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Wirtschaftswetter-Ressort NewsLiebe Leserinnen und Leser,

willkommen in den aktuellen Wirtschaftswetter-Nachrichten im Juni 2026. Die Nachrichten aus den Vormonaten und Vorjahren finden Sie ganz unten - und im:
Archiv.


News - Nachrichten - Juni 2026

aktuell

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2026-06-29 ... Wie viel kostet Sorgearbeit? - wenn diese marktüblich bezahlt werden müsste? Gegenwärtig bezahlen (nicht nur) in Deutschland die Sorgearbeit vor allem diejenigen, die sie ausführen müssen, "dürfen" oder noch können. und zwar mit den seit Jahrzehnten bekannten, nicht selten lebenslänglichen Folgen, von denen eine durch Sorgearbeit eingeschränkt zur Verfügung stehende Erwerbsarbeitszeit, finanzielle Abhängigkeiten bis hin zu Sozialleistungsbezug oder Altersarmut die bekanntesten sind. Häufigster Grund der undankbaren Übernahme unbezahlter Arbeisleistung: weil sich sonst niemand findet, sich dazu bereit erklären, die Verantwortung zu übernehmen und diese z. T. körperlich schwere Arbeit über Jahre und Jahrzehnte ausführen kann oder will. In der Schweiz ist man fortschrittlicher und rechnet das einfach mal ganz beherzt aus: Der Schweizer Rundfunk (SRF) hat bereits im Dezember 2025 einen durchaus vorsichtig titutlierten, "anderen Lohnerechner" veröffentlicht, in dem zumindest die Schweizerinnern und Schweizer ausrechnen können, wie viel sie, gemessen an den üblichen Marktpreisen vor Ort, in der Schweiz wirklich ökonomisch wert sind.
Man kann sich die Zahlen in Euro übersetzen oder die marktübliche Preise hierzulande exakter ermitteln (u.a. über Verbände, Gewerkschaften, Arbeitsverträge, Tarfiverträge oder mit Unterstützung statistischer Ämter oder auch zunächst ganz bescheiden den Mindeslohn heranziehen - oder weiter darauf hoffen, dass sich auch hierzulande jemand für das Thema interessierte, was das eigentlich in Euro kosten würde. Recherchieren Sie, als regelmäßig sorgearbeitende Mutter, Vater, Ehepartner*innen (z.B. was 43 Prozent mehr Sorgearbeit pro Woche von Frauen kosten würde), Geschwister, Großeltern, Nachbarinnen etc. (wir finden aktuell leider keine Zeit hierfür) mit KI, vergessen Sie bitte nicht, die Quellen zu überprüfen. Bis dahin viel Spaß, mit den Schweizer Preisen, die sind natürlich nicht ohne: → Der andere Lohnrechner - Lohn für Haus- und Familienarbeit? So viel wert wäre Ihre Arbeit!.

... Durchschnittlich ein Fünftel kann sich keinen Urlaub leisten. In Deutschland kann sich mit 21 Prozent über ein Fünftel der privaten Hasuhalte oder 17,3 Millionen Menschen nach eigenen Angaben auf Basis von Daten im Jahr 2025 keine Urlaubsreise leisten, damit unverändert zum Vorjahr 2024, 2023 waren es noch 23 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am 23. Juni mitteilte. Unter den einkommensschwachen Haushalten (bis 1.600 Euro Nettoäquivalenzeinkommen*) in Deutschland muss eine einwöchige Sommerferienrise sogar bei 48 Prozent ausfallen. Im statistischen EU-Durchschnitt entfällt die Sommerfrische in 28 Prozent aller Privathaushalte, darunter in Rumänien in 61 Prozent, in Griechland in 47 Prozent, in Bulgarien und Ungarn in je 39 Prozent, in Luxemburg in 11 Prozent, in Schweden in 12 Prozent und in den Niederlanden in 13 Prozent der Haushalte. Besonders betroffen sind stets Haushalte mit nur einem Ewerbseinkommen. Bei Alleinlebenden fällt der Sommerurlaub in 29 Prozent der privaten Haushalt aus, in Alleinerziehenden-Haushalten bei 39 Prozent. In Haushalten mit zwei Erwachsenen ohne Kinder bei 16 Prozent und in Haushalten mit zwei Erwachsenen mit Kindern bei 18 Prozent.
*Nettoäquivalenzeinkommen pro Haushalt von 1.600 bedeutet bei 2 Personen im Haushalt: 2.400 Euro, bei zwei Erwachsenen und einem Kind unter 14 Jahren im gemeinsamen Haushalt: 2.900 Euro

