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Wirtschaftswetter       Wirtschaftswetter News

Herzlich willkommen in den Wirtschaftswetter-News im September 2004. Die Nachrichten aus dem Vormonat finden Sie ganz unten auf jeweils einer Extraseite und die Nachrichten aus 2003 im Archiv.

News - Nachrichten - September 2004

2004-09-29 ... Italienerinnen frei Die beiden vor drei Wochen im Irak entführten Mitarbeiterinnen einer Wohltätigkeitsorganisation sind frei und am späten Abend in Rom eingetroffen. Zusammen mit Simona Pari und Simona Toretta kamen auch die beiden verschleppten irakischen Mitarbeiter frei. Berichte der kuwaitischen Tageszeitung "Al Rai Al Aam" über Lösegeldzahlungen in Höhe von einer Million Dollar, wies der italienische Außenminister Frattini zurück. Hoffnung gibt es wohl auch für die beiden französischen Journalisten, Christian Chesnot und Georges Malbrunot. Das französische Außministerium hält sich jedoch noch bedeckt.

... Kartstadt-Krise II Gestern gab der Konzern der Öffentlichkeit Einzelheiten aus seinem Restrukturierungsplan bekannt. Heute wird die Belegschaft informiert. Etwas die Hälfte aller 181 Filialen sollen schließen, ebenfalls die 300 auf Kleidung spezialisierten Fachketten. Die 89 bleibenden Häuser erwirtschafteten 80 Prozent des Gesamt-Warenhaus-Umsatzes. Im Versandhandel habe das Auslandsgeschäft künftig Vorrang so Christoph Aschenbach, der Vorstandsvorsitzende von KarstadtQuelle. Die Expansion in 14 Länder in Mittel- und Ost-Europa sei geplant. Die Aktie machte die gestern verlorenen Prozentpunkte wieder wett und holte am Dienstag auf.
Quellen: RTL, Vienna Online, Swiss Info, mz-web.de (Mitteldeutsche Zeitung)

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2004-09-28 ... Karstadt-Krise Am Montag Abend stimmte der Aufsichtsrat des Karstadt-Quelle-Konzerns einem umfangreichen Restrukturierungsprogramm des Vorstands zu. Gleichzeitig wurde eine Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 500 Millionen Euro genehmigt um die Eigenkapitalbasis zu stärken. Durch die Maßnahmen werde das operative Konzernergebnis-Ergebnis im Geschäftsjahr 2004 immens belastet. Man erwarte jedoch 2005 ein positives Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen. Der stationäre Einzelhandel soll sich auf Kernkompetenzen konzentrieren (4,5 Milliarden Euro) und Randgeschäfte abgeben Das kommende Jahr soll damit 1,1 Milliarden Euro einbringen. Die Versandhandelsmarken Quelle und Neckermann, die kürzlich ebenfalls Verluste einfuhren, werden neu positioniert, die Wachstumsbereiche Spezialversand, Ausland und E-Commerce dagegen forciert. Der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Middelhoff forderte in einem Spiegel-Interview Mitarbeiter, Führungskräfte, Gesellschafter und Banken zu einem Solidarpakt auf. Die Mehrheitsaktionäre Schickedanz und Allianz reagierten zuvor einverständlich mit dem Restrukturierungs-Programm. Heute will Konzernchef Christop Aschenbach weitere Details daraus bekannt geben. Der Aktionkurs sank nach Bekanntwerden der Kapitalerhöhung. Über den Stellenabbau von angeblich 8500 Vollzeit-Mitarbeitern wurde noch nichts konkretes bekannt. Derzeit beschäftigt der Konzern weltweit 100.000 Mitarbeiter.
Quellen: FAZ, Handelsblatt, Tagesspiegel
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2004-09-27 ... Kompott und Sülze. Bereits Anfang September stellte das Verbraucherminsiterium eine neue Inernet-Seite vor, auf der Empfehlungen für eine Vorratshaltung im Falle von Versorungsengpässen für den Bürger bereitgehalten werden - inklusive eines Vorratskalkulators für 14 Tage. Diese etwas abgestandene Nachricht ging nun heute offenbar erneut durch die Presse, nicht ohne Komik. nt-v berichtet satirisch in einer Bilderserie über eigene Vorratsberechnungen. Eine fünfköpfige Familie sollte z.B einen Fleisch-,Fisch- und Eiervorrat von 9,1 Kilo anlegen, um 14 Tage durchzuhalten. Für den modernen Haushalt sind solche Vorschläge durchaus sehr schwierig zu bewältigen. Vor allem die Wartung derartiger Mengen stellt ein Problem dar und man muss sich fragen, ob hier nicht Modernisierungbedarf besteht? Der Hintergrund ist seriös und beschränkt sich längst nicht auf die etwas unfreiwillig komischen Empfehlungen zur Privat-Hamsterei. Nach den Anschlägen des 11. Septembers 01 stellte der Bundesrat fest, dass die Ernährung der Bevölkerung in längeren Krisenzeiten tatsächlich nicht gewährleistet sei. Man richtete ein bundesweites EDV-Informationssystem ein, damit Bund und Länder die Versorgung im Notfall koordinieren können. Außerdem hortet der Bund zivile Notfallreserven in Form von Reis, Milchpulver, Hülsenfrüchte u.a. Aber die allein reichen nicht aus, so die Begründung des Verbrauchrministeriums für die Bürger-Hamster-Seite:ernaehungsvorsorge.de

