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16 Days - 16 Tage gegen Gewalt

Stand im Jahr 2023 - 75 Jahre Menschenrechte unter Missachtung bis Ausschaltung von Frauenrechten

Die internationale Gemeinschaft beging am 10. Dezember 2023 das 75. Jubiläum der Verabschiedung der allgemeinen Menschenrechte. Dazu gehören unverzichtbar die Frauenrechte, denn Frauenrechte sind nichts anderes als Menschenrechte - für Frauen. Zuvor, am 25. November 2023, fand der alljährliche UN-Tag zur "Abschaffung der Gewalt gegen Frauen" statt. Darauf folgen, seit vielen Jahren traditionell, einst von Frauenrechtlerinnen ins Leben gerufene, inzwischen von der UN übernomme, 16 Tage Aktivismus zur Abschaffung dieser geschlechtsspezifischen Gewalt - bis zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember.

Während sich die öffentlich-rechtliche TV-Berichterstattung auch am diesjährigen, äußerst wichtigen Tag für die Menschheit zur "Abschaffung der Gewalt an Frauen" einmal mehr in engen Grenzen hielt und sich viele Medien und öffentliche Stellen darürberhinaus vor allem auf das Thema "Häusliche Gewalt" beschränkten, Stichwort "Beziehungstat", das zweifelsohne wichtig, aber nicht das einzige Problem ist, spielten sich kurz zuvor in Israel am 7. Oktober 2023 die dramatischsten Szenen geschlechtsspezifischer Gewalt ab, die man seit 75 Jahren auf dem Boden einer Demokratie gesehen hat. Die Reaktion der Vereinten Nationen: Das Offensichtliche wurde ignoriert, die brutale, sexualisierte Gewalt durch bewaffnete Terroristen heruntergespielt, die Opfer mit hunderten toten, verstümmelten und vergewaltigten Frauen und Kindern unter den Teppich des eisernen Schweigens eines angeblichen Kontextes gestellt, der keiner einzigen sachlichen Überprüfung standhalten wird: Es existiert kein Recht auf sexualisierte Gewalt gegen Frauen, nicht in Friedens- und auch nicht in Kriegszeiten. Aber selbstverständlich wollen gewisse Kreise genau das wiedereinführen, weil ihne eine Spaltung der Geschlechter, das Ausspielen gegeneinander selbst am meisten nutzt und rechtgerichtete Kreise verhehlen nicht einmal mehr, dass sie das männliche Geschlecht gegenüber dem weiblichen bevorzugen, aber auch nur dann, wenn es ihrem autoritären Machtmissbrauch nutzt.

Dass dieses inzwischen Offensichtliche selbst in den Vereinten Nationen in jüngster Vergangenheit gänzlich unbekannt geworden ist, erschütterte nicht nur die Opfer des massiven Gewaltausbruchs in Israel und ist ein echter, handfester Skandal. Selbst die UN-Frauenorganisationen und weitere , die sich angeblich für Frauenrechte einsetzen, erwiesen sich in diesem Fall als komplett unfähig, erstens die Lage zu überblicken, zweitens das Geschehen sachlich einzuordnen und sich drittens, wie es ihre Aufgabe gewesen wäre, konsequent auf die Seite der weiblichen Opfer der brutalen Massaker zu stellen sowie deren Schutz vehement einzufordern, darunter die unverzügliche Freilassung von noch 15 bis 17 jungen Frauen in den brutalen Händen der Terrorgruppe Hamas, auf deren Konto diese Gewaltorgie geht.