... Mit den Babyboomern verschwinden in den kommenden 15 Jahren 30 Prozent der Erwerbspersonen vom Arbeitsmarkt. Wie das Statistische Bundesamt ebenfalls am 23. Juni meldete, werden in den kommenden 15 Jahren nach ersten Ergebnissen aus dem Mikrozensus 2025, bis zum Jahr 2040 rund 13,3 Millionen Erwerbspersonen das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren erreichen. Damit fallen etwa 30,0 Prozent aller Erwerbspersonen weg, die in 2025 noch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standen. Hinzu kommt, dass die Erwerbstätigenquoten der sogenannten Babyboomer über alle Altergruppen hinweg relativ hoch ausfallen und sie vor allem gemessen an ihrer Anzahl der Erwerbspersonen, in Relation zu den jüngeren Jahrgängen - mit dort genauso hohen bis noch höheren Erwerbstätigkeitsquoten, zahlenmäßig stets überlegen sind; unter den 55 bis 64-Jährigen stellen die Babyboomer noch rund 10 Millionen Erwerbspersonen.

Bei den nachfolgenden Jahrgängen wird die personelle Besetzung dünner: Unter den vorhandenen 35- bis 44-Jährigen finden sich noch 9,9 Millionen Erwerbspersonen und unter den 45- bis 54-Jährigen sind 9,1 Millionen Erwerbspersonen vorhanden. In der Altergruppe der 25- bis 34-Jährigen schrumpft deren Anzahl auf noch 8,8 Millionen Erwerbspersonen zusammen, weil, wie zuvor, schlicht und einfach nicht mehr Personen dieser Altergruppe vorhanden sind. Damit sind in Generation Y bereits deutlich weniger Erwerbspersonen als bei den Babyboommern vorhanden und das wird sich fortsetzen; in der jüngsten Altergruppe von unter 25 Jahren existieren aktuell nur 4,5 Millionen Erwerbspersonen, die sich z.T. allerdings noch in Ausbildung befinden. Weitere Informationen, destatis.de: → 13,3 Millionen Erwerbspersonen erreichen in den nächsten 15 Jahren das gesetzliche Rentenalter. Aus diesen Zahlen lautet das Ergebnis nach aktuellem Stand: "Jüngere Altersgruppen werden ältere zahlenmäßig nicht ersetzen".

Mit Stand vom 1. Juli 2025 bezogen 21,5 Millionen Personen eine eigene gesetzliche Rente, damit +3,2 Prozent mehr als im Juli 2015. Hinzu kommen mit Stand vom 1. Januar 2025 nach dem deutschen Beamten- und Soldatenversorgungsgesetz rund 1,4 Millionen Personen des öffentlichen Dienstes, die eine Pension erhalten, +17,7 Prozent mehr als im Jahr 2015, womit bereits gegenwärtig rund 23 Millionen Menschen im Alterruhegeldbezug zu versorgen sind.
Der durchschnittliche Rentenbezug lag im Jahr 2024 bei 20,5 Jahren, 2004 waren es 16,9 Jahre. Der Alterquotient (Zahl der Personen im Rentenalter in Bezug auf 100 Erwerbspersonen) lag im Jahr 2024 in Deutschland durchschnittlich bei rund 33 Personen. Im Jahr 2000 lag der Alterquotient in ost- und westdeutschen Flächeländern noch fast gleichauf. Seitdem driftet die Entwicklung auseinander: Im Jahr 2024 betrug der Altersquiotient in westdeutschen Flächenländern 32 und in ostdeutschlen Bundesländern 42 Personen pro 100 Erwerbspersonen; in allen Stadtstaaten fiel der Alterquotiont im Jahr 2024 durchschnittlich mit 26 deutlich niedriger aus.