... Eines von den Mädels musste gehen ... Wie Schlagerikone Marianne Rosenberg der Bild-Zeitung vom Montag verriet, hatte sie vor 29 Jahren eine dreijährige - auf Wunsch der Plattenfirma geheimgehaltende - Beziehung zu Ilja Richter. Die Beziehung sei an der Nähe Richters zu seiner Mutter gescheitert, mit der er später zusammenzog.
Quellen: ernaehrungsvorsorge.de/Verbraucherministerium.de, n-tv, Focus
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2004-09-26 ... Kommunalwahl NRWPrognosen für die Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen: CDU 43,4 Prozent - SPD 31,4 Prozent - Grüne 10,1 Prozent - FDP 7 Prozent - Andere 8,1 Prozent. Wahlbeteiligung auf Rekordtief: 53,5 Prozent Beide großen Parteien verlieren landesweit: CDU 6,9 Prozent, SPD 2,5 Prozent. Grüne legen mit 2,8 Prozent zu, ebensfalls zulegen konnte die FDP mit 2,7 Prozentpunkten und die PDS mit einem zarten Plus von 0,2 Prozent. In Dortmund bleibt laut Prognose Gerhard Langemeyer (SPD) Oberbürgermeister, in Düsseldorf bleibt ebenfalls Joachim Erwin (CDU) OB und in Köln ist alles unklar, Kopf-an-Kopf-Rennen der CDU und SPD, schwarz-grüne Koalition auf der Kippe.
Stand: 20:30 Uhr, Quellen: ARD, ZDF
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2004-09-25 ... Adieu TristesseGestern starb die französische Schriftstellern Francoise Sagan 1954 wurde die damals 18-Jährige mit ihrem Roman Bonjour Tristesse weltberühmt. Das Buch war ein Skandal im katholischen Frankreich und machte seine Autorin schlagartig zur Kultfigur. Es folgten weitere Bücher, darunter das ebenfalls von Hollywood verfilmte Lieben Sie Brahms. Sagan, die sich auch privat keinen Konventionen unterwarf, zwischen mondänen Leben und linken Idealen die einen verwirrte, die anderen bezauberte, die schnelle Autos und das Glückspiel liebte, war eine sensible und genaue Beobachterin. Nüchtern entlarvte sie gelangweilte Unmoral, schrieb zynisch und unbekümmert zugleich über die Einsamkeit und die Liebe.
Quellen: Swiss Info, Orf, Kurier
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2004-09-24 ... Bayern schafft Lernmittelfreiheit ab Die CSU-Landtagsfraktion beschloss die Abschaffung der Lernmittelfreiheit zum Schuljahr 2005/06. Opposition und Lehrerverbände kündigten ein Volksbegehren an. Damit betrifft der bayrische Sparhaushalt von Ministerpräsident Stoiber entgegen seinen bisherigen Ankündigungen die Bildung der Jüngsten. Nur Kinderreiche und sozial schwache Familien sollen Unterstützung erhalten. Angesichts der neusten Untersuchungen, nach denen Kinder das Armutsrisiko Nr. 1 in der Bundesrepublik Deutschland sind, und vor dem Hintergrund der Kritik am deutschen Schulsystem der OECD, dürfte das auch dringend notwendig sein. Doch der pauschale Förderbetrag, der den Kommunen dafür gegeben werden soll, wird irgendwann leere Töpfe präsentieren. Stoiber orientiert sich mit dem Beschluss an anderen Bundesländern, wie dem Saarland und Niedersachsen, welche ebenfalls keine Lernmittelfreiheit haben bzw. diese strichen. Andere Bundesländer führten einen Eigentanteil von Eltern für Schulbüchern ein. Das Gros der Länder praktiziert die Lernmittelfreiheit und bleibt damit auf bundespolitischem Kurs. Die SPD rechnete aus, dass pro Kind und Jahr 1253 Euro für eine siebte Klasse auf dem Gymnasium und 982 Euro für ein zehntes Hauptschuljahr aufgebracht werden müssen. Staatskanzleichef Erwin Huber hält im Bayerischen Rundfunk dagegen, denn da inzwischen der Großteil der Schulkinder ein eigenes Handy besitze, können sich die Familien auch die Kosten für Schulbücher leisten. Kommentar: Ein Handy für 1200 Euro im Jahr hat sicher kein Kind. Bildung wird nun in einem weiteren Bundesland zum Luxus, und in einem der reichsten außerdem. Der bildungspolitische Pleitekurs von deutschen Ministerpräsidenten wird in einem der nächsen OECD-Berichte mit Sicherheit wieder einmal "lobend" erwähnt werden.