Das ist aber noch nicht alles. Wenn man sich die 75 Jahre Menschenrechte ansieht, gelten sie nach wie vor weltweit nicht für Frauen, die lediglich im Durchschnitt weltweit nur etwa Zweidrittel der Rechte von Männern innehaben - und ihre noch vorhandenen werden fortgesetzt abgebaut. Von echter Gleichberechtigung ist man im Jahr 2023 meilenweit entfernt: Die Gewalt gegen Frauen nimmt zu, und damit auch alle negativen Folgen daraus für die ganze Menschheit. Der Antisemitismus nimmt ebenfalls zu, womit Jüdinnen doppelt betroffen sind; in gegenwärtig weltweit rund 55 bewaffneten Konflikten, von vorwiegend Männern angetrieben, mit Ausnahme ihrer willfährigen Assistentinnen, fallen immer mehr Frauen und Kinder bewaffneter Gewalt zum Opfer; die Friedensnobelpreisträgerin 2023 sitzt in einem iranischen Knast, und ist zusätzlich zu Peitschenhieben verurteilt worden - weil sie sich wohlgemerkt für Menschen- und Frauenrechte einsetzt; die neue, alte Burschenherrlichkeit zahlloser Staaten, in den Jungen mehr Wert als Mädchen beigemessen wird, jedenfalls so lange diese Jungen im Sinne irgendeines Dikators parieren, fordert wieder harte Männer und schwache Frauen ein; die Rechte von Frauen und Mädchen werden weltweit, jeden Tag weiter eingeschränkt, darunter ihr Recht auf Bildung, Geburtenkontrolle, Arbeit und eigene persönliche Entscheidungen. Anstelle des Rechts auf persönliche Entfaltung wird Frauen und Mädchen von ihren eigenen Regierungen mit zunehmend militaristischer werdenen Strukturen ernsthaft aufgetragen und/oder gar gesetzlich vorgeschrieben, zum Wohle des autoritären Männerstaates gefälligst Kinder zu gebären. Mädchen sollen statt ein eigenes, selbstbestimmtes Leben anzustreben, in immer mehr Ländern wieder dazu "herangeführt" werden, dem Manne Untertan zu sein, schlimmstes Beispiel: Afghanistan. Selbst bei solchen, seit Jahrzehnten bearbeiteten Themen, wie die Verheiratung von Minderjährigen drohen nun alle bisherigen Fortschritte eingestellt und ein um 180 Grad gedrehter Rückwärtsgang eingelegt zu werden.

16 Tage zur Abschaffung von Gewalt gegen Frauen - von Abschaffung meilenweit entfernt

Sexuelle Gewalt der Hamas, externe Seite, spiegel.de, im Interview: → Juristin über sexuelle Gewalt beim Hamas-Angriff

Zitat zu Frauenrechten: "Man kommt sich auf dem Gebiete der Frauenfrage immer wie ein Wiederkäuer vor. Das liegt an der Taktik der Gegner.", von Hedwig Dohm, 1896

Jedes Jahr werden weltweit mindestens 12 Millionen minderjährige Mädchen verheiratet und aktuell bewegt sich nichts. Michelle Obama, Amal Clooney und Melinda French Gates möchten das ändern, externe Seite bbc.com: → "We can end child marriage in a generation"

Frauenhass im Netz - und weit darüber hinaus, Radio-Feature, am 30.11. gesendet, beim SWR, ca. 52 min: → Infos zum Film "Der autoritäre Mann - Doku über Frauenhass im Netz und Gespräch der Autorinnen

Über die neue ARD-Audiothek, externe Seite, ardsounds.de : → Der autoritäre Mann - Die Autorinnen im Gespräch

Frauenfeindlicher Terrorismus. Ende November 2023 ist in Canada erstmals ein Frauenmörder, zum Tatzeitpunkt kurz vor seinem 18. Geburtstag, wegen frauenfeindlichem Terrorismus zur zulässigen Höchststrafe nach Erwachsenenrecht von zehn Jahren ohne Bewährung verurteilt worden. Der Mann hatte einen Mord und einen Mordversuch an zwei Frauen aus dem Motiv Frauenhass und Frauenverachtung begangen, Zitat Staatsanwaltschaft: "Er wollte mit diesen bösartigen Angriffen eine Botschaft der Einschüchterung an alle Frauen und der Inspiration an alle Männer senden. Das heutige Urteil zeigt Frauen und Männern, dass Gewalt, die auf frauenfeindlichen Überzeugungen beruht, als Terrorismus definiert und entsprechend bestraft werden wird", Zitatende, weitere Informationen, Englisch, externe Seite Public Prosecution Service of Canada, vom 28. November 2023: → Court sentences young person as an adult in Murder/Terrorism Case

