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Buchbesprechung

"Der Burnout-Irrtum"

von Susanne Hagedorn

Schon seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema Burnout und war deshalb auf dieses Buch gespannt. Allein der Untertitel „Ausgebrannt durch Vitalstoffmangel - Burnout fängt in der Körperzelle an“ hat mich sehr interessiert, aber auch mit Skepsis an es herangehen lassen.

Zunächst einmal haben es die Autorinnen geschafft das äußerst trockene Thema „Zelle“ und alle Zusammenhänge gut zu erklären. Durch praxisnahe Beispiele kann der Leser den Erläuterungen folgen. Jedoch dann stellten sich für mich schon eine Reihe von Fragen:
Das Buch wirkt auf mich wie für Fachleute geschrieben, nicht für Betroffene. War es so auch gedacht? Ein Betroffener mit Burnout ist wahrscheinlich nicht in der Lage, den Texten in einem extrem kleinen Schriftformat zu folgen. Das hätte der Verlag vielleicht anders gestalten können. Die große Menge Theorie macht das Buch trotz der o.g. guten Erklärungen nicht unbedingt attraktiver für Betroffene.

Es werden Grafiken zu Laboruntersuchungen gezeigt, die nach eigenen Angaben beweisen sollen, dass es möglich wäre, anhand einer Blutuntersuchung zu erkennen, ob es sich um einen Burnout handelt.
Nur, wo kann der (womöglich betroffene) Leser in Erfahrung bringen, wo er diesen Test machen lassen kann - und was genau, sagt dieser Test aus? Die Grafiken zum Labortest sind dabei einmal mehr fast nur mit der Lupe zu lesen und darüber hinaus sehr theoretisch . Erst nach langer und intensiver Suche findet sich dann ein Verweis zum Begründer dieser so genannten Cellsymbiosetherapie.
Für den Leser fehlen nach meinem Geschmack die Antworten auf seine Fragen, und zwar einfacher und lesefreundlicher formuliert. Ein Interview mit Nicolai Worm zur Bedeutung von Vitamin D wirkte auf mich persönlich jedenfalls nicht ausreichend informativ.

Fazit: Es sind zwar viele interessante Ansätze angeschnitten worden, doch fällt mir im Bezug zum Titel leider nur der Satz ein, der in Schulen unter Aufsätzen zu finden sein kann: Thema verfehlt. Zumindest wurde der betroffene Leser vergessen. Immerhin liefert auch dieses Buch eine Bestätigung und eine gewisse Motivation Wenn wir einigermaßen gesund leben - vernünftig essen, uns bewegen und für ausreichend Schlaf sorgen - , dann kann jeder mit dem Stress des Alltags besser umgehen. Aber, ob das allein auch ausreichte, um einem Burnout entgegenzuwirken, kann ich zumindest nach Lektüre dieses Buches leider nicht beurteilen.

Infos zum Buch:
"Der Burnout-Irrtum"
Von Uschi Eichinger und Kyra Hoffmann-Nachum
Erschienen im Systemed-Verlag


2012-05-12 Susanne Hagedorn
Text: © Susanne Hagedorn
Fotos Banner: ©aph

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