... Jubiläum mit Beigeschmack. Disney-Konzern-Chef Michael Eisner dürfte am Dienstag in eher gedämpfter Freude sein 20jähriges Jubiläum bei Walt Disney gefeiert haben. Nach Protesten von Aktionären, gab der amerikanische Unterhaltungs-Konzern nun einen bevorstehenden Wechsel an der Spitze bekannt. Eisner, der bereits im März sein Amt als Vorsitzender des Verwaltungsrats (Chairman) niederlegen musste und weiter als CEO fungiert, wird nach Medienberichten gehen. Bis zum nächsten Sommer soll angeblich ein Nachfolger gefunden sein. Die anhaltende Kritik erhielt Rückenwind durch eine Reihe von Kinoflops. Das Ende der langjährigen und einträglichen Zusammenarbeit mit Pixar, die äußerst erfolgreiche Filme wie "Toy's Story", "Monster AG" und "Nemo" produzierte, im Januar 2004 brachte Eisner zudem Gegenwind von Roy Disney ein, dem Neffen des Firmengründers. Pixars Filme sollen Disney, mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen beschert haben. Steve Jobs, Chef von Apple und von Pixar gilt als Wunschkandidat vieler Aktionnäre.
Quellen: n-tv, Handelsblatt, ORF, ZDF, Yahoo
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2004-09-23 ... Einahme-Überschuss-Rechnungs-Formular wird überarbeitet Wie das Bundesfinanzministerium am Mittwoch mitteilte, wird das als zu bürokratisch unter Kritik stehende EÜR-Formular zur Gewinnermittlung von Kleinunternehmen nun doch nachgebessert. Weiterhin werde das Formular zunächst nicht zwingend erforderlich für Kleinstunternehmen mit Betriebseinnahmen bis 17.500 Euro. Das Gesetz zur Förderung von Kleinunternehmen hatte das neue Formular eingeführt, mit dem neben freien Berufen auch kleine Unternehmer, die nicht buchführungspflichtig sind (unter 350.000 Euro Umsatz) ihren Gewinn ermitteln.
Quellen: Bundesfinanzministerium, Handelsblatt, Haufe
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2004-09-22 ... Kinder sollen nach einer Scheidung Vorrang vor Erstehegatten haben Bundesjustizministerin Brigitte Zypries möchte noch in dieser Legislaturperiode das Unterhaltsrecht nach Ehescheidungen zugunsten von Kindern und von Kinderbetreuenden ändern. Im geltenden Recht konkurrieren nach einer Scheidung die Ansprüche von Kindern mit denen ehemaliger oder gegenwärtiger Eheartner. Dies soll geändert werden vor dem Hintergrund von einer Million Kinder in der Sozialhilfe. Außerdem so Zypries sei die Privilegierung der ersten Ehepartner nicht mehr zeitgemäß.

... EU setzt sich für Kleinstunternehmen ein Auf einer Konferenz in Brüssel beschloss die EU am Dienstag, die Rahmenbedingungen für Kleinstkredite zu verbessern. Als Mikrokredite gelten Darlehen bis zu 25.000 Euro. Mehr als 90 Prozent aller europäischen Unternehmen sind Kleinunternehmen. Eine steigende Tendenz zur Gründung von Ein-Personen-Unternehmen durch Erwerbslose sei außerdem zu beobachten. Die Unternehmen brauchen eher geringe Beträge, wenn externe Finanzquellen benötigt werden und darauf muss der Finanzsektor verstärkt reagieren so die EU-Kommission, denn die kleinen Unternehmen haben oft Schwierigkeiten, die benötigten Microkredite zu erhalten. Kreditgeber fürchten die relativ hohen Transaktionskosten sowie das hohe Risiko bei geringer Rentabilität. Durch Vernetzung, Zusammenarbeit, Verbesserung der rechtlichen und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen, Anpassung von administrativen, steuerlichen und sozialen Anforderungen und vor allem die Vergabe öffentlicher Mittel auf mehrjähriger Basis, sollen Kleinstunternehmen unterstützt werden, dauerhaft rentabel zu arbeiten.
Quellen: EU-Kommission, Frankfurter Rundschau, taz
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2004-09-21 ... Zeit-Kosten der Mobilität Wie das statistische Bundesamt heute meldet, waren Menschen 2001/02 in Deutschland täglich 1 Stunde und 21 Minuten unterwegs. Das ergibt eine Zeitbugeterhebung aus dem Jahr 2001/02, die das statistische Bundesamt anlässlich des morgigen "Europäischen autofreien Tages" herausgibt. Das private Kraftfahrzeug ist das Fortbewegungsmittel Nr.1. 57 Prozent Frauen und 65 Prozent Männer sind damit täglich unterwegs. Nur 15 Prozent der Menschen in Deutschland benutzen täglich öffentliche Verkehrsmittel und 11 Prozent fahren täglich Fahrrad. Ein Drittel der Bevölkerung ab 10 Jahren geht täglich wenigstens einmal zu Fuss von A nach B, Frauen etwas mehr als Männer.
Interessant sind die Gründe der Mobilität. Nämlich nicht Erwerbstätigkeit war der Hauptgrund dafür, sich aus dem Haus zu bewegen, sondern bei 46 Prozent der Bevölkerung vorrangig, um etwas für den Haushalt, die Familie - einschließlich Einkäufe zu erledigen. 40 Prozent bewegen sich, um Freizeitaktivitäten nachzugehen. Nur 27 Prozent gaben an, wegen Erwerbstätigkeit zwischen Wohnort und Arbeitsstelle zu pendeln und 8 Prozent wegen Aus- und Weiterbildung. Die längsten Wegezeiten mit durchschnittlich 82 Minuten am Tag mussten Fahrgäste öffentlicher Verkehrsmittel in Kaufnehmen - PKW und Motorrad: 76 Minuten. Fußgänger waren 40 Minuten unterwegs und Radfahrer 46 Minuten.
Für den Arbeitsweg nutzen 69 Prozent Frauen und 78 Prozent Männer das Auto oder Motorrad. Nur 18 Prozent Frauen und 13 Prozent Männer benutzen öffentliche Verkehrsmittel für den Arbeitsweg - ebensoviele machen sich zu Fuss auf den Weg zur Arbeit und wieder zurück nach Hause. 61 Prozent Frauen und 69 Prozent Männer benutzen das private Kraftfahrzeug auch zum Einkaufen. Bevorzugt werden öffentliche Verkehrsmitteln und die eigenen Füße hingegen für Wege von und zur Schule, Hochschule oder Volkshochschule.

