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Große Bildschirme, klare Ansagen, Routenplaner- und Reiseführerqualitäten sowie immer mehr Hersteller machen die Wahl zur Qual

Auf der Suche nach dem richtigen Navigationsgerät

von Annegret Handel-Kempf

Navigationsgeräte sind auf der Erfolgsspur unterwegs. Besonders seit die Orientierungshelfer mobil werden, trotz umfangreicher Ausstattung für ein paar hundert Euro zu haben sind und immer mehr können. Der Umsatz mit mobilen Wegweisern, die beispielsweise wie das V7 Nav730 und das V7 Nav740 auch Musik abspielen, erreichte 2007 nach bisherigen Schätzungen des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in Deutschland knapp eine Milliarde Euro. Hier eine kurze Orientierungshilfe durch den Dschungel des zusehends vielfältiger werdenden Marktes.

>AutoNavigationsgeräte werden sicherer, da ihre Handhabung nicht mehr so stark ablenkt: Fingern und Gucken wird durch Sprechen und Hören ersetzt. Beispielsweise der Falk N240L Europe führt einen nach Nennung von Orts- und Straßennamen ans Ziel, ohne dass eine Taste gedrückt werden muss. Auch das TomTom GO 920 T, das Clarion MAX973HD, das Maestro 4225 und das herausnehmbare Panasonic Strada CN-GP50N reagieren auf Spracheingabe.
Beim Falk Marco Polo Interactive F3 und F5 kann auf Blicke auf die Karte am Breitbildschirm verzichtet werden: Das System sagt Straßennamen an, vermeldet auf Autobahnen Richtung und Autobahnnummer und gibt in Städten auf Wunsch detaillierte Auskunft, ob nach rechts beispielsweise auf die Hauptstraße abgebogen werden soll. Auch das Maestro 4225 und das Garmin nüvi 750, 760 und 770 bringen die Straßennahmen zusätzlich zu sonstigen Fahrorientierungsanweisungen zu Gehör.

Überflieger werden gebremst: Ein schriller Ton warnt bei den Falk-Neulingen und beim Panasonic Strada CN-GP50N, wenn eine aktuelle oder permanente Geschwindigkeitsbeschränkung überschritten wird.

Eine intelligente Software hilft bei der Fahrbahnwahl: Der Fahrspurassistent gibt Tipps, wo sich das Auto auf mehrspurigen Straßen idealerweise einordnet, etwa beim Westentaschen-Gerät Navigon 7110, beim günstigen, portablen Navigon 2110 oder beim Falk F3 und F5.

Die Sonne soll nicht mehr stören: Beim Sony NV-U93T regelt ein Helligkeitssensor die Beleuchtung des Displays, so dass sich der Bildschirm selbst bei direkter Einstrahlung problemlos ablesen lassen soll.

Umfangreiche Routen werden geplant und gespeichert: Die Garmin nüvi 700er-Wegweiser berücksichtigen bis zu 200 Ziele innerhalb einer Strecke. Gefahrene Routen lassen sich beispielsweise in Google Earth ansehen.

Der Standort des Fahrzeugs soll sich jederzeit sicher bestimmen lassen, sogar wenn in Tunneln oder tiefen Straßenschluchten keine direkte Sichtverbindung zum Satelliten besteht oder das Signal des Globalen Positionsbestimmungssystems (GPS) sehr schwach ist. Etwa beim Sony NV-U93T, beim TomTom GO 920 T und beim Panasonic Strada CN-GP50N.

Dicke Reiseführer bleiben – zumindest bei Trips in große Städte - zuhause: Der Merian scout Navigator von iPublish und der Falk Marco Polo haben City Guides, also digitalisierte Stadtführer, eingebaut. Merian greift auch auf die Zeitschrift Feinschmecker zurück. Informationen nach Kategorien wie Sehenswertes oder Am Abend werden durch Vorschläge für Städte- und Landschaftstouren ergänzt. Beim scout Navigator vergisst man fast, dass er einen auch zum gewählten Ziel führt, so angenehm plaudert er über Orte, die man nicht verpassen sollte oder wo man gut schlafen und essen kann.

Pannenhilfe kommt auf Knopfdruck: Wenn das Auto liegen bleibt, ruft der Fahrer bei der Maestro-4200-Serie eine Liste mit Werkstätten in der Nähe auf.

Vor Staus wird gewarnt: Die Falk F3- und F5-Navigationsgeräte, mit ihren Breitbildschirmen im 16:9-Kinoformat, geben das Wissen ihres Traffic Message Channel (TMC)-Empfängers über stehenden Verkehr weiter. Der Falk N240L sichert sich über TMCpro-Dienst ab, der die Verkehrslage auf dem deutschen Autobahnnetz nicht nur schneller bringen soll, sondern für seine Stauvorhersagen auch Infrarot-Sensoren und Verkehrsflussdaten verwendet.

Einsteigergerät für Denker am Lenker

Das Einsteigergerät von Tom Tom braust der Konkurrenz in seiner dritten Auflage mit nützlichen Features, wie der Korrektur von Kartenfehlern direkt am Tom Tom One 3rd Edition zügig davon. Die Korrekturen, beispielsweise wenn eine Einbahnstraße ihre Richtung geändert hat, lassen sich sogar mit anderen Nutzern teilen. Ein Hilfemenü berücksichtigt den Stressfaktor in Ausnahmesituationen und listet schnell nahe liegende Krankenhäuser, Werkstätten oder Polizeistationen mit Telefonnummern auf, sagt, wo man genau ist, gibt eine Erste-Hilfe-Anleitung und vieles mehr.

Auto IISuperschnell wird beispielsweise die schnellste Route berechnet. Entscheidet man sich jedoch, von der Vorgabe abzuweichen, da ein Stau droht, ist der TomTom One 3rd Edition erst mal beleidigt und braucht ein bisschen, bis er wieder rechtzeitige Tipps gibt. Ist er einmal auf Autobahnen gepeilt, will er so schnell nicht wieder weg von ihnen, auch wenn man auf Neu-Navigieren geht. Auf Landstraßen vergisst er gerne, mit einem eindringlichen Ton vor überhöhter Geschwindigkeit zu warnen.
Eine spontane Routenänderung von Bad Feilnbach nach Miesbach, statt direkt nach München zu fahren, bestraft er mit der Anweisung kurz vor einem landwirtschaftlichen Forstweg: Jetzt links abbiegen. Die Links-Anweisungen irritieren Ortsunerfahrene sowieso des öfteren: Halten Sie sich links ertönt es auf mehrspurigen Straßen ständig, die aber auch irgendwann nach links führen, wenn man doch eigentlich geradeaus weiterfahren soll. Vielleicht will das durchdachte Navi den Fahrer am Steuer einfach daran hindern, vor lauter Denkentlastung einzuschlafen. Fazit: Empfehlenswertes Einsteigergerät, das ein bisschen menschelt.


2008-02-08 Annegret Handel-Kempf
Text: © Annegret Handel-Kempf

Fotos: © Cornelia Schaible

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