Freier-Foren. Ein Artikel vom 10. Dezember 2023 (Tag der Menschenrechte) im Tagesspiegel zum Thema Prostitution, externe Seite, tagesspiegel.de: → Betrügen, erniedrigen, missbrauchen - Die menschenverachtende Welt der Freierforen

Friedensnobelpreis-Trägerin 2023 Narges Mohammadi - im Gefängnis. Heute, am 10. Dezember 2023, wurde der Friedensnobelpreis in Oslo, Norwegen an die Kinder der Menschen- und Frauenrechtlerin Narges Mohammadi übergeben. Ihre Kinder nahmen die Auszeichnung für ihre Mutter in Emfpang und verlasen einen von ihr verfassten Text. Narges Mohammadi, die Friedensnobelpreisträgerin 2023 konnte persönlich nicht teilnehmen, weil sie seit acht Jahren in iranischen Gefängnissen festgehalten wird. Gewürdigt wurde Mohammadi für ihr Engagement für Menschen- und Fraurechte im Iran, darunter gegen die Todesstrafe unter großem. persönlichem Einsatz, wie man bereits an den insgesamt 13 Festnahmen ablesen kann, aber auch stellvertretend für die gesamte iranische Frauenprotestbewegung "Frauen.Leben.Freiheit", die sich vor einem Jahr anlässlich des Todes von Mahsa Jina Amini gebildet hatte. Mehrere junge Frauen und junge Männer wurden seit dem Beginn der Proteste im September 2022 unter Missachtung rechtsstaatlicher Prinzipien (u.a. kein Zugang für Rechtsanwälte und Familienmitgliedern zu den Gefangenen) verurteilt. Und immer mehr junge Männer, die sich an den Protesten beteiligt hatten, werden seitdem hingerichtet. Mohammadis Einsatz gegen die Todesstrafe im Iran gilt auch ihnen. U.a. wurde am 21. November 2023 still und heimlich der erst 21-jährige Milad Zohrevand im Oktober 2023 festgenommen, bereits Mitte November in einem Schnellverfahren, ohne anwaltliche Vertretung zum Tode verurteilt. Er soll über seine Exekution am 21. November nicht einmal informiert worden sein. Seiner Familie wurde darüberhinaus keine Möglichkeit gegeben, sich von ihrem Sohn und Bruder wenigstens noch einmal vor seiner Hinrichtung zu verabschieden, wie es selbt im Iran vor der Vollstreckung von Todesurteilen eigentlich üblich ist. Die Beerdigung fand mit wenigen Familienmitglieder unter Bewachung durch zahlreiche Sicherheitskräfte statt, berichteten mehrere NGOs übereinstimmend.
Weitere Informationen, externe Seite nobelprize.org: → The Nobel Peace Prize Award Ceremony 2023

75. Tag der Menschenrechte - nicht für israelische Frauen?

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk äußerte sich in einem am 7. Dezember 2023 veröffentlichten Interview mit Katrin Hondel, ARD, Genf zum 75-jährigen Bestehen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und zum Terroranschlag der Hamas und Hondel fragte nach, u.a. nach der den Menschenrechten für israelische Frauen, die im Oktober 2023 u.a. brutaler, sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren. Inzwischen ist das Video in der ARD-Mediathek mit einer Länge von 10:34 Minuten, inklusive Vorspann und Einleitung in der ARD-Mediathek nicht mehr auffindbar, in der man es nach der Ausstrahlung noch vorfand. In der Mediathek existiert ein neues Interview, aus Dezember 2024 mit anderer Interviewerin, in dem es nun um den 76. Jahrestag der UN-Menschenrechtserklärung geht.Ebenso unauffindbar sind zwei ursprünglich vorhandenen Audioversionen ein und desselben o. g. Interviews, in unterschiedlichen Längen, auch auf www.ardsounds.de/, wo weder das eine, noch das andere Audio vorhanden ist. Darum haben wir alle drei Links zum Interview mit UN-Hochkomissar Türk in 2023 gelöscht, weil diese Hinweise ins Leere führen.

