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Schuhputzer und Ritter

Es war einmal ...

von E&M*

Jeden Sonntag um vier erzählte Ludwigs Vater ihm eine Geschichte über Dinosaurier. Dieses mal war sein Vater aber auf Geschäftsreise und Ludwig wusste nicht wer ihm jetzt eine Geschichte erzählen könnte. Plötzlich kam sein Großvater herein: "Ludwig, alte, kleine Schlafmütze, Lust auf eine Geschichte aus dem Mittelalter?"
Das überraschte Ludwig, sonst sitzt sein Opa meistens im Garten und isst trockenes Brot, aber es interresierte ihn schon was ihm Opa zu erzählen hatte.
"Ok", antwortete er mit gespannter Miene.

Ludwig und sein Großvater gingen ins Wohnzimmer und Opa begann zu erzählen:
"Vor vielen hundert Jahren, da lebte ein starker und mutiger Ritter mit einem treuem Ross und der König brauchte gerade jemanden, der dem fiesen, feuerspeienden Drachen ebenwürdig war, weil der Drache seien Tochter entführt hatte. Aber um diesen Ritter geht es gar nicht.
Es geht um seinen Schuhputzer, der gerade finanzielle schwierigkeiten hatte und unbedingt an den schatz des Drachen kommen wollte.
Aber unbewaffnet und ohne Mut?
Ihm war das jedoch egal. Jedenfalls zog er einfach unvorbereitet hinaus, worüber sich aber der Ritter mächtig ärgerte, da seine Schuhe seitdem immer dreckig blieben.

Der Schuhputzer fand auf seinem Weg ein paar Krabben, er kochte sie und aß sie, als er in einer davon plötzlich einen kleinen Silberschlüssel vorfand.
'Wo der wohl hingehört?', fragte er sich.

Nach ein paar Stunden Suche ohne Fund eines einzigen Drachens, lief ihm ein verbrannter Ritter entgegen, es war sein alter Meister. Dieser trug eine silberne Schatulle in der Hand. Der Schuhputzer fragte ihn, ob er versuchen sollte, diese mit dem Schlüssel aufzuschließen.
Es klappte tatsächlich, und es waren dort eine Goldmünze und ein Dolch drin. Da der Ritter aber sehr geizig war, Schlug der er den Schuhputzer ohnmächtig und nahm die Schatulle mit zu sich nach Hause, um sie seinen Freunden zu präsentieren.
Als der Schuhputzer aus seiner Ohnmacht erwachte, fand er sich in einem Wald voller kleiner Feen wieder. Die hatten ihm wohl das Leben gerettet."

"Aber es gibt keine Feen, Opa!" platzte Ludwig hinein.
"Ok, ok,vielleicht ohne Feen", rettete sich Opa.

Er sprache weiter: "Es klappte tatsächlich, und es waren dort eine Goldmünze und ein Dolch drin. Da der Ritter aber sehr geizig war, schlug er den Schuhputzer ohnmächtig und nahm die Schatulle mit zu sich nach hause, um sie seinen Freunden zu präsentieren.
Als der Schuhputzer aus seiner Ohnmacht wachte, fand er sich in einem Wald voller Waldhüter wieder, die hatten ihm wohl das Leben gerettet. Schuhputzer bedankte sich bei ihnen. Sie gaben ihm daraufhin einen kleinen Beutel mit Proviant, mit, den er, nochmals dankend, annahm.
Am nächsten Tag, als der Schuhputzer weiter durch den Wald wanderte, traf er einen alten zauberer, er gab ihm ein Stück Brot,da der Zauberer sehr hungrig aussah.

Der Zauberer begann zu sprechen: 'Ich kenne tausend Worte und tausend Orte, was ist dein Begehr?'
Frech wie er war, fragte der Schuhputzer: 'Und was ist mit Neuseeland?'
Der Zauberer wiederholte: 'Ich kenne tausend Worte und tausendundeins Orte, was ist dein Begehr?'
'Ich will den Drachen finden und besiegen', antwortete der Schuhputzer.

Der Zauberer sprach nun einen Zauberspruch und kurz darauf fand sich der Schuhputzer auf einmal vor dem Turm des Drachen wieder. Man konnte Feuer aus den Turmzinnen springen sehen. Glücklicherweise wusste man als Schuhputzer wie man Knoten und Schleifen bindet. Der Schuhputzer machte sich also aus ein paar Ranken ein Seil, welches durch den Zauber des Zauberers sehr, sehr haltbar gemacht war. Als der Schuhputzer oben angekommen war, sah er, das der Drache klein und hungrig war, nicht groß und stark, so wie er von allen beschrieben worden war.
Da fiel dem Schuhputzer sein Proviantbeutel wieder ein. Er zog einen Schinken heraus und fütterte den Drachen.
Da der Drache sehr höflich war,ließ er prombt die Prinzessin im Gegenzug frei, das heißt, er zeigte dem Schuhputzer wo der Schlüssel zu ihrem Käfig hing. Doch in diesem Moment kam der Ritter herein, riss den Schlüssel an sich, rannte ins nächste Stockwerk und schloss den Käfig der Prinzessin auf.

Der Schuhputzer war also den ganzen langen Weg bis hierher gekommen, für gar nichts. Doch nun fiel dem Drachen der Schatz wieder ein und er schenkte dem Schuhputzer einen Sack mit Gold daraus. Der Schuhputzer ging hoch zum Ritter und bot ihm den Goldsack gegen die Prinzessin an, die den Ritter sowieso für zu egoistisch und unhöflich hielt, was auch stimmte. Der Ritter griff den Goldsack und rannte mit diesem geradewegs zum Schloss. Doch pfiffig, wie der Schuhputzer war, hatte er zuvor das Gold mit Kartoffeln und Möhrchen aus seinem Proviantbeutel ausgetaucht.
Der verwunderte Ritter fand also Knollen in dem Goldsack.

Der Schuhputzer jedoch, wohnte seitdem zusammen mit der Prinzessin, dem Drachen und einer vollen Geldbörse glükcklich im Drachenturm.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute."

Mittlerweile war Ludwig jedoch längst eingeschlafen.


Noch eine? Hier geht's zur Rittergeschichte aus der vorangegangenen Ausgabe: Rudolf, der Ritter


2013-07-01, E&M*
Text: © E&Mk*, kinderseite@wirtschaftswetter.de
Text: ©E&M*
Foto Banner: ©aph

*Die Kinderautoren und -künstler, aktuell E&M*, die Emils*, Bui*, Wauwau* und Agentenschreck* werden zu ihrem Schutz mit einem Pseudonym* versehen. Leserpost wird an sie weitergeleitet: kinderseite@wirtschaftswetter.de

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