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Unbekannte Anwendung

Die Kosmetik übt den Gruselfaktor

von Angelika Petrich-Hornetz

Zu Weihnachten wurde neben Büchern, Elektronik und Schmuck auch wieder gern Kosmetik verschenkt. Wahrscheinlich habe ich über die Festtage auch wieder zu viel Fernsehen geguckt. Zum Beispiel "Predators" - komisches Weihnachts-TV-Programm, eigentlich. Jedenfalls fiel mir daraufhin gleich auch der Film "Aliens vs. Predators" und die ganze "Alien"-Filmreihe ein - und schon brachte mich der grüne Alien-Glibber (da wo Erdmenschen Blut haben) zum Nachdenken. Das Zeugs neigt ja dazu, dass es durch alle Schutzschilde und Wände geht.

Nach solcher TV-Kost bin ich vielleicht deshalb in allen möglichen Artikeln über Nanokosmetika hängengeblieben, die ausführlich die Vorteile beschrieben, aber auch unisono noch unbekannte Wirkungen beklagten, bedingt durch eben jene Tiefenwirkung, das tiefe Eindringen in die Haut, das im Gegensatz zu herkömmlichen Produkten, wiederrum genau dadurch die positive Wirkung herstellen soll.

Seit Sommer 2013 besteht nun eine Kennzeichnungpflicht, wenn bei Kosmetika Partikel in Nanogröße eingesetzt werden. Dank der Aufklärung und Berichterstattung der vergangenen Jahre, die von allen Seiten durch diverse Verbänden und der Presse erfolgte, wurde diese immerhin möglich, wo sonst Aufsichtsbehörden und Kontrollsysteme einer geradezu galoppierenden Zukunft neuer Produkte und Anwendungen sonst grundsätzlich eher hinterherhinken.

Bild RückenansichtFalls Sie aber eines Tages von einem Alien verfolgt werden sollten und kein Predator Sie retten wird, und Sie dann auch noch keine Neu-Züchtung von Ripley sind, mit entsprechendem giftgrünen Blutbild, dann haben Sie vielleicht das große Glück, genau in dem Moment das richtige Produkt in ihrem Badezimmer vorzufinden, um ein dann dringend notwendiges, kleines Loch in das Sichtfenster ihres Raumgleiters zu ätzen und dem ungebetenen Gast Lebewohl zu sagen - selbstverständlich erst, nachdem Sie sich selbst rechtzeitig angeschnallt hatten.

Die Forschung ist uns immer zwei Schritte voraus und sich selbst mindestens einen. Noch kostet der Flug im "Raumgleiter" zum Beispiel ein paar Millionen Dollar und noch sichtete auch der fünfte Weltraumtourist keinen gefräßigen Außerirdischen. Doch man kann ja nie wissen, wozu morgen die Produkte von heute noch nützlich sein werden.


Weitere Informationen: U.a. der Bund für Umwelt- und Naturschutz e.V. hat daszu einige Infos zusammengestellt, siehe externer Link:
Kosmetik: faltenfrei dank Nano?


2014-01-01, Angelika Petrich-Hornetz
Text: © Angelika Petrich-Hornetz
Foto Banner: aph

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