... Kassen-Feurwerk des Publikumsmagneten Mit einem Feuerwerk ging die MoMA in Berlin am Sonntag zu Ende. Die Ausstellung, die sieben Monate lang in Berlin Werke des 20. Jahrhunderts zeigte, darunter so berühmte wie Picassos "Musikanten", ist ab Mitte November wieder zu Hause, in New York, zu sehen. Ebenso erfreulich wie die Aufmerksamkeits-Bilanz sind die Einnahmen: Beim Kassensturz wurde Dank 1,2 Millionen begeisterter Ausstellungsbesucher ein Gewinn von 6,5 Millionen Euro ermittelt. Jeder Euro davon, so kündigte Peter Raue, der Vorsitzende des Vereins der Freunde der Neuen Nationalgalerie, an, werde wieder in Kultur und Kunst fließen.
Quellen: Statistisches Bundesamt, Tagessschau, Berliner Morgenpost
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2004-09-20 ... 50. Weltkindertag - zum Weltkindertag kritisiert der Landesverband Bildung und Erziehung die Benachteiligung von Kindern aus armen Familien im Bildungsbereich. Auch die OECD hatte Deutschland kürzlich bescheinigt, dass die Bildungssituation in Deutschland immer noch zu sehr von der sozialen Herkunft abhängig sei. Andere Länder würden zudem mehr Mittel in die Bildung investieren. Der VBE-Landesvorsitzende forderte in den Schulen die Lern- und Förderzeiten zu erhöhen und Benachteiligungen auszugleichen.

Kritik aus Hessen kam von der Landesvorsitzenden des Familienbundes der Katholiken, einem der größten Familienverbände Deutschlands, Gudrun André. Immer mehr Kinder und Familien seien von konkreten Verschlecherungen ihrer Lebensbedingungen betroffen. Die Armuts-Gefahr werde für sie immer größer. André forderte die Beseitigung von Benachteiligungen für Familien und die Verbesserung von Rahmenbedingungen. Sie kritisierte Defizite bei Bildung, Betreuung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und mangelnde Integration, denn "ohne Familie sei kein Staat zu machen". Kinder seien für ihre Eltern das Armutsrisiko Nr. 1.

Der Kinderschutzbund mahnt die Rechte der Kinder an. Darüber hinaus wäre eine Bekanntmachung der Kinderrechte in den Schulen wünschenswert. Die meisten Kinder wissen nicht, dass sie ein Recht auf gewaltfreie Erziehung haben, so ortverbandsvorsitzende Petra Neumann in Bad Kreuznach. Obwohl die UN-Kinderrechtskonvention bereits vor 12 Jahren ratifiziert wurde und die Europäischen Staatschefs im Juni 2004 den Schutz der Kinderrechte in der EU-Verfassung zum Staatsziel erklärten, sind die Kinderechte nicht im deutschen Grundgesetz verankert, bemängelt der Kinderschutzbund.

Von den 191 erfassten Länder auf der Liste der weltweiten Geburtenraten belegt Deutschland Platz 180 mit 1,35 Kind pro Frau. Jedes Jahr schrumpfen die Deutschen um etwa 200.000. 2003 wurden 715.000 Kinder geboren. Vor 40 Jahren waren es doppelt soviele. 15 Prozent aller Kinder sind übergewichtig. Bewegungsraum in Städten nimmt ab. 3 Millionen Kinder gelten in Deutschland als arm, 1 Million sind auf Sozialhilfe angewiesen.

Nach einem Ländervergleich des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung im Auftrag der Zeitschrift GEO sind Deutschland und Spanien die kinderunfreundlichsten Länder Island und Schweden liegen auf den ersten beiden Plätzen, Frankreich auf dem dritten, gefolgt von den Niederlanden, Großbritannien, Österreich und Italien.
Quellen: Yahoo, Osthessen-News, Allgemeine Zeitung, Mitteldeutsche Zeitung, Kinderschutzbund, Deutsche Ärztzeitung, Morgenpost;
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2004-09-19 ... Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen Nach dem vorläufig amtlichen Ergebnis verliert die CDU in Sachsen die absolute Mehrheit, bleibt mit 41,1 Prozent stärkste Kraft. PDS: 23,6 Prozent, SPD: 9,8 Prozent, die NPD zieht in Sachsen mit 9,2 Prozent in den Landtag, Grüne 5,1 Prozent, FDP 5,9 Prozent. Wahlbeteiligung Sachsen: 59 Prozent. In Brandenburg bleibt die SPD stärkste Kraft mit 31,9 Prozent, PDS 28,0 Prozent, CDU 19,4 Prozent und die DVU zieht mit 6,1 Prozent in den Landtag, FDP und Grüne scheitern an der 5-Prozent-Hürde. Wahlbeteiligung Brandenburg: 56 Prozent.
Stand 19.09. 00:00 Uhr MEZ.