Es existiert offenbar noch dieTextversion, in deren Ursprungsversion im Dezember 2023 einige Fragen und Antworten aus den längeren, informativeren Audioversionen fehlten. Ob das aber auch für die aktuelle Textversion, nach eigenen Angaben vom 09.12.2023, gilt, können wir leider nicht verifizieren, externe Seite, ardsounds.de: UN-Hochkommissar für Menschenrechte "Diese Gewalt muss zum Ende kommen"
Wenn der UN-Hochkommissar für Menschenrechte erst zwei Monate nach den schwersten Massakern in Israel von der seit zwei Monaten für alle anderen sichtbaren Gewalt der Terrorgruppe Hamas gegen Israelinnen erfahren haben will, wirkt das jedenfalls nicht unbedingt professionell, genauso wenig, dass ein historisch wichtiges Interview, ausgerechnet zum 75. Jahrestag des Bestehens der Erklärung der Menschenrechte auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Ein 75. Jahrestag lässt sich nicht einfach wiederholen.

Sexualisierte Gewalt und Frauen als Terror-Beuteware

Eine israelische Mutter fürchtet um das Leben ihre Tochter. Während sich die UN zwei Monate lang zierte, die weiblichen Opfer der Hamas-Massaker angemessen als solche anzuerkennen, ja sogar nur als solche zu benennen, berichtet eine Mutter über einige Fakten des 7. Oktobers 2023, deren Tochter sich immer noch in der widerrechtlichen Geiselhaft dieser Gangster befand, die Menschen wie objektifizierte, entmenschlichte Beutestücke behandelten, die man nicht nur auf jede erdenklich bösartige Art foltern und abeschlachten kann, wie man nur wollte, sondern auch als "Referenz" an einen Diktator gnädigerweise freilässt - was im Übrigen sehr viel über die alte Burschenherrlichkeit aussagt, die gerade eine angeblich "neue Weltordnung" zementieren möchte, die keine neue, sonderen eine total veraltete ist - wie im finstersten Mittelalter. Katar hat alles, was möglich war, getan und Maßgebliches erreicht und danach, an einigen Stellen war es zumindest zu lesen, an die Internationale Gemeinschaft übergeben - und die versagt nun einmal mehr. Spätestens nach dem Bericht dieser Frau sollte Guterres zurücktreten, ebenfalls die gesamte Führungsriege der UN-Women, unbedingt auch die UN-Leiterin der UNRWA, der Leiter der palästinenischen Hilfsorganisation vor Ort und die Leiterin der UN-Afghanistan-Behörde, die fortgesetzt ständig irgendetwas von "Geduld" erzählt, während die Mädchen in Afghanistan nicht einmal mehr unhelligt einen Zentimeter vor ihre Haustür treten können, aber ein Talibanführer ausgerechnet mit einer WHO-Einladung und einem Schengen-Visum lustig durch Europa reist. Wie viele Generationen Mädchen lang will man auch in diesem Fall abwarten, ohne ihre Lage zu verbessern?

Die weltweite "Geduld" der Frauen ist mit der, allen Ernstes gleich von mehreren UN-Schullehrkräften in Gaza bejubelten, sexualisierten Gewalt von bewaffneten, zugedröhnten Männern gegen Leib und Leben unbewaffneter Frauen endgültig vorbei. Die UN benötigt dringend Führung, aber sicher nicht die herkömmliche, die nicht nur in diesem Fall absolut nichts gegen die exorbitant zunehmenden Gewaltorgien und Unterdrückungstrukturen zum Nachteil von Frauen und Mädchen unternimmt, sondern seit Jahren tatenlos zusieht, wie deren Lage weltweit immer prekärer wird.

