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Tablet für Kinder - Bewegungsfreund mit kleinen Macken

Kurio Tab2 – interaktives Kindertablet für kleine „Indoor“-Sportler im Bewährungstest

von Annegret Handel-Kempf + zwei jugendlichen Testern der Kinderredaktion, die anonym bleiben wollen

Immer mehr Tablets werden speziell für Kinder gebaut und gestaltet. Aus Elternsicht besonders wichtig sind die Beschränkung der Nutzung (auch zeitlich) und die Unverwüstlichkeit des Geräts. Von den Aufsichtspersonen gesteuert wird das Spielverhalten, das auch mit Lernen einhergehen soll, beispielsweise auf speziellen Amazon-Tablets oder diversen Smartphone-Anwendungen.

Aus Spanien kommt ein Android-Kindertablet mit Bewegungs- und Lernspielen, das sich auch als Unterhaltungskünstler für die ganze Familie eignen soll. Beim diesjährigen Kindersoftwarepreis “Tommi” hat das Kurio Tab2 den 3. Platz im Bereich elektronisches Spielzeug belegt. Das Kurio Tab2 hat einen Sieben-Zoll-Bildschirm und ist mit einem MediaTek MTK8127 Quad Core- Prozessor sowie dem Google-Betriebssystem Android 5.0 Lollipop ausgestattet.

Pädagogisch wertvoll hört sich die Bezeichnung „Body Motion Cotroller“ an. Dabei geht es schlicht um 19 Bewegungsspiele, die „Sport“, ausgeführt in einer Entfernung von einem Meter zum Tablet, auslösen sollen, in verschiedenen Sportarten. Die Kinder können in quasi virtueller Echt-Bewegung Mountainbike fahren, paragliden oder zum Tanzwettbewerb antreten. Auch ohne lebendigen Trainingspartner, können Kinder mit realen Schwimmbewegungen ihren virtuellen „Zwilling“, also einen Avatar, auf dem Bildschirm schwimmen lassen, mit ihm über Hürden springen, Skifahren oder im Tor Bälle abwehren. An Donikkls „Fliegerlied“, zu dem komplette Schulen Flieg-, Schwimm- und Springbewegungen aufführen, um während des Unterrichts fit zu bleiben, fühlt man sich besonders beim Raketenrennen erinnert, bei dem die Kids die Arme beim Steuern durchs Weltall ausbreiten und „schweben“.

Im Kurio-Store gibt es über 700 geprüfte und nach Alter gefilterte Apps, die von den Eltern noch zusätzlich (aus)sortiert werden können. Ungeeignete Websites (bis zu acht Kinderprofile lassen sich anlegen) blockiert zudem ein integrierter Spezial-Filter. Vorinstalliert sind über 40 Lern- und Spieleapps plus die 19 „exklusiven und kindgerechten Motion Apps“ für ein bis zwei Spieler. Wer nach echtem Sport vor der Tür sowieso schon müde ist, schätzt möglicherweise „Motion“-faulere Spiele, die vorinstalliert sind oder im Kurio-Store lagern, bzw. über den Zugang zum Google Play-Store beziehungsweise zum Microsoft App-Store ladbar sind. Zwischen beiden Varianten angesiedelt sind Motion-Lernspiele, bei denen Kinder beispielsweise Buchstaben und Zahlen einfangen müssen, um die Aufgaben der Mathe- und Wortbildungsaufgaben zu lösen. Dahinter steckt die Idee, dass man in Bewegung besser lernt und das Gelernte besser haften bleibt (sofern man die Buchstaben und Zahlen auch tatsächlich eingefangen hat…).

Neugierig auf den Kurio machen besonders die Bewegungsspiele in der kalten Jahreszeit, in denen Schulkinder zwischen Hausaufgaben und Dunkelheit oft nicht genügend Sprünge im Freien abbekommen. Die Avatare im Kurio-Spiel bewegen sich dabei exakt wie die Kinder vor dem Display: Eingebaute Kameras machen’s möglich. Wird das Gerät über eine HDMI-Schnittstelle mit dem Fernseher verbunden, wird die Bewegungssynchronisation allerdings ein wenig komplizierter, da das Kind ja im Blick der Tablet-Kamera bleiben muss. Für eine große Gruppe funktioniert die „Motion“-Übertragung auf die Avatars deshalb logischerweise nicht.

