürlich gibt es Fernseher, in diesem Jahr fast messeflächendeckend dreidimensional. Sie sind schließlich mit den Radios das Grundgestein der Internationalen Funkausstellung. 3D, Smart TV, HbbTV, Hubs, Shutter, Polarisation, Nano Full LED, Apps… die jungen Begriffe aus der IT-Internet-TV-Vereinigung fluffen nur so an einem vorbei, während man von Süppchen zu Süppchen wuppt, das jeder Hersteller speziell angerichtet hat. Zur Einstimmung gibt Wirtschaftswetter einen unvollendbaren Überblick der Highlights.

Braucht ein Zuschauer, der sich entspannen will, das räumliche Fernsehen? Was bietet die IFA Skeptikern, bei denen 3D die Augen anstrengt und den Kopf brummen lässt?

„Warum sollte ich mir das Feature 3D nicht mit kaufen?“, antwortet IFA-Messe-Geschäftsführer Jens Heitecker. Immerhin lässt sich 3D auch in 2D-TV, also in schockerlebnis-freies Normalfernsehen, umwandeln und verbessert dessen Qualität. Doch immer mehr Menschen in Deutschland wollen Krokodile, die aus dem Bildschirm heraus nach ihrer Nase schnappen und ähnliches Mittendrin-Gefühl nicht nur im Kino erleben. Für sie sind die neuen dreidimensionalen Erlebniswelten eigentlich erfunden. „Gerade in den 3D-Fernsehern ist die neueste Technologie der Bilddarstellung verarbeitet“, rezitiert Heitecker. Seine Hoffnung: „Die Haushaltsausstattung bei Flach-TVs ist in Deutschland bei nur 75 Prozent. Die ersten Geräte von 2003 sind schon wieder reif fürs Austauschen“.


Dimensionswechsel

Der große Loewe Art 46 3D konvertiert sogar zweidimensionales Fernsehen in 3D und füllt damit das Vakuum an 3D-Filmen. Für 2D-Fernsehen bieten die 3D-Bildschirme intensiveren Genuss durch höhere Leuchtkraft und Bildwechselhäufigkeit.


3D ohne Brille

Das Toshiba Qosmio F750 ist das weltweit erste 3D-Notebook mit gleichzeitiger 2D- und 3D-Wiedergabe ohne Brille. Effekt: Uneingezwängt Spielen, Schauen, Arbeiten. Ein Knopfdruck und 3D erscheint. Hochauflösende 2D-Inhalte und 3D-Filme kann man sogar parallel sehen. Langeweile im Büro war gestern. „Egal, wo man sich vor dem Display befindet, man hat immer ein perfektes 3D-Bild“, beteuert Europa-Marketing-Chef Sascha Lange.

Die Technologie: Liquid Crystal Polymer (LCP) arbeitet mit polarisatonsabhängigen Linsen. Spezielle Linsen lenken das Licht in unterschiedliche Richtungen und senden somit eine Perspektive zum linken und eine zum rechten Auge. Der 3D-Effekt kann schnell an- und abgestellt werden oder nur lokal durch das elektronische Signal schneller Flüssigkeitskristallzellen kontrolliert werden.

Ein Fernseher ohne 3D-Brille wird von Toshiba auf der IFA nur erst als Prototyp gezeigt, denn die Rechenleistung für 3D ist beim TV schwieriger als beim PC.


Rund-Klang

Volltönender geht kaum: Vertikalen 3D-Kinosound für zuhause liefert das LG HX906TXW-Heimkinosystem. Die 3D-9.1-Blu-ray-Heimkinoanlage hat vier kleinere Lautsprecher auf vier Standlautsprecher aufgesetzt, die Schallwellen an die Decke abgeben und so ein dreidimensionales Klanggefühl bewirken sollen. Die Anlage hat WLAN und Smart TV integriert, um schneller an Online-Filme zu kommen.

An Bongo-Trommeln erinnern die Fidelio SoundSphere mit Airplay, die Luft und iPod, iPhone oder iPads brauchen, um sich bei den Lieblingstiteln einzudocken. Die Philips Lautsprecher aus handgefertigtem Echtholzgehäuse haben keine stabilen Wände, dafür mehr Raum für Töne.

Loewe Airspeaker kommunizieren über eine Luftschnittstelle mit iPod, iPhone, iTunes und iPad, die mit Musikdateien dafür sorgen, dass nicht nur heiße Luft, sondern richtig starker Sound, zu hören ist. Die Koordinaten: zwei Subwoofer, zwei Höhen-Mitten-Töner, 80 Watt.


