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Urlaub auf der Platte - Reise nach Marzahn

Wenn einer eine Reise gewinnt ...

von Anne Siebertz

HimmelblauDer Blick ist einfach umwerfend! Nicht gerade umwerfend schön, aber doch ganz anders als alles, was man so kennt. Aus einer wunderschön gestalteten Wohnung in luftiger Höhe schauen wir auf die Platte. Genauer gesagt auf eine gigantische Plattenbausiedlung im nordöstlichen Berliner Stadtteil Marzahn. Hochhaus an Hochhaus reiht sich aneinander, meist elfstöckig, davor einige sechsstöckige. Hier leben rund 250.000 Menschen auf engem Raum zusammen.

Und ich? Ich mache hier Urlaub! Denn ich habe diese Reise gewonnen, weil ich an einer Umfrage des gemeinnützigen Berliner Vereins Bildungscent e.V. teilgenommen habe. Der setzt sich seit seiner Gründung 2003 bundesweit für die nachhaltige Förderung der Lehr- und Lernkultur in Deutschland ein und versteht sich als Impulsgeber, der die Schulen bei der Umsetzung notwendiger Veränderungsprozesse unterstützt. Konkret bedeutet das ein großes Engagement in der bundesdeutschen Bildungslandschaft mit Projekten, die so klingende Namen haben wie Partners in Leadership, Mitwirkung in Sicht oder Learning by viewing. Und passend auf die sozial geprägten Projekte war auch die Reise zugeschnitten.
Nach der Anreise mit der Bahn erhielten wir noch Tagestickets der Berliner Verkehrsgesellschaften für drei Tage und dann ging’s los zum Hotel.

Was wir dort vorfanden, war einfach genial. In der zehnten Etage eines der vielen Hochhäuser in Marzahn – gut eine halbe Stunde mit der S-Bahn von Berlin Mitte entfernt – befindet sich die etwas andere Pension "himmelhoch c.ehn“. Hinter der schlicht gehaltenen Wohnungstür im Hochhausflur verbirgt sich eine große Wohnung im englischen Stil mit fünf Zimmern, Küche und Bad. Jedes der Zimmer ist so individuell gestaltet, dass man eine Zeit lang braucht, um alle der vielen Details zu bestaunen. So etwa ist das Schlafzimmer mit Doppelbett ganz in blau gehalten und vermittelt mit Leuchttürmen, Möwen und Muscheln eine herrliche Strandatmosphäre. Eines der Kinderzimmer ist im Prinzessinnenstil, das andere mit einem Spinnennetz aus Fäden überzogen. Spider Man lässt grüßen. Der Salon, und anders lässt sich das Wohnzimmer wirklich nicht bezeichnen, ist mit einem typisch englischen Kamin und einem gemütlichen weißen Sofa ausgestattet. Man nennt ihn auch Prince Charles-Suite und das wird jedem, der ihn betritt, sofort klar. Von dort aus geht es zum Chillen nach einem langen Großstadttag in Berlin auf den verglasten Balkon – ein separater Raum mit goldenem Bett und einer afrikanisch angehauchten Wohlfühl-Deko. Nicht zu vergessen das gemütliche rote Esszimmer, auch ganz im englischen Stil.
Ein ideenreich gestaltetes Gästebuch mit vielen lobenden Einträgen lässt erahnen, dass diese ungewöhnliche Pension nicht nur uns gefallen hat, sondern bei Gästen aus dem In- und Ausland auf große Begeisterung stößt.

Entstanden ist die liebevoll eingerichtete Pension aus einem Projekt mit Künstlern aus vielen Städten. Die haben mit den Kindern und Jugendlichen aus Marzahn gestalterisch gearbeitet. Und: „Sie mussten ja auch irgendwo schlafen“, sagt Projektleiterin Marina Bikádi. So wurde die ganz normale Wohnung im Hochhaus, das sich mittlerweile Kulturhochhaus nennt, kurzerhand in die "Pension 11. Himmel" umfunktioniert. Zur Fußball-WM 2006 wollte man internationales Publikum ansprechen und schuf mit dem Stil à la Prince Charles die zweite Pensionswohnung mit dem klingenden Namen himmelhoch c.ehn. In der Gestaltung der beiden Wohnungen verbinden sich Kunst und soziale Arbeit zu einer wunderbaren Einheit. Die am Projekt beteiligten Kinder und Jugendlichen, allesamt Bewohner aus den umliegenden Hochhäusern, durften über jedes noch so kleine Detail mitbestimmen, sei es über die Muscheln im meeresfrischen Schlafzimmer, den Duschvorhang mit Leuchtturmmotiv oder den Spider-Man-Look.

Unten im Hochhaus gibt es den gut besuchten Kinder- und Jugendkeller. Auch hier herrscht bei dem attraktiven Programm Mitspracherecht. Und nicht zu vergessen das täglich ab 9 Uhr geöffnete Hochhauscafé. Dort gibt es unter der Leitung von Sozialpädagogin Marina Bikádi und vieler ehrenamtlicher Mitarbeiter einen gemütlichen Treff für die Anwohner und ihre Besucher. Ebenfalls dort lassen sich die Pensionsgäste mit einem fürstlichen Frühstück verwöhnen, bevor sie sich auf Entdeckungsreise in das pulsierende Berlin aufmachen.
Wir hatten das Großstadtprogramm schon bei einem unserer früheren Besuche absolviert und haben uns dieses Mal eher den ruhigeren Entdeckungen zugewandt. Daher unser Tipp für den Urlaub in Berlin-Marzahn: die "Gärten der Welt", ein ehemaliges DDR-Gartenschaugelände, das nach der Wende auf 21 Hektar zu einem Erholungspark mit verschiedenen Themengärten ausgebaut wurde. Ein Besuch lohnt sich!

Himmelblau     Rotes Zimmer    Küche    Wohnzimmer I    Wohnzimmer II     Balkon    Marzahn I    Wohnzimmer I

Weitere Informationen:
BildungsCent e.V.

Pension 11. Himmel

Gärten der Welt


2011-07-01 Anne Siebertz
Text: © Anne Siebertz
Fotos: ©Anne Siebertz
Illustration Banner: ©aph

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