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Brückentage

Wirtschaftswetter Nachgefragt beim Bayerischen Kultusministerium

von Annegret Handel-Kempf

Warum haben die bayerischen Schüler, im Gegensatz beispielsweise zu ihren baden-württembergischen "Kollegen", an den Brückentagen nicht schulfrei und müssen sogar Prüfungen schreiben? - Viele Eltern, die in großen Unternehmen arbeiten, müssen an diesen Tagen auf Wunsch der Unternehmensleitung "Zwangsurlaub" nehmen, den sie aber nicht für ein Beisammensein mit der Familie nutzen können, weil die Kinder im Unterricht sind.
Am Buß-und-Bettag sind sie mit der umgekehrten Situation konfrontiert.
Lässt sich das nicht besser abstimmen und beispielsweise ein Teil der Faschings- und Herbstferien abknapsen, die für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie - wie der Buß- und Bettag - ebenfalls eher ein Problem, als eine Bereicherung, darstellen?

Häufig bleiben jungen Familien für die schönen Zeiten des Jahres kaum noch gemeinsam verfügbare Urlaubs- und Ferientage übrig, da sich Sandwich-Eltern ja auch um Pflege und Notfälle der Großeltern-Generation kümmern müssen, was ebenfalls viele Urlaubstage kostet.

Ist eine Änderung des Ferienkalenders geplant?

Antwort des Pressesprechers des Bayerischen Kultusministeriums, Ludwig Unger

„Danke für Ihre Anfrage, natürlich kann man für Ihre Argumentation Verständnis haben. Aber: Längere zusammenhängende Ferienzeiten wie an Fasching - also zwischen Weihnachten und Ostern - sowie um Allerheiligen - also zwischen Sommer- und Weihnachtsferien - ermöglichen den Schülerinnen und Schülern ein Stück weit durchzuatmen und sich in längeren Zeiträumen mit durchgehendem Unterricht zu erholen.
Insgesamt darf nach Beschlüsse der KMK (Kultusministerkonferenz: Die Redaktion) die Zahlen der freien Tage eine Anzahl von 75 (darunter 12 Samstage) nicht überschreiten. Wie immer, sehr geehrte Frau Handel-Kempf, Sie die Entscheidung fällen, hier werden immer Argumente für und gegen eine solche Lösung gefunden werden. Bayern hat sich für diese - oben begründete Lösung - entschieden.
Ich möchte nicht eigens ein Argument einbringen, das ich - selbst Vater von zwei Kindern - immer wieder in meinem Bekanntenkreis höre: Dass Mütter und Väter auch mal froh sind, wenn sie einen - vorher bereits planbaren - Tag zur eigenen Verfügung haben.“


2012-05-19 Annegret Handel-Kempf

Text: © Annegret Handel-Kempf und Pressesprecher Ludwig Unger

Banner, Fotos ©aph

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