Glas-Kino

Den weltweit ersten Nano Full LED Polarisationsfernseher mit Cinema 3D-Technologie zeigt LG auf der Funkausstellung: Der LG LW980S hat eine Frontscheibe, die komplett aus Glas besteht, ebenso wie der Standfuß. LG Nano Full LED Cinema 3D bedeutet Polaristationstechnologie, bei der zeilenweise das Bild mit rechtem und linkem Auge zerlegt wird, und eine größere Ausleuchtung, die vor allem in der dritten Dimension wichtig ist, mit Nano Full LED: Die Nano-Folie wird auf 2304 LEDs gesetzt, die dank Folie nicht nach vorne ausstrahlen. Das Licht der LEDs wird gleichmäßig verteilt, die Bilder heller und besser. Toll ist der 178-Grad-Blickwinkel: Anders als bei der meist positionsgebundenen Shutter-Technologie, können unbegrenzt viele Menschen von überall im Raum dreidimensionales TV mit einer 16-Gramm-leichten Brille erleben. Flackern entfällt.


Extrabreit

Der weltweit erste Smart-LED Fernseher im ultrabreiten Kinoformat, ohne schwarze Balken, ist der Philips Cinema 21:9 Gold 50PFL7956K, mit vierseitigem Ambilight-Effekt und Easy 3D (Polarisation). Weil er so breit ist, können auf dem 21:9 Gold nebeneinander ein Film und die Fußballergebnisse angesehen werden.

Riesige 153 Zentimeter-Diagonalen und Internet schmücken den Samsung Smart TV LED UE60D8090 und den UE60D6500.


Erkennbar

Das erste personalisierbare Fernsehen der Welt zeigt Toshiba mit den Modellen WL863G und YL8756. „Persönlich“ ist ihre Fähigkeit, die Gesichter zu erkennen, die sich ihnen nähern, um auf ihren Panels Filme und Bilder zu sehen. Entdeckt Personal-TV einen Bekannten, von dem eines von vier Nutzerprofilen gespeichert ist, gruppiert er die Sender nach dessen Lieblings-Stationen, empfiehlt ihm sein favorisiertes Programm, seine Aufnahmen, passt die Lautstärke an – und provoziert vermutlich Familienzwist, wenn sich Kinder und Eltern zum gemeinsamen Fernseh-Erlebnis versammeln.


Anlehnbar

Der Wall Flex Stand, ein Design-Highlight der IFA, ist ein anmutig um Null bis vier Grad kippbarer und in der Höhe frei montierbarer „Wandlehner“ von Loewe als Aufstelllösung für TVs.


Bastel-Fernseher

Bei der Metz Chorus S LED 200 Media twin R-Manufakturlinie lässt sich der Kunde seinen Fernseher nach seinen Wünschen an Bild-/Tonqualität, Recorder-Ausstattung und optionaler Integrierung des Metz Media Systems bauen, wählt eine von zwölf Farben, hat insgesamt 48 Kombi-Varianten zur Auswahl


Aufsetzbar

Wer smart sein will, muss sich keinen neuen Fernseher kaufen, um Internetangebote und Social Media, wie Twitter und Facebook, auf dem TV-Display zu nutzen. Mit der LG Upgrade Box ST600 können herkömmliche Fernseher, die keine direkte Online-Schnittstelle haben, auf die Inhalte von LG Smart TV und das ganze LG Entertainment Programm, inklusive der unternehmenseigenen Unterhaltungsangebote, zugreifen.

Die VideoWeb TV-Settop Box macht aus jedem Flachbildschirm einen Smart TV. Das kleine Kästchen wird einfach ans Internet und an den Fernseher angeschlossen, und erledigt den Rest alleine. 25 Millionen HD-Flat-Screens, die noch nicht smart sind, können mit solchen Böxchen die aktuelle Multimedia-Technik nachrüsten, danach beispielweise auf Online-Videotheken und Sender-Mediatheken zugreifen.

Philips bringt mit dem vielfältigen Mediaplayer HMP5000 via kabelloser WLAN-Internetanbindung alte Fernseher auf neues Format.


Browser-bar

In Samsungs D7090- und D8090-TV-Serien sind vollwertige Web-Browser integriert, die den Zugang zum kompletten Internet auf dem Fernsehbildschirm öffnen. Navigiert wird über die Fernbedienung oder über die Tastatur eines Smartphones oder Samsung Tabs.


Mitnehmbar

Besonderes Zuckerl bei Samsung: Mit der kostenlosen Smart View-App kann das, was gerade auf dem Fernsehbildschirm zu sehen ist, auf das Display eines Samsung Galaxy-Smartphones oder -Tabs übertragen und überallhin mitgenommen werden. Ab Jahresende soll das Mitnahme-Fernsehen auch mit den mobilen Geräten anderer Hersteller möglich sein.

Noch mehr IFA: End(r)ecken ohne Schrecken: In der dritten Dimension macht sich der Haushalt fast von allein.

Weitere Informationen: 51. IFA - 2. bis 7. September 2011


2011-09-02, Annegret Handel-Kempf
Text: © Annegret Handel-Kempf
Fotos Banner: ©aph

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