Presseschnipsel mit Reaktionen aus dem Ausland zu den Landtagswahlen: Bestes Ergebnis für extreme Rechtsparteien wegen Angst vor Reformen +++ Nazi-Parteien und Ex-Kommunisten gewinnen in Deutschland +++ Die Ostdeutschland beherrschende Nachfolgepartei von Erich Honecker, PDS, erreicht beste Resultate in beiden Bundesländern +++ Einer von fünf Deutschen lebt in Ost-Deutschland. Schröder stammt aus dem früheren West-Deutschland +++ Wähler in Ostdeutschland strafen große Parteien ab, geben radikalen Rechten 9 Prozent und erhöhen den Einfluss der ehemaligen Kommunisten +++ Die NPD will "... dass Deutschland wieder deutsch wird", während die DVU die Anzahl der Ausländer in Deutschland verringern will +++ die Ex-Kommunisten, NPD und DVU führten Kampagnen gegen Schröders Sozialpolitik, die prompt Zehntausende, vorwiegend in Ostdeutschland, in den vergangenen sieben Wochen jeden Montag auf die Straße brachte +++ Die Partei des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder erleidet neue Verluste bei Wahlen in zwei ehemalig kommunistischen Bundesländern, während die extreme Rechte und die extrem Linken starke Gewinne verbuchen +++ Nach zwei Jahren während Schröders zweiter Regierungzeit wechseln die Wähler im Osten zu den Ex-Kommunisten der PDS und Parteien mit Anit-Immigranten-Programmen +++
Quellen: Infratest/dimap/ARD, RBB, MDR, Bloomberg, the Spectator, USA Today, The Australien, Tallahassee Demokrat, Channel NewAsia, San Francisco Chronicle;

... Boom bei Nutzfahrzeugen Passend zur 60. Nutzfahrzeugsmesse IAA, die vom 23. bis 30. September in Hannover stattfindet, meldet die Nutzfahrzeugsbranche, 2004 werde ein Aufschwungjahr. Deutlich mehr Neuheiten als in den letzten zwei Jahren werden die Aussteller entsprechend präsentieren. Mit 1.350 Firmen gibt es außerdem einen Außerstellerrekord. Mehr Nachfrage aus Osteuropa und den neuen EU-Ländern lassen die Branche optimistisch in die Zukunft blicken. Die Neuzulassungen bis 3,5 Tonnen zogen um mehr als 9 Prozent an und bis 16 Tonnen um 8 Prozent. Auftragseingänge für deutsche Hersteller stiegen um 27 Prozent Daimler-Chrysler meldet aus seinem LKW-Werk in Wörth, an die Kapazitätsgrenze zu stoßen. Bereits im Juli hatte Eckhard Cordes angekündigt Mitarbeiter einzustellen, 500 sind es in Wörth, bis Jahresende sollen es 700 (befristete) Verträge werden. Auch in den USA wurden Mitarbeiter eingestellt - einige davon Wiedereinstellungen von zuvor Entlassenen. Insgesamt beschäftigt die DaimlerChrysler Nutzfahrzeugssparte etwa 42 000 Mitarbeiter. 2005 will der Konzern Nutzfahrzeuge auch in China produzieren.
Quellen: Süddeutsche, VDA, FAZ, FTD, web.de, ARD, ZDF, FTD;
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2004-09-18 ... Ford schließt Jaguar-Werk. Der Mutterkonzern Ford räumt bei seiner Luxusmarke Jaguar auf. Ein britisches Werk soll geschlossen werden und der Ausstieg aus der Formel 1 zum Saisonende wurde angekündigt. Etwa 2000 Beschäftigte des Werks Coventry sollen entlassen, ausgelagert und in den Vorruhestand geschickt, die Produktion für 2004 um 15.000 Wagen reduziert werden. Mit einem Verkauf von jährlich 125 000 Autos könne man sich keine drei Werke leisten, sagte Marke Fields, Vizepräsident von PAG laut Medienberichten. Die Ford-Luxussparte, Premier Automotive Group (PAG) - verantwortlich für Land Rover, Aston Martin, Volvo und Jaguar nannte einen Verlust von 360 Millionen US-Dollar - die Hälfte davon fiel nach Branchenangaben auf Jaguar. Volvo sei wieder profitabel, Land Rover und Aston Martin sollen bald die Ertragswende erreichen. Gleichzeitig erhöhte Ford seine Gewinnprognose und rechnet für das Gesamtjahr mit einem Gewinn von 1,90 bis 2 Dollar pro Aktie (10 bis 15 Cent mehr).
Quellen: Berliner Morgenpost, Hamburger Abendblatt, OÖ-Nachrichten, Kölnische Rundschau;
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2004-09-17 ... Handballmannschaft verschwunden 23 Herren, die sich als Handballnationalmannschaft von Sri Lanka ausgaben, verschwanden nach einem Freundschaftsspiel in der Schwäbischen Alb spurlos. Während diverse Behörden und Institutionen über ihr Verbleiben rätselten, tauchten Teile der Mannschaft nun angeblich in Italien wieder auf. So meldete es die Deutsch-asiatische Sportaustauschorganisation AGSEP mit Sitz in Sri Lanka nach einem Bericht der FAZ. Sie hätten sich abgesetzt, arbeiteten in Italien und telefonierten mit ihren Familien. Doch so ganz geklärt scheint es noch nicht zu sein, ob es sich tatsächlich um die Austausch-Sportler handele. Allerdings sind solche Programme mit Sri Lanka Tradition. Nur hatte sich bisher noch niemand abgesetzt und schon gar nicht ein komplettes Team. Die AGSEP überlege laut Medien bereits, weitere Ausreisen von Sportlern zu Mannschaftsspielen nicht mehr zu genehmigen. Und die Geschichte der Handballnationalmannschaft von Sri Lanka dürfte weitere mysteriöse Details bereit halten.

