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Buchbesprechung

Ausgebrannt

vorgestellt von Jutta Wilke
Ausgebrannt, Andreas Eschbach, Lübbe Verlag, Februar 2007

Das Thema dieses Sommers: Fortwährend steigende Spritpreise machen die jährliche Fahrt in den Sommerurlaub zu einem teuren Erlebnis. Fast glaubt man, der Autor des Thrillers Ausgebrannt habe in die Zukunft blicken können, als er seinen Roman im Jahr 2007 veröffentlichte.

Bis zum Jahr 2000 geht das Öl aus. Diese Voraussage begleitete den Schriftsteller Andreas Eschbach seit seiner Kindheit. Was passiert aber, wenn das Öl wirklich ausgeht? Wie dramatisch sich das Leben auf unserem Planeten dann verändern wird, beschreibt Andreas Eschbach in seinem Thriller Ausgebrannt.

Markus Westermann will es schaffen – in den USA, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Wie so viele träumt er den American Dream. Im ersten Anlauf scheitert er, doch dann macht er die Bekanntschaft von Karl Block, einem alten Österreicher, der behauptet, da Erdöl finden zu können, wo andere nicht einmal suchen würden. Angesicht steigender Ölpreise glaubt Westermann seine Karriere gesichert, denn Block braucht dringend einen Manager.
Gemeinsam mischen die beiden Männer die Weltwirtschaft auf. Doch dann kommt es zu einer Katastrophe: Das größte Ölfeld der Welt, das Ghawar-Feld in Saudi-Arabien versiegt.
Und damit beginnen die Probleme: Der amerikanische Präsident gibt den Befehl, die saudische Ölindustrie militärisch zu sichern, dies ruft islamistische Fundamentalisten auf den Plan. Die Folge: Unruhen, Kämpfe und die größte Wirtschaftskrise aller Zeiten. Das saudische Königshaus und die CIA sind hinter der Block-Formel her. Doch die Formel selbst kennt selbst Markus Westermann nicht, sie ist ein Geheimnis des alten Block.
Die Welt gerät aus den Fugen. Die USA erlauben Bohrungen im Arctic Wildlife Refuge, während die Ölpreise steigen und steigen. Die Welt, wie wir sie kennen, hört auf zu existieren, das Ende des Erdölzeitalters bringt soziale und wirtschaftliche Veränderungen ungeahnten Ausmaßes mit sich.
Lange Zeit sieht es so aus, als könne Markus Westermann die Welt noch in letzter Minute mit Hilfe des mysteriösen Ölsuchverfahrens retten, ganz wie ein klassischer Filmheld. Doch dann muss Markus feststellen, dass die Dinge in der Wirklichkeit leider nicht ganz so laufen wie im Film ... .

Erfolgsautor Andreas Eschbach malt eine erschreckend realistische Zukunftsvision vom Ende des Erdölzeitalters. Man merkt dem Roman die akribische Recherche und das fundierte Hintergrundwissen des Autors an, was selbst die Passagen, die reine Fiktion des Autors sind, überzeugend und authentisch wirken lässt.
Detaillierte Fakten sind in die abwechslungsreiche Rahmenhandlung eingebettet. Dabei zitiert Eschbach unter anderem die These des Peak Oil, dem Punkt, an dem die Nachfrage nach Öl größer ist als das mögliche Angebot.
Wer den Thriller Ausgebrannt aus der Hand legt, zweifelt bei der nächsten Fahrt zur Tankstelle keine Sekunde daran, dass dieser Punkt weitaus näher ist als bisher angenommen.
Banale Alltagsgegenstände, wie Joghurtbecher, Plastiktüten oder Kugelschreiber gewinnen im Roman angesichts des versiegenden Rohstoffes Erdöl eine völlig neue Bedeutung.
Eschbach bleibt in seinem Roman aber nicht nur bei der Katastrophe stehen. Er blickt in die Zukunft. Und stellt Fragen, die wir uns alle stellen sollten. So ist einfach auf Biosprit umzusteigen keine Lösung, wenn der Preis dafür ist, dass Menschen anderswo verhungern müssen, damit wir Auto fahren können.

In einer Gastkolumne in der ADAC-Motorwelt (Heft 5, Mai 2008) formuliert Andreas Eschbach: „Jetzt haben wir die Chance unsere Zivilisation umzurüsten auf wirklich billige Energien – auf solche, deren Einsatz keine Katastrophen für unsere Kinder und Enkel programmiert. Dazu müssen wir Weichen stellen, und wir sollten es jetzt tun. Zu früh ist es nie. Aber wenn wir warten, könnte es eines Tages zu spät sein.“
Eschbach sagt von sich selbst, dass er mit seinen Büchern Fragen aufwerfen möchte. Dies ist ihm mit Ausgebrannt zweifelsfrei gelungen.

Mehr über den Autor: www.andreaseschbach.de

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2008-07-10 Jutta Wilke
Text: © Jutta Wilke

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