Ein Sechs-/Siebenjähriger und eine Zehn-/Elfjährige haben das Kurio2 intensiv getestet. Besonders die Bewegungsspiele, die eine Parallelbewegung auch bei den Eltern verursachten: Zittern!
Denn das Kurio2 hat zwar einen fröhlich-bunten, dicken Gummirand zur Stabilisierung des nicht gerade leichten Geräts beim Halten, der aber zugleich von Nachteil ist:
- Das Tablet lässt sich nicht kippfrei aufstellen, auch nicht in den üblichen Tablet-Ständern.
- Das Display sieht deshalb extrem gefährdet aus, auch wenn es bei den beiden Testern – anders als bei anderen Kurio-Tablet-Usern – selbst während heftiger Bewegungsspiele zu keinem Display-Bruch oder –Riss kam. Ein umklappbarer, gut schützender Deckel, ähnlich den Spezialhüllen von E-Book-Readern, sollte als stabiler Ständer und „unverschlampbarer“ Schutz Standard-Zubehör sein.
- Ebenfalls unangenehm aus Elternsicht: Häufige Abstürze softwaretechnischer Art sowie Aufhängungen. Denn Eltern nutzen die Zeit mit ihren Kindern lieber zum gemeinsamen Lego- und Burgen-Bauen als mit einsamem Tablet-Besänftigen.

Hier nun die Erfahrungen und Meinungen von M1 (6/7 Jahre während der Test-Zeit) und M2 (10/11 Jahre):
Muskelkater ohne Ende! – Warum hatte ich in den Ferien nach drei Stunden Schwimmen in echtem Wasser keinen Muskelkater, nach 20 Minuten Schwimmen mit dem Kurio aber schon?

Dennoch gefällt uns das Tab eigentlich, besonders:
- Es gibt viele vorinstallierte Spiele.
- Eltern können die Spielzeiten verstellen.
- Ein Elternkonto, an das die Kinder nicht rankommen und von dem aus sie vergessene Passwörter der Kinder zurücksetzen können.
- Viele Kinderkonten, auf denen jedes Kind seine eigenen, passenden und bei ihm besonders beliebten Spiele, Levels und Erfolge wiederfindet.
- Eltern können Apps für Kinder freischalten oder auch nicht.
- Kinder können selbstständig Hintergrund, Profilbild, usw. ändern.
- Eltern können das Tablet ebenfalls nutzen, um Dokumente, E-Mails usw. zu schreiben und im Internet zu surfen.
- Super finden wir die Bewegungsspiele, die man auch zu zweit machen kann – das ist besser, als nur am Smartphone oder an irgendeinem Tablet rum zu wischen.
- Kindern kann der Zugang zum Browser verweigert werden. Kinder haben schließlich auch Angst davor, im World Wide Web allein unterwegs zu sein. So fühlen wir uns sicherer und haben keine Angst, unbeabsichtigte Kosten zu verursachen.

Was uns gar nicht gefällt

:

1. Bei manchen vorinstallierten Spielen muss man zahlen, um ins nächste Level zu kommen. Wir dachten, auf solchen Tablets zahlt man nicht mit Geld, sondern mit Fleiß für mehr Spielmöglichkeiten. Damit wird zumindest von mehreren Herstellern geworben! Kinder, die sich Mühe bei den Lern- und Logikaufgaben gegeben haben, finden das ungerecht und gemein. Bei Spielen, die nichts mit Elektronik zu tun haben, wird man höchstens von anderen Menschen ungerecht behandelt, aber nicht von der Technik und den Unternehmen, die damit verdienen.
2. Der Akku ist immer gleich leer. Während das Tablet an seinem kurzen Ladekabel hängt, können und dürfen wir aber nicht spielen.
3. Bei schönem Wetter kann das Tablet Kinder davon abhalten rauszugehen - sich draußen zu bewegen. Das ist dann aber doch schöner, und es macht weniger Muskelkater!“

Technische Daten:
Modell/Serie - Kurio Tab2 motion, Gewicht - 581 g, Produktabmessungen - 24 x 17 x 6 cm, Bildschirmgröße - 7 Zoll, Prozessormarke - MTK, Prozessorengeschwindigkeit - 1,3 GHz, RAM-Größe - 8 GB, Speicher-Art - DDR3 SDRAM, Betriebssystem - Android, Kapazität Lithium-Akku - 14.1 Wattstunden, Gewicht Lithium-Akku 55 Gramm;


2015-11-15, Annegret Handel-Kempf + zwei Mitglieder der Kinderredaktion
Text: © Annegret Handel-Kempf
Foto + Foto-Banner: ©aph

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