... Türkei im Zwist um Ehebruch Der Streit um die Kriminalisierung von Ehebruch verschleppt die europapolitischen Reformen in der Türkei. Einige konservative Abgeordnete der gemäßigten islamischen Regierungspartei AKP haben am Donnerstag versucht, doch noch ein Verbot des Ehebruchs im Strafrecht zu verankern. Nun soll anstatt Ehebruch sexuelle Untreue mit einer Geldstrafe geahndet werden, berichteten türkische Medien. Am Dienstag hatte die AKP das geplante Ehebruchgesetz fallen gelassen, unter anderem auf Druck der Europäischen Union.
Quellen: taz, FAZ, Tagesschau, Schweizer Fernsehen
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2004-09-16 ... Poison Pen teilt aus Einen schwereren Gegner hätte sich George W. Bush wohl kaum aussuchen können. In dem Buch, The Family, das seit Dienstag auf dem Markt ist und bald in Deutschland erscheinen wird, seziert Kitty Kelley nicht nur den Präsidenten sondern fast alle Mitglieder der Familie Bush gnadenlos. Kelley, skandalerprobt mit Werken über Sinatra, Jackie Kennedy, den Buckingham Palast u. a. sorgt in jedem Fall bei ihren Verlegern Doubleday und Bertelsmann für große Freude - 700.000 Exemplare sollen gedruckt worden sein.

... Tabea gestorben. Bei der weltweit mit großer Anteilnahme verfolgten Trennung der siamesischen Zwillinge aus Lemgo ist eines der Mädchen nach Mitteilung des John Hopkins Children's Center am frühen Donnerstagmorgen gestorben. Tabea hatte bereits bei dem ersten Versuch am letzten Samstag, die am Kopf zusammengewachsenen Zwillinge zu trennen, einen Herzstillsand erlitten, so dass eine Operationspause eingelegt werden musste. Die einjährigen Mädchen lagen bis zum erneuten Eingriff am Mittwochmorgen im künstlichen Koma. Die Ärzte des John-Hopkins-Krankenhauses hoffen, dass sich Lea erholen wird. Ihr Zustand sei kritisch, aber stabil. Sie liegt zur Zeit noch auf der Intensivstation.
Quellen: Frankfurter Rundschau, n-tv, Focus, Süddeutsche, www.hopkinschildrens.org
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2004-09-15 ... Neu aufgelegt Überarbeitet und aktualisiert wurden der Online Kurs für Existenzgründerinnen von KEIM, dem Zentrum für Unternehmensentwicklung an der Fachhochschule Karlsruhe und die Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Förderdatenbank soll übersichtlicher, informativer und leichter navigierbar sein. Der Online-Kurs für Existenzgründerinnen informiert Schritt für Schritt über Basiswissen, Kostenrechnung, Rechtliche Grundlagen der Unternehmengründung sowie über Marketing und Unternehmenssteuern.
Quellen: Existenzielle, KEIM, BMWA
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2004-09-14 ... Ab heute wieder frei verkäuflich: halbautomatische Schnellfeuer-Waffen in den USA 10 Jahre lang waren sie verboten und viele Präsidenten zählten zu den Befürwortern des Gesetzes, das halbautmatische Waffentypen mit mehr als zehn Schuss Munition von den Straßen fernhielt: Jimmy Carter, Gerald Ford, Ronald Reagan und Bill Clinton. Und zu Beginn seiner Amtszeit sah es ganz danach aus, als würde auch George W. Bush, das Gesetz gutheißen. Nun ist Schluss damit, das gesetzliche Verbot lief am 14.9. schlicht aus und die Polizei befürchtet noch mehr und gefährlichere Schießereien auf amerikanischen Straßen. Denn die Halbautmatischen, wie z. B. die russische AK-47 oder das israelische Sturmgewehr Uzi sind vor allem eins: tödlich.
Quellen: Deutsche Welle, Tagesspiegel, ebund
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2004-09-13 ... Stellungnahme zum Klonen Der Nationale Ethikrat einigte sich in einer Stellungnahme zum Thema "Klonen zu Fortpflanzungszwecken und Klonen zu biomedizinischen Forschungszwecken" auf folgende Posistionen. Er spricht sich für ein weltweites Verbot des Klonens zu Fortplanzungszwecken aus und plädiert darüber hinaus für ein strafrechtliches Verbot in Deutschland. Zur Forschungszwecken empfiehlt der Rat, das Klonen von Menschen zu Forschungszwecken in Deutschland gegenwärtig nicht zuzulassen und begründet dies in einer umfassenden Analyse geltener Rechtslage und wissenschaftlichen Sachstandes. Auf eine Abstimmung wurde wegen auseinanderliegender Positionen verzichtet und diese einzelnen Positionen von ihren Vertretern unterzeichnet.

... Betty im Feldtest Seit Anfang September testet ProSiebenSat1 mit 1000 Personen das sogennante Betty-Mitmach-TV. Interaktives Fernsehen hinkt in Deutschland und nach bisherigen Pleiten will man genauer auf den Konsumenten gucken. Mit drei Bettygeräten ausgestattete Privathaushalte sollen bis Ende Oktober feststellen, wie anwendbar und attraktiv das interaktive Angebot für sie ist. Bei den Geräten handelt es sich um eine neue Art Fernbedienung, die ohne Set-Top-Boxen auskommt. Per drahtlosem Rückkanal und Mini-Funk-Modem sollen die Zuschauer mitspielen, wählen oder einkaufen können. Kostenpflichtige Angebote sollen mit eingebautem Prepaid-Guthaben über die Telefonrechnung, Bankeinzug und Kreditkarte abgerechnet werden.