Dieses Versagen ist die nächste Schande im 21. Jahrhundert, nach der ersten Schande des wieder wachsenden Antisemitismus, als hätte es die deutschen Nazis und den zweiten Weltkrieg angeblich niemals gegeben. Die Israelinnen sind von beidem persönlich betroffen und damit doppelt getroffen. An ihrem 75. Feiertag muss sich die UN fragen lassen, welche Werte sie eigentlich noch vertritt, zum Beispiel, ab wann sie sich, in welcher, exakt zu definierenden Art und Weise einmal ganz konkret für die Menschenrechte von Israelinnen, Palästinenserinnen, Afghaninnen, Iranerinnen, Ukrainerinnen und unzähligen weiteren, jeweils zahlenmäßig nicht zu knapp besetzten Gruppen alltäglich bekriegter Frauen einsetzen will. Die UN hat zu beantworten, ab wann genau diese Frauen überfälligerweise ihre Menschenrechte zurückerhalten werden, nachdem ihnen diese während der Amtszeit von Herrn Guterres brutal und widerrechtlich genommen wurden.
Externe Seite, The Free Press, Englisch, vom 8. Dezember 2023: → The Woman in the Hamas-Video Is My Daughter
Und übergeben Sie endlich alle Geiseln an internationale Organisationen, die diese ihren Familen zuführen können. Denn genau da gehören sie hin!

Fazit: Wenn sich in der UN nichts ändert, und sie nicht endlich mehr Einsatz für Frauenrechte an den Tag legt, endet es wohl ähnlich, wie sie selbst vor einiger Zeit in gelungener Art und Weise vorgeführt hatte, Stichwort Dinosaurier: Wir bekommen irgendeinen, leider übersehenen Asteroiden auf den Kopf oder andere Katastrophen um die Ohren, weil die gegenwärtigen mit Macht ausgestaatteten Herren der Welt zu sehr damit beschäftigt waren, Geld zu scheffeln und sich gegenseitig zu massakrieren und fertigzumachen - und das war es dann, sowohl mit dem angeblich "glorreichen, männlich-dominanten Heldentum" als auch mit der auf diese einseitge Art und Weise "geführte" Menschheit, die sich derzeit vollumfänglich auf einem, sowohl aus der Menschheits- als auch aus der Erdgeschichte altbekannten, nicht übelebensfähigen Holzweg gefräßiger Landwirbeltiere befindet.

#MeToo unless you are a jew

Während die internationale Gemeinschaft, darunter erstaunlicherweise die gesamte UN-Spitze sowie ausgerechnet deren Frauenorganisation UN Women und weitere feministische Organisationen zur brutalen, sexualisierten Gewalt gegen israelische Frauen wochenlang mit Schweigen reagierten, kommt das Thema inzwischen in den weltweiten Frauenzeitschriften an, die spät, aber immerhin überhaupt endlich politischer werden, u.a. aus der schlichten Erkenntnis heraus, dass eines ihrer größten Themen, nämlich die Mode noch nie unpolitisch war und es auch nie werden wird, ganz im Gegenteil: Mode ist die erweiterte Angriffsfläche auf dem altebekannten Schlachtfeld, wer die Deutungshoheit über Frauenkörper inne hat, dessen sich neuerdigns wieder so viele Herrschaften zu bemächtigen versuchen, dass einem nur noch schlecht weren kann.

Zurück in Deutschland, rüttelt zu den angeblichen großartigen Errungenschaften west- und ostdeutscher Gleichberechtigung seit vielen Jahren die Rechtsanwältin und Autorin Christina Clemm auf, die in ihrem Buch "Gegen Frauenhass" aus ihrer beruflichen Erfahrung berichtet, die es in sich hat, und dem wachsenden Hass gegen Frauen in Wort und Tat auch hierzulande mit großer Sorge beobachtet. Sie statuiert darin u.a., dass mittlerweile Gewalt gegen Frauen schulterzuckend hingenommen wird. Für ihre These spricht die Gleichgültigkeit gegenüber der Tatsache, dass in Deutschland allein an jedem dritten Tag eine Frau von ihrem (Ex-)Partner ermordet wird. Die Leser finden in Clemms Buch auch das verbindende Element der Gewalt wieder, die u.a. auch bei der Terrorgruppe Hamas stattfindet: der pathologische Besitzanspruch an den Opfern, dem, siehe oben, sogar die UN inzwischen nichts mehr entgegenzusetzen hat, die Millionen und Milliarden Gelder erhält, um das genaue Gegenteil zu bewirken.