Diese und weitere Zahlen, Daten, Fakten zum Thema Rente, finden Sie im Angebot des Bundesamtes für Statistik, externe Seite, destatis.de: → Rente und mehr - Daten zur Alterssicherung
Quellen: destatis.de

2026-06-23 ... Bundesweite Funkstörung - Zugverkehr steht still. Die Deutsche Bahn meldete am Dienstag über eine Störung des digitalen Bahnfunks GSMR. Bundesweit werden vorläufig alle Personenzüge in Bahnhöfen zurückgehalten. Die Arbeiten an einer Entstörung dauern an. Weitere Informationen im → Newsblog der DB. Auch regionale Zugebetreiber informieren ihren Kunden und bitten darum, von Bahnfahrten und Anreisen zu Bahnhöfen abzusehen und vorerst auf alternative Verkehrsmittel u.a. Busverkehr, Busersatzverkehr oder private Fahrgemeinschaften mit dem Auto umzusteigen, solange die flächendeckende Störung im Zugfunk anhält, u.a. erixx in einer Warnmeldung, die von "massivem Einschränkungen im Bahnverkehr" berichtet und heute nicht mehr mit einer Wiederaufnahme des Zugverkehrs zu rechnen sei. Ebenso lautet die Infomeldung auf der Webseite bahnhof.de, auf der über eine "Betriebseinstellung ab ca. 00:00 Uhr" beauskunftet und Reisende darum bittet, sich vor jeder Anreise zu einem Bahnof hinreichend über die aktuelle Lage vor Ort und möglichen Verbindungen zu informieren. In Berlin sind auch die S-Bahnen betroffen.
Update, 00:30 Uhr, inzwischen meldet u.a. erixx-holstein, dass der Zugverkehr auf einigen Strecken inzwischen Schritt für Schritt wieder aufgenommen werde. Das dauert, so dass noch mit großen Einschränkungen wie Zugausfällen und außerplanmäßig fahrenden Zügen weiterhin zu rechnen ist. Bahnreisende sollten sich daher auch am Mittwoch unbedingt vorab über ihre Züge und Verbindungen auf dem Laufenen halten und grundsätzlich Zeit und Geduld mitbringen. Die DB verteilte in einigen Bahnhöfen zuvor bereits Hotelgutscheine und Taxischeine und richtete Aufenthaltszüge ein. Auch die metronom meldet die schrittweise Wiederaufnahme ihres Zugverkehrs mit noch andauernden Unregelmäßigkeiten. Die ursächliche Funkstörung konnte inzwischen behoben werden, meldet die DB, deren Ursache öffentlich noch unbekannt.
Quellen: bahn.de, erixx-holstein.de, bahnhof.de, strecken-info.de, sbahn.berlin, der-metronom.de

2026-06-21 ... Rentenreform. Die Rentenkommission will ihre ausgearbeitete Rentenreform am Dienstag, 23.06.2026 der Öffentlichkeit vorstellen, die insgesamt 30 Punkte umfassen soll. Ein paar davon sind in groben Zügen bereits öffentlich geworden, u.a. soll eine Anpassung des Ruhestandseintritt an "die" Lebenserwartung gekoppelt werden, in Medienberichten häufig mit dem Verweis auf mehrere Staaten im Ausland verbunden, in denen das bereits Gültigkeit habe. Hierzu kann man den Reformern nur wünschen, dass sie erstens den höchst unterschiedlichen Alterruhestandseintritt in Theorie (gesetzlich) und Praxis (tatsächlicher Ruhestandseintritt), zumindest innerhalb der Länder in der EU genau analysiert - sowie die Einflüsse von gleich mehreren Faktoren, u.a. die hierzulande nicht zu knappen Einkommensunterschiede, die unterschiedlichen Gesundheitbelastungen und -risiken der verschiedenen Berufe, die Umgebungs- und Umweltfaktoren, inklusive unterschiedlich mit Erwerbspotenzial besetzte Haushalte, von Wohngegenden und deren gesundheitliche Einflüsse in die Ermittlung von Lebenserwartungen einbezogen hat, die dementsprechend ebenfalls höchst unterschiedlich ausfallen und zusammengefasst, "die" Lebenswartung deutlich steigern oder senken können. Allgemeiner bekannt ist gegenwärtig immerhin, dass Personen in wohlhabenden Hausehalten mit einem hohen Einkommen plus Vermögen, die in gut ausgestatteten Wohngegenden leben, deutlich länger leben als Personen in armen Haushalten in deutlich belasteter Wohnumgebung, z.B. mit schlechter Verkehrsanbindung, dürftiger Infratstruktur in viel zu kleinen Wohnungen.