... Heute gingen die alle vier Jahre stattfindenden Deutschen Monopoly-Meisterschaften zu Ende und Meister des bereits 69 Jahre alten Spiels wurde Hans-Georg Schellinger aus Reutlingen. Er setzte sich gegen 16 Konkurrenten durch und wird für Deutschland am 8. und 9. Oktober in Tokio die Weltmeisterschaft bestreiten. Es gibt rund 15.000 Euro zu gewinnen - die Bank eines Monopolyspiels, das 2003 das meistverkaufte Brettspiel Deutschlands war.
Quellen: ProSiebenSat1, n-tv, Ostseezeitung, Yahoo
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2004-09-10 ... Anstieg der Erwerbstätigkeit von Frauen Wie das statistische Bundesamt heute mitteilt, waren nach vorläufigen Berechnungen von den rund 38,2 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland 18 Millionen Frauen im zweiten Quartal 2004. Im Vorjahresvergleich stieg die Frauenerwerbstätigkeit damit um 82.000 Personen bzw. 0,5 Prozent. Der Frauenanteil an allen Erwerbstätigen lag damit bei 47,1 Prozent. Deutlich war die Präsenz von Frauen im Dienstleistungsbereich mit 55 Prozent (Vergleich Baugewerbe: 15 Prozent, Produzierendes Gewerbe ohne Bauwirtschaft: 35 Prozent). Verteilung Dienstleistungen: öffentliche und private Dienstleistungen 64,3 Prozent; Handel, Gastgewerbe und Verkehr: 49,5 Prozent; Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister: 49 Prozent. Selbständigkeit: Die Zahl weiblicher Selbständiger stieg um 2,7 Prozent. Von den 4,3 Millionen Selbständigen sind lediglich 33 Prozent Frauen. Die Selbständigenquote von Frauen betrug 7,9 Prozent, bei Männern 14,2 Prozent.
Quellen: Statistisches Bundesamt
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2004-09-09 ... Filmtipp zum 11. September: Texas - Kabul. Mein Roadmovie - Dokumentation über Friedenskämpferinnen von Helga Riedemeister.

... Irland.Hewlett Packard investiert 21,4 Millionen. In Leixlip, Kildare soll laut Internationale-Kooperation.de ein HP-Zentrum für Forschung und Entwicklung entstehen. Möglich wurde dies aufgrund von Steueranreizen, die kürzlich eingeführt wurden und die gezielt auf F+E abzielen.

Russland. Kopfgeld ausgesetzt Die russische Regierung setzte ein Kopfgeld in Höhe von 8,5 Mio. Euro aus, für die "Neutralisierung" Schamil Bassajews und Aslan Maschadows. Die Regierung hält vor allem Bassajew für das Geiseldrama in Beslan für verantwortlich. Gleichzeitig kündigte Generalstabschef Juri Balujewski Präventiv-Angriffe auf Terror-Stützpunkte an.
Quellen: FTD, Börse Online, internationale-Kooperation.de, intern.de
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2004-09-08 ... Deutschland. Subventionsstreit um Billig-Ailines geht weiter Hapag Lloyd kündigte an, mit sofortiger Wirkung seine Gebührenzahlungen an den Flughafen Dortmund drastisch zu kürzen. Zuvor habe laut Medienberichten Air Berlin erklärt, einseitig seine Gebühren für den Flughafen Dortmund um 80 Prozent zu reduzieren. Dies gilt als Reaktion auf die Sonderkonditionen, die Dortmund der Billigfluglinie Easy Jet eingeräumt habe. Der Flughafen Dortmund hatte im Jahr 2003 Verluste von 18 Millionen Euro eingefahren.

... Irak. Zwei Italienerinnen, Mitarbeiterinnen einer italienischen Hilfsorganisation sind im Irak verschleppt worden. Dies bestätigte das italienische Außeministerium. Laut Medienberichten seien mit ihnen gleichzeitig zwei irakische Mitarbeiter - eine Frau und ein Mann - aus den Räumen des Büros der Organisation entführt worden.
Quellen: Handelsblatt, Tagesspiegel, die Welt, Hotelkritiken.de
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2004-09-07 ... Deutschland. Deutschland kauft online. Während Einzelhandel und klassischer Versandhandel allen Grund zur Klage haben, kaufen deutsche Internetkunden im ersten Halbjahr 2004 für 5,3 Mrd, Euro ein, wie das Marktforschungsinstut GFK ermittelte. Das sei eine Umsatzsteigerung gegenüber 2003 von 60 Prozent. GfK prognostiziert für das Gesamtjahr 2004 einen Umsatz von 11 Milliarden Euro.
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2004-09-06 ... Frankreich. Neue Forderungen Auch das Geiseldrama um zwei entführte französische Journalisten kommt bisher zu keinem Ende. Laut Medienberichten fordern die Entführer, in dessen Händen sich im Gegensatz zu früheren Annahmen die Entführten doch noch befänden, 5 Millionen Dollar. Das sollen die Terroristen heute in einer Erklärung und gleichzeitig ein weiteres Ultimatum von 48 Stunden genannt haben.