Lesempfehlung und Buchwerbung:

Gegen Frauenhass
von Christina Clemm
256 Seiten
ISBN 978-3-446-27731-1
erschienen im September 2023 bei Hanser-Literarturverlage

"Akteneinsicht" lautet der Titel von Clemms Vorgängerbuch, weitere Informationen über die Webseite der Autorin:
→ AktenEinsicht - Geschichten von Frauen und Gewalt
Das Buch ist im Kunstmann-Verlag neu aufgelegt worden, weitere Infos:
→ AktenEinsicht. Geschichten von Frauen und Gewalt,

Zur Gewaltlage gegen Frauen und Mädchen gibt es viele Veröffentlichungen, bemerkenswert darunter eine deutliche Warnung des Bundes der Kriminalbeamten aus dessen Erkenntnis, dass diese Art von Gewalt ein strukturelles Problem in Deutschland ist, externe Seite, Bund deutscher Kriminalbeamter (BDK) vom 25.11.2025: → Gewalt gegen Frauen auf Höchststand - Alarmierende Entwicklung ist ein Angriff auf unsere Werte und Gesellschaft
Zitat: "Gewalt gegen Frauen ist kein individuelles Schicksal, sondern ein strukturelles Problem - und kann von der Polizei allein nicht gelöst werden." Zitatende

Im Fall Israels betrifft das typische Muster der Entmenschlichung der Opfer auch die männlichen Geiselopfer, die, ähnlich wie weibliche Opfer von i.d.R. männlichen Tätern, ihren Enführern wie eine Sache, ein lebloser Gegenstand "zugeordnet" werden - und aus Judenhass und Menschenhass betroffen sind. Ähnlich wie Frauenrechte nichts anderes sind als Menschenrechte für Frauen, ist Frauenhass auch nichts anderes als gruppenbezogener Menschenhass, womit dieselben Wirkungen und Folgen solcher Taten auch auf die Opfer männlichen Geschlechts übertragbar ist. Außerdem ist bekannt, dass die Zahl sexueller Straftaten gegenüber minderjährigen Jungen steigt, der Grund, warum wir ständig von Frauen und Kindern sprechen, weil bei Gewaltaten an Kindern, zwar Mädchen häufiger Opfer werden, aber zunehmend beide Geschlechter Minderjähriger betrifft.

Wer sich mit dem Thema Frauenrechte und Gewalt gegen Frauen und gegen Kinder beschäftigen muss, hat auch längst bemerkt, das nicht selten Männer, die sich auf die Seite von Frauen- und Kinderrechten stellen, z.B. verantwortungsvolle Väter, die sich auch für ihre Töchter nachvollziehbarerweise eine bessere Zukunft wünschen, als dass diese versklavt, geschlagen, vergewaltigt, ausgebeutet und getötet werden, von gewaltbefürwortenden Männern wie z.B. Terroristen, aber auch unverhohlen von Regierungen besonders hart bestraft werden, was neben solchen Greueltaten wohl so etwas wie eine Botschaft an sie und ihr Umfeld darstellen soll, die männliche Gewaltherrschaft über Frauen tunlichst nicht in Frage zu stellen.

Beobachten kann man das gegenwärtig u.a. im Iran, wo junge Männer, die sich an den Protesten von Frauen gegen die Verschleierung beteiligten, in zweifelhaften Schnellprozessen (u.a. ohne Rechtsbeistand) hart verurteilt und vermehrt hingerichtet werden. Der Unterschied liegt aufgrund des global vorhandenen Machtgefälles zwischen Männern und Frauen vor allem in der Anzahl der Opfer. Aber egal, wer sich diesem Gewaltmodell männlicher Vormachtsstellung verweigert oder zu entziehen gedenkt, wird von dessen Anhängern - darunter auch Anhängerinnen (es gab in der Geschichte u.a. auch Frauen, die gegen das Frauenwahlrecht eintraten) - in jedem Fall von Gewalt bedroht, weil in diesem Gesellschaftsmodell Gewalt systemimmanent ist - und zwar weltweit - und stringent einen pahtologischen Besitzanspruch der Täter enthalten.
In Deutschland spielt z.B. das nach wie vor bestehende Ungleichgewicht von Einkommen und Vermögen zwischen Frauen und Männern eine große Rolle bei häuslicher Gewalt: Wer über kein oder wenig Einkommen und/oder Vermögen verfügt, gilt bei vielen, denen es finanziell blendend geht, selbst in demokratischen Ländern inzwischen als ein angebliches Nichts und Niemand. Längst hat man erkannt, dass sie darum viele Frauen nicht von gewaltätigen Ehemännern trenen können: Sie haben keine Wahl, außer zwischen Pest und Chora, weil sie in jedem Fall Gewalt ausgesetzt sind, entweder durch diejenige des Ehepartners oder durch finanzielle Mittellosigkeit.

Gegenwärtige Strukturen, darunter der seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland bestehende Gender Gap und Pension Gap verleiten autoritäre Männer dazu, wirtschaftlich und finanziell von ihnen abhängige Partnerinnen und Ehefrauen dementsprechend "zu behandeln", d.h. sie nicht zu respektieren, sondern sie auszubeuten und zu benutzen. Das ist kein Problem von Ausländern, wie von einigen Politikern geäußert wird, sondern ein weltweites, unabhängig von der Nationalität großes Problem von zu vielen Vertretern des männlichen Geschlechts als solchem, die sich auf Basis einer wirklichkeitesfremden Anspruchshaltung einbilden, sie hätten ihr Einkommen und Vermögen angeblich ganz allein erwirtschaftet, nämlich angeblich ohne jede Beteiligung anderer daran, insbesondere ohne ihre Mütter, die sie zwei Jahrzehnte lang mühsam großzogen, damit die Söhne überhaupt ihre eigene Karriere starten können; ohne ihre Ehefrauen/Partnerinnen/Freundinnen, die vielfach unbezahlt die zeitraubende Kinderbetreuung übernehmen, damit die männlichen (Ehe-)Partner ihre Karriere ungestört verfolgen und ausbauen können und ohne ihre Schwestern, die im weiteren Verlauf nicht weniger männlicher Erwerbsbiografien auch noch die kostenlose Versorgung der pflegebedürftigen Eltern übernehmen, damit solche Brüder die Früchte ihrer Karriere von Geldeinbußen und Zeitverlusten ganz unbehelligt genießen können, während diese großzügigst, nämlich lebenslänglich von unbezahlten, weiblichen Dienstleistungen profitieren und selbst stets darauf achten, sämtliche Fallen unbezahlter Sorgearbeit tunlichst zu vermeiden.