Den größten Einfluss auf die Lebenserwartung erwerbstätiger Personen haben bereits die berufsbedingten Arbeitsbedingungen, darunter zuvorderst die körperliche Belastung, aber auch Arbeitszeiten und das Unfallrisiko betreffend, z.B. ob Nacht- und Schichtarbeit zum Berufsbild gehört oder nicht, gefolgt von einem Umgang mit gefährlichen Stoffen und Geräten, Methoden, Waren, Arbeitstechniken etc., von zu bewältigenden Arbeitswegen (Homeoffice oder Präsenspflicht, Auto für Arbeitswege vorhanden oder nicht) abhängt und von der Bezahlung, ob diese auskömmlich ist oder Erwerbstätige ihren angeblichen Feierabend u.a. damit verbringen müssen, Anträge auf Sozialleistungen zwecks Aufstocken zu stellen, statt sich vor dem nächsten anstrengenden Arbeitstag entspannen zu können. Nicht selten zählen auch pflegebedürftige Angehörige und Kinder zu den Einflussfaktoren, erst recht bei schlechter Infrastruktur (u.a. weite Schulwege), die einen Feierabend unverschuldet belasten bis verunmöglichen können. So haben einschlägige Institute u.a. herausfinden können, dass durchschnittlich zwei Kinder eher gesundheitsfördernd auf Eltern, insbesondere auf Väter wirkten, weniger oder mehr als zwei aber auch negativ, abhängig vom Einkommen und weiteren Faktoren, siehe unten, unter den Quellen.

Die Wirkung all dieser Faktoren, deren Erfassung umsetzbar ist, auf "die" Lebenserwartung fällt derart unterschiedlich aus, dass man vor einer Fortsetzung eines sehr pauschal angelegten Eintrittsalters in den Altersruhstand aufgrund einer ebenso grob-pauschalierten Lebenserwartung warnen muss. Wer bis zum 75. Geburtstag verstirbt gilt, als "früh verstorben", ein medizinsch und demoskopisch sogenannter "vorzeitiger Todesfall", der i.d.R. vermeidbar wäre. In Bezug auf die aktuell geltende Altergrenze, die in Kürze auf glatte 67 Jahre angestiegen sein wird, bedeutet dies zum Beispiel, dass ein körperlich stark beanspruchter Beschäftigter, der 1964 geboren wurde und im Jahr 2031 mit 67 Jahren in Rente oder Pension geht, aber bereits "überraschend" mit 75 Jahren verstirbt, einen Bezug von Alterruhegeld von gerade einmal 8 Jahren erleben durfte.

Dessen Chance, dass er von seinen schon lange vorher in den Ruhestand gewechselten Vorgängern, die bereits ab 58, 60, 63 oder 65 Jahren nicht mehr erwerbstätig sind, weil sie sich einen frühzeitigeren Pensions-/Renteneintritt mit Abschlägen (unter Ausnahme derjenigen mit gesundheitlichen Problemen) finanziell schlicht leisten konnten, in der Lebenserwartung um viele Jahre deutlich überholt wird, ist somit nicht kleinzureden: Es ist längst nachgewiesen, s.u. Quellen, dass körperlich wenig belastende Berufe, insbesondere mit einem hohen Einkommen und weiteren gesundheitsfördernden Faktoren gepaart, s.o. z.B. max. zwei Kindern, eine Renten-/Pensionsbezug von rund 20 Jahren und mehr ermöglicht, im Gegensatz zu den maximal 8 Jahren des beispielhaften o. g. Frühverstorbenen.

Dieser Unterschied in der Lebenserwartung, der insbesondere mit der Höhe des Einkommens und der körperlichen Arbeitsbelastung, inklusive der auch in der Sorgearbeit nachweisbaren, siehe oben Anzahl der Kinder, zusammenhängt, muss einberechnet werden, wenn man die Systeme Rente und Pension generationsgerecht und zukunftfähig gestalten will. Ganz konkret und auf einen "die Lebenserwartung" abgestellten Renteneintritt heißt das in einfach ausgedrückt: Der Dachdecker und die Dachdeckerin müssten allein schon aufgrund ihrer starken körperlichen Belastung im Beruf deutlich früher in den Ruhestand gehen dürfen, als Professoren, Manager und hohe Beamte, weil der als Sinnbild für körperliche Belastung stehende Dachdecker, einen, wie bereis mehrfach politisch geforderten, Renteneintritt mit 69 Jahren schlicht und einfach nicht überleben wird oder zumindest nicht sehr lange. So viel Ehrlichkeit und Realitätssinn darf es dann schon sein.