... USA/New York. Bill Clinton wurden heute in einer mehrstündigen Herzoperation vier Bypässe gelegt. Der frühere Präsident der USA begab sich in der letzten Woche mit Herzschmerzen und Atemproblemen in eine Klinik, in der die unausweichliche Notwendigkeit einer Operation festgestellt wurde. Etwa 26.000 Genesungswünsche erhielt die Clinton-Stiftung via Webseite allein am Wochenende.
Quellen: OÖ-Nachrichten, ARD, Kurier, FAZ, Börsenreport
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2004-09-04 ... Personalien Neuer T-Com-Chef wird zum 1. November 2004 der IBM-Deutschland-Manager Walter Raizner. Als Vorstand für Breitband/Festnetz wird er die Sparten Privatkunden T-Com und T-Online bündeln. Neuer Vorstandschef von T-Online wird Rainer Beaujeau, der vorher als Finanzvorstand fungierte. T-Online-Chef Thomas Holtrop, wird das Unternehmen zum 30. September verlassen und gleichzeitig aus dem Telekom-Vorstand ausscheiden. Holtrop war gegen eine engere Bindung von T-Online an den Mutterkonzern der Telekom. Neuer Finanzchef von T-Online wird Jens Becker. Die Aktien von Telekom, besonders aber von T-Online (Spitze: 7 Prozent) legten am Freitag zu.
Quellen: FTD, Heise, Manager Magazin
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2004-09-03 ... Geiseldrama im Kaukasus, Update: 19:40 Uhr. Die Hölle von Beslan. Inzwischen sprechen die Behörden von etwa 200 (4. September: 350) Toten und bis zu 650 Verletzten. Es ist noch nicht klar, wieviele Menschen, auch Kinder, immer noch in der Hand von Terroristen sind, die fliehen konnten. Zwei der Geiselnehmer sollen sich noch auf dem Schulgelände befinden, andere wären in Zivilkleidung unerkannt unter den fliehenden Geiseln geflüchtet. Die Medien berichten von 10 bis 20 toten Geisnehmern. Die Kämpfe dauern an, auf dem Schulgelände und in anderen Gebäuden. Die Erstürmung der Schule geschah laut Aussage des Militärs nicht auf Kommando, sondern ergab sich durch einen fehlgeschlagenen, vorher ausgehandelten Leichenabtransport. Als die Soldaten die im Innhof der Schule liegenden Leichen abtransportieren wollten, stellten sie fest, dass diese vermint waren. Dann gab es offenbar Explosionen, einige Kinder begannen zu fliehen, Terroristen schossen hinter ihnen her und die Soldaten gaben den Kindern Feuerschutz. So ungefähr der Stand der Informationen, hat sich das Chaos, welches immer noch andauert, entwickelt.
Die Bilder der fliehenden Kinder lassen Schreckliches vermuten. Sie sind schwer traumatisiert, haben tiefe Ringe unter den Augen, sind abgemagert, viele weinen. Die meisten stehen unter Schock, starren mit ausdruckslosen Augen ins Nichts. Bis auf wenige Ausnahmen sind sie nackt bzw. bis auf eine Unterhose unbekleidet. Viele Kinder sind verletzt, blutüberströmt und schmutzig. Kaum eines ist in der Lage zu sprechen. Ein Junge sagte Reportern, sie hätten ihren eigenen Urin getrunken. Man wusste, dass die Geiseln nichts zu essen bekamen. So wie sie sich auf die Wasserflaschen stürzten, die man ihnen reichte, liegt es nahe, dass sie auch nichts oder wenig zu trinken erhielten, fast drei Tage lang. Fast ausnahmslos konnten Kinder und Frauen fliehen. Kaum eine männliche Geisel war laut Medienberichten unter den Flüchtenden zu entdecken. Die Männer waren frühzeitig von den Frauen und Kindern getrennt worden.

... Der Anfang vom Ende der Geiselnahme? Der Figaro und das französische Kultusministerium melden, dass die beiden im Irak von einer Terrorbande entführten französischen Journalisten inzwischen an eine sunnitische Gruppe übergeben worden sind, die für eine Befreiung eintrat. Ob die Geiseln damit in Sicherheit sind, könne man noch nicht beurteilen, der französische Innenminister gibt sich optimistisch. Der Außenminister hatte zuvor unter Berufung auf muslimische Vermittler erklärt, die beiden Franzosen seien wohlauf. In Frankreich trat heute das Verbot großer religiöser Symbole an öffentlichen Schulen in Kraft. Aus Rücksicht auf die Bemühungen um die Freilassung der beiden Journalisten, ruht der Streit um das Tragen von Kopftüchern bis auf weiteres. Die Schüler hielten sich auch auf Anraten ihrer muslimischen Würdenträger überwiegend an das Gesetz, auf Kopftücher zu verzichten. Das beispiellose Zusammerücken der unterschiedlichsten religiösen Gruppen aus Solidarität mit den Geiseln in Frankreich wurde im In- und Ausland bewundert und gelobt.

... Terror im Kaukasus: Freigelassene, ehemalige Geiseln berichten von weit mehr als 300 fesgehaltenen Personen. Sie spechen von 800 bis 1500 Menschen in der Gewalt von etwa 40 Terroristen. Die Menschen mussten die zweite Nachte ohne jegliche Nahrung verbringen. Mehrere Explosionen und Schüsse erreigneten sich am gestrigen Abend.

... Alkoholisierung als Strafmilderung eingeschränkt Im August entschied der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs (BGH), dass Betrunkenheit während einer Straftat nicht mehr grundsätzlich als strafmildernd anzuerkennen sei. Gerichte sollen laut dem Urteil in Zukunft strengere Maßstäbe ansetzen, bevor Tätern ihre alkoholische Beeinflussung zur Tatzeit bei der Urteilsbemessung als strafmildernd zu Gute gehalten wird. Besonders bei Gewalt- und Sexualdeliken scheide eine Strafmilderung von vorneherein aus. vorwerfbare Alkoholisierung soll keine generelle Strafmilderung mehr nach sich ziehen. Vorwerfbar sei Alkholisierung dann, wenn Täter unter Alkohol bereits aggressiv auffällig geworden sind, wenn z. B. in gewaltbereiten Gruppen getrunken werde oder im Rahmen eines schwerwiegenden Streits und auch dann wenn Gewalt nüchtern beschlossen und später Trunkenheit festgestellt werde. Der Spielraum der Gerichte, Alkoholkonsