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Spring Summer 2015 - New York und London

London bringt Farbe in eine sonst eher blasse Anglosphäre

von Angelika Petrich-Hornetz

Spring Summer 2015 Regelmäßig im September versüßen die Modewochen in New York, London, Mailand und Paris Sonnenanbetern den langsam verblassenden Sommer, weil sie einen verheißungsvollen Ausblick auf die nächste Saison geben. Leider sind in diesem Jahr auf den angloamerikanischen Laufstegen auch ein paar echte Scheußlichkeiten um die Wette gelaufen.

New York. Außer Zac Posen und Red Valentino fast nur noch gepflegte Langeweile in New York. Wenigstens auch bei Hervé Leger, Donna Karan NY, Adam Lippes, Brandon Sun, Clover Canyon, Trina Turk und J.Crew wurden neue Schnitte, Farben und Muster präsentiert, die noch darauf aufmerksam machten, dass in New York wirklich Frühlings-Sommer-Kollektionen gezeigt wurden.
Nur Victoria Beckham, Michael Kors und Bibhu Mohapatra verstanden es, zurückhaltende Farben zu schneidern. Der Rest erinnerte eher an Gardinenwerbung oder Lampenschirme aus den späten 1970ern, Schauen für den Herbst und Winter von 1980, selbst Zusammengezimmertes - mit und ohne Militärattitüde - oder an altbackene Einkleidekataloge für senile Senioren, die besonders farblos und gleichzeitig ganz sportlich erscheinen wollten, was irgendwie nicht recht zusammenpasste.
Sind die amerikanischen Babyboomer schon so weit (in die Jahre) gekommen? Eine ziemliche Katatstrophe. Immerhin gab es noch zwei Hände voll Designer in New York zu sehen, die sich tatsächlich etwas Neues für den nächsten Sommer einfallen ließen. So haben die Einkäufer weniger Qual bei der Wahl - und der Abschied nach London dürfte ihnen diesmal relativ leicht gefallen sein.

London. Sogar das Schwarz-Weiß von Jean-Pierre Braganza dürfte im Vergleich zu New York für Frühlingsgefühle sorgen. Ähnlich lässig-leichte Eleganz bei Christopher Raeburn. Die deutschen Zwillinge Felder Felder zitierten zwar die 70er Jahre, aber holen sie in die Gegenwart - rein gar nichts erinnert mehr an altbackende Lampenschirme wie noch zuvor in New York. Saloni zeigte sich wieder als Meisterin von Farbe und Schnitt. Bei Sibling brach der Sommer regelrecht aus und die Schleife am Kopf könnte ein Renner werden.
Selbst die Regenmäntel von Hunter Original und J.W. Andersons Fischerschlapphüte machen richtig Lust auf den Sommer 2015 - egal wie das Wetter auch ausfallen sollte. Marchesa demonstrierte dem Publikum, wie man es anstellt, Frauen eben nicht wie Stoffüberhänge für große Möbel oder Gardinenstangen über den Catwalk latschen zu lassen, sondern mit Spitze und Tüll feinsinnig herauszuputzen.
Mehr der vielen kreativen Designer bei den Schauen SS15 in London schaffen wir an dieser Stelle nicht, das muss auch nicht sein, so wach und präzise, wie sich das üblich verdächtige Gros auch dieses Jahr in London präsentierte. Es sei aber auch diesen Ungenannten zu Ehren noch einmal gesagt: Bis auf ein paar, waren an der Themse zumindest deutlich weniger Scheußlichkeiten zu sehen. Auch hier gab es Models mit ungesunder Gesichtsfärbung und Trampelfüßen zu sehen und die offenbar bei den angelsächsischen Designern für SS15 angesagte Farbe (ausgerechnet!) Rotbraun schafften sichtbar nicht alle so gekonnt umzusetzen wie Matthew Williamson und wie Kate Phelan für Topshop Unique.
Ansonsten war London lässig, vielseitig und schwungvoll (selbst schlichtestes Weiß konnte "sprechen" - statt ein einziges Nichts zu sein), New York dagegen wirkte eher verkrampft, blass und öde. Selbst wenn die Schotten Vivienne Westwoods Statement folgend, Swinging London diese Woche den Rücken kehren sollten, von New York hätten sie nächstes Jahr auch nichts. Im Vergleich der beiden Weltstädte ist es dieses Mal bestimmt nicht Big Apple, sondern eindeutig London, das die ersten Maßstäbe für den Sommer 2015 gesetzt hat.

Jetzt sind wir gespannt, was Mailand und Paris darauf antworten werden.


2014-09-16, Angelika Petrich-Hornetz
Text: © Angelika Petrich-Hornetz
Foto Banner: aph

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