Zu weiteren, körperlich stark belasteten und unfallgefärdeten Berufen gehören unter vielen anderen z.B. Soldatinnen und Soldaten und Polizeikräfte, die bereits früher in Pension gehen können, aber Letzere auch nicht alle überall gleich früh, daneben auch Handwerker mit körperlich anstrengenden Tätigkeiten und Arbeitszeiten wie Bäcker, außerdem Bauarbeiter, Bergleute, Reinigungskräfte, LKW-Fahrer, Lokomitivführer, Busfahrerinnen, die ganze Schichtarbeiterschaft generell, die Abfallentsorgung, Zimmerleute, Beschäftigte in Kinder und Lernbetreuung, Fliesenleger, Straßenbauer, Landwirtschaft etc. Ein dementsprechend gebotenes unterschiedliches Renteneintrittsalter (ebenso im Pensionssystem) hätte außerdem den nicht zu vernachlässigenden Vorteil, dass insbesondere der Fachkräftemangel in körperlich stark belastenden Berufen aktuell sehr hoch ausfällt: Die Aussicht auf einen früheren Renteneintritt als gezieltes Instrument für risikoreiche und belastende Berufe gegenüber deutlich weniger körperlich belastenden und damit der persönlichen Gesundheit zuträglicheren Erwerbstätigkeiten, könnte diesem Fachkräftemangel zeitnah abhelfen.

Mit Sicherheit sind hierzu aktualisierte Erfassungen notwendig; Statistiken zur Realität unterschiedlicher Lebenserwartungen existieren noch nicht so lange und sind trotzdem zum Teil nicht mehr zu gebrauchen, weil sie i.d.R. auf veralteten Daten basieren. So ist der Lehrerberuf, der früher für eher wenig körperliche Belastung stand, mittlerweile fast flächendeckend schon lange vor der Einführung des gesetzlichen Anspruchs, am 1. August 2026 in der auch körperlich anstrengenden Ganztagsbetreuung angekommen, die, bezüglich Gesundheits- und Unfallrisiken, mit der früher relativ bequemen, reinen Vormittagsschule absolut nichts mehr gemein hat. Dito dürften auch Ärzte einen inzwischen kaum mehr mit ihren Vorgängergenerationen vergleichbaren Arbeitsalltag erleben. Im Gegenteil, durch die einsetzende große Verrentungswelle wird deren Arbeitsbelastung mutmaßlich bald noch viel größer ausfallen, inklusive hierfür von der Allgemeinheit aufzubringende, damit zu erwirtschaftende Kosten.

Als Folge einer damit generell, unvermeidbar fortgesetzt steigenden Arbeitsverdichtung, dürfte ein Renteneintrittsalter von 69 Jahren, weil die stastische Lebensarbeitszeit bei höherer Bildung - allerdings mit Einschränkungen zu betrachten, s.u. auch die Quelle BA: Selbst die Teilzeitequote von Akademiker*innen liegt bei 30 Prozent - einerseits als ausgereizt gilt und andererseits das krampfhafte Festhalten an der Zahl einer durchschnittlichen hohen Lebenserwartung, die gegenwärtig von Professoren, Beamten, Managern, Geistlichen und ehemaligen Hausfrauen hochgehalten wird, eindeutig ins Reich der Illusionen abwandern, genauso wie die Ausgestaltung eines Renten- und Pensionssystem in ein zukunftsfähigeres Modell, von dem gegenwärtig mehrheitlich einkommensstarke und vermögende Doppelverdienerhaushalte ohne Kinder am deutlichsten profitieren. Selbsredend muss daher auch die unbezahlte Sorgearbeit in die Lebensarbeitszeit aufgenommen werden, die sowohl nicht zu knapp zu den durchmarschierenden Teilzeitquoten beiträgt als infolgedessen auch eine Rolle bei Lebenserwartung und damit eng verbunden am Alterseinkommen spielt.

Gegenwärtig wird es in jedem Fall zunehmend schwieriger, gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen auseinanderdriftenden Einkommen, Vermögen und Regionen herzustellen, die direkte Auswirkungen auf die persönliche Gesundheit und damit auch auf die wirklichen Lebenserwartungen haben. Damit bildet der momentane Wert einer durchschnittlichen Lebenserwartung aktuell nicht mehr die Lebenswirklichkeit von vielen, geschweige denn von allen, ab. Der Wert muss zumindest vorläufig, möglicherweise dauerhaft angespasst bzw. eine Differenzierung eingezogen werden, damit zumindest das Anstreben gleichwertiger Lebensverhältnisse als grundsätzliches Ziel erhalten bleiben kann.