2023 = Rückschritt auch aufgrund demokratischer Versäumnisse

Zur aktuellen Weltlage kann man demnach durchaus zu der Erkenntnis gelangen, dass auch die westlichen Industrieländern versagt haben, die Widerstandkraft "ihrer" Frauen und Kinder in den vergangenen Jahrzehnten seit der Gewalt- und Schreckensherrschaft der Nazis angemessen zu stärken, sondern sie im Gegenteil, ausgerechent in der Gegenwart des 21. Jahrhunderts wieder derart abgewirtschaftet zu haben, dass ihnen selbst nun schlicht die unverzichtbare Partnerin auf Augenhöhe fehlt, die dem Modell des männliches Alleinherrschers so einiges hinzuzufügen hätte. Statt das überhaupt zu begreifen, endlich abzuändern, manipulieren immmer mehr Irre innerhalb der Geschäftsmodelle superreicher Techbros die männliche Jugend in einem inzwischen nicht mehr vertretbaren Außmaß in die Richtung, dass sie Gewalt über Mädchen und Frauen haben und allen Ernstes ausüben sollen, damit es ihnen angeblich besser als vorher gehe, mit dem "großartigen" Ergebnis, dass eine weltweit wachsende Mehrheit Frauen und Mädchen inzwischen eher einem Bären als einem Mann über den Weg traut. 30 Prozent weibliche Führungskräfte in privilegierten Jobs irgendwelcher Chefetagen und nur 30 Prozent weibliche Abgeordnete im Deutschen Bundestag reichen offensichtlich einfach nicht einmal dafür aus, den Vormarsch häuslicher Gewalt in sätmlichen Gesellschaftsschichten einzudämmen und dem weltweit wachsenden Frauenhass angemessen zu begegnen und schon gar nicht, um die aus den Fugen geratene, gewaltätige Weltgemengelage wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen.

Wenn die Gleichberechtigung als solche in den vergangenen Jahrzehnten stärker als geschehen in den Fokus genommen wäre, hätte wir heute wohl kaum diese neue Gewaltwelle gegen Frauen und Kinder, die von autoritären Staaten neuerdings auch noch als eine angebliche "Neue Weltordnung" verkauft werden soll. Dabei handelt es sich in Wirklichkeit um das überholte, veraltete, westliche Lebensmodell der Unterdrückung der dem Mann zugeordneten Frau als solcher, - die neuerdings lediglch als dessen persönlicher Besitz definiert werden soll und sich im Übrigen ihr Wahlrecht in sämtlichen westlichen Demokratien außerordentlich mühsam und höchstpersönlich hatte erkämpfen müssen - gegen den vehementen Widerstand einer Mehrheit herrsüchtiger Männer und ein paar ebensolcher Frauen.

Die nun angestrebte "neue Weltordnung" gewisser Staaten, die gegenwärtig damit auffallen, "ihre" Frauen wieder zum Alleinmuttermodell und Kinderkriegen zu animieren, strebt somit absolut nichts Neues an, ganz im Gegenteil. Sollten sich dieser krude Plan etwa global durchsetzen, den Frauen auch noch ihre bis heute viel zu wenigen, vorhandenen Rechte zu nehmen, wird als erstes die Gewalt gegen Frauen weltweit noch massiver ansteigen, als in der jüngsten Vergangenheit bereits geschehen und genau diese Entwicklung wird gegenwärtig immer sichtbarer.
Wer kann so verantwortungslos sein, so etwas Grauenhaftes allen Ernstes seinen eigenen Staatsbürgerinnen, Müttern, Ehefrauen, Partnerinnen, Töchtern, Schwestern, Cousinen, Freundinnen, Kolleginnen und Nachbarinnen, erstens, als vermeintliches Erfolgsmodell verkaufen zu wollen - und zweitens, überhaupt allen Ernstes solch eine widerwärtige, gewaltätige Unterdrückung anzutun? Es droht damit nichts weniger, als dass die Welt mit diesem Plan von einseitig männlich-autoritär geprägten Gewalt- und Unrechtsstaaten übersät sein wird, die vor allem für Frauen, aber auch für alle rechtschaffenen Männer nicht mehr bewohnbar sein wird. Wer auf solch eine zweifelhafte Erfolgsgeschichte "tausendjähriger" Unterdrückerregime verzichten möchte, sollte sich jetzt aber schleunigst etwas wirklich Kluges in Form von strukturell, wirksamen Gegenmaßnahmen einfallen lassen, die kleine Jungs, anders als Anfang der 2000er Jahre in Ruhe lässt, sondern sich gezielt erwachsenen Männer zuwendet, die so gewaltätig gegen Frauen und Kinder handeln, wie sie handeln, weil man sie lässt.


2023-12-11 und 2023-12-14, aktualisiert 2026-05-09, Angelika Petrich-Hornetz, Wirtschaftswetter
Text: ©Angelika Petrich-Hornetz, Wirtschaftswetter
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