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Weltverbrauchertag

Poor pay more - Wer arm ist, zahlt mehr

von Angelika Petrich-Hornetz

Heute vor 42 Jahren, am 15. März 1962 formulierte John F. Kennedy vor dem US-Kongress die vier Grundrechte des Verbrauchers: the right to safety, the right to be informed , the right to choose , the right to be heard - das Recht auf Sicherheit, das Recht informiert zu werden, das Recht zu wählen, das Recht gehört zu werden. Seitdem wird der Weltverbrauchertag international begangen, um den Verbraucherschutz in Erinnerung zu bringen. Das Thema in diesem Jahr heißt: Poor Pay More - Wer arm ist zahlt mehr

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen übersetzt für Deutschland: Gute Konditionen für gute Kunden - und wo bleiben die anderen? und greift damit ein ziemlich unangenehmes wie ernstes Thema auf, nämlich die immer mehr um sich greifende Ausgrenzung von Armen von der Teilnahme am alltäglichen Leben, und Menschen, die sich im Dschungel von Regeln, Verträgen, Kniffen, Vorschriften und Gesetzen nicht mehr auskennen und so übervorteilt werden.
Der VZBV wörtlich, Zitat: "Es gibt zu viele finanzielle Analphabeten, nur jeder zwanzigste Deutsche verfügt über ein gutes oder sehr gutes Wissen in finanziellen Fragen."
Dass die Vorwürfe nicht aus der Luft gegriffen sind und in folgendem Fall auch bessere Kentnnisse von finanziellen Angelegenheiten nicht viel nützen dürften, zeigt die Untersuchung der Hamburger Verbraucherzentrale, die die Geschäftsbedingungen von Banken unter die Lupe nahm und feststellte, wer besonders arm ist, bezahlt in vielen Banken auch noch besonders hohe Gebühren.

Ganz andere Sorgen hat die Internationale Verbraucherorganisation Consumers International. Dort geht es nicht um Girokonten und Kredite, dennoch dasselbe Thema: Ausgrenzung. Der Tag des internationaleen Verbraucherschutzes wird unter das Thema Wasser gestellt und hier ist Lage sehr ernst, denn beleibe nicht jeder auf dieser Welt hat genug zu trinken und wenn, müssen nicht selten lange und gefährliche Wege dafür aufgenommen werden wenn das überhaupt möglich ist. In den letzten Jahren verschrärfte sich die Situation bedrohlich, und zwar durch die

Privatisierung von ehemals staatliche Wasserwerken. Wasser wird für immer mehr Menschen zum unerschwinglichen Gut und damit nimmt das Thema Ausgrenzung hier Formen an, die weit über reinen Verbraucherschutz hinausgehen. Zum Beispiel haben 40 Prozent der afrikanischen Bevölkerung, 15 Prozent der lateinamerikanischen und 19 Prozent der asiatischen Bevölkerung keinen direkten Zugang zu Trinkwasser. Zur Webseite von Consumers International

Kommentar: Lassen Sie sich als Händler, Unternehmer und Verkäufer von einem wütenden Kunden also nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil, seien Sie froh, dass es ihnen beiden noch so gut geht, dass sie verhandeln können. Hoffen wir, dass der Weltverbrauchertag dazu beiträgt, dass nicht nur Verbraucherschutzgesetze in Erinnerung gerufen werden, sondern bewusst wird, welche gefährlichen Auswirkungen der immer größer werdende Graben zwischen ganz arm und ganz reich für die gesamte Weltwirtschaft haben wird. Kaufkräftige Konsumenten von morgen sind nur diejenigen, die schon heute gut behandelt werden.

Verbraucherzentrale Hamburg, Umfrage zum Weltverbrauchertag 2017

2004-03-15 (update: 2017-03-15) Angelika Petrich-Hornetz
Text: © Angelika Petrich-Hornetz
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