Quellen:
2026, Forschung & Lehre: → Je höher die Bildung, desto länger die Lebensarbeitszeit

2026 (Veröffentlichkung), Bundesagentur für Arbeit (BA): → Online-Bericht-Akademiker/-innen - Arbeitsagentur
Zitat:"Fast jeder dritte Beschäftigte arbeitet Teilzeit
Mit 2,3 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiteten 2025 30 Prozent der Akademikerinnen und Akademiker in Teilzeit. Gegenüber 2015 hat sich die Zahl fast verdoppelt. Darüber hinaus gab es 469.000 Akademikerinnen und Akademiker, die ausschließlich einen Minijob ausübten. Ihre Zahl hat im Vergleich zu 2015 um ein Fünftel zugenommen. Insgesamt gingen 6 Prozent der beschäftigten Akademikerinnen und Akademiker ausschließlich einem Minijob nach.
Bei der Bewertung dieser Zahlen ist zu bedenken, dass insbesondere Teilzeitarbeitsverhältnisse, aber auch Minijobs freiwillig gewählt sein können, weil sie den persönlichen Präferenzen und Lebenssituationen am besten entsprechen. Sie können aber auch deswegen zustande kommen, weil es an alternativen Angeboten (zum Beispiel in Vollzeit) oder vielleicht an Kinderbetreuung mangelt." Zitatende

2025, Forschung & Lehre, → Eher früher als später aus dem Erwerbsleben aussteigen?

2025, RKI, PDF: → Die Lebenserwartungslücke: Sozioökonomische Unterschiede in der Lebenserwartung zwischen Deutschlands Regionen

2025, RKI: → Die Lebenserwartungslücke zwischen wohlhabenden und sozio­ökonomisch benachteiligten Wohnregionen ist gewachsen

2024, eurostat: → Duration of working life - statistics
Ein geplantes Update der Daten kündigt eurostat für den 16.07.2026 an. Anm. d. Red.

2024, The Lancet Public Health: → Age-specific and cause-specific mortality contributions to the socioeconomic gap in life expectancy in Germany, 2003–21: an ecological study

2024, The Lancet Public Health, PDF: Supplementary appendix, Grafiken u.a. Anhänge zur Studie oben
Weiter unten, finden sich die drei Deutschlandkarten der Entwicklung zwischen 2003 und 2021. Anm. d. Red.

2023, Gefahrgut-Portal: → Die gefährlichsten Berufe Deutschlands

2022, RKI, PDF: → German Index of Socioeconomic Deprivation (GISD): Revision, Aktualisierung und Anwendungsbeispiele

2021, IW: → Mit 3.700 Euro gehören Singles zu den einkommensreichsten zehn Prozent

2021, DIW, im Auftrag des VDK, PDF: → Heterogene Lebenserwartung

2021, helvetia: → Warum unser Beruf bestimmt, wie alt wir werden

2021, NIH: → Occupation-Based Life Expectancy: Actuarial Fairness in Determining Statutory Retirement Age

2021, DSV Europa: → Wer hart arbeitet, stirbt früher

2020, IG Metall: → Rentenalter hoch? Diese Argumente sprechen dagegen

2019, RKI, PDF: → Soziale Unterschiede in der Mortalität und Lebenserwartung in Deutschland - Aktuelle Situation und Trends

2019, Prevention at the Office: → Müdigkeit - ein unterschätztes Risiko für Sicherheit, Gesundheit und Volkswirtschaft

2019, Max Planck-Gesellschaft: → Wie Kinder die Lebenserwartung der Eltern beeinflussen

2019, esanum.de: → Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise von 2008 auf die Lebenserwartung in Europa

2017, Medscape: → Beruf und früher Tod: Hohes Risiko bei Fabrikarbeitern und Reinigungskräften – wo liegen Ärzte und andere Gesundheitsberufe?

2012, IG Metall: → Niedriglöhner sterben früher

2011, Welt: → Warum Professoren so alt werden

2009, Welt: → Die gefählichsten Berufe 2007/2008/2009 - Grafik unten, etwas scrollen

2008, Hans Böckler Stiftung: → Gesundheit - Sicherer Job, hohe Lebenserwartung
Quellen: boeckler.de, welt.de, igmetall.de, medscape.com, esanum.de, prevention-at-the-office.ch, rki.de, dsv-europa.de, nih.gov, diw.de, iwkoeln.de, gefahrgut.de, thelancet.com, forchung-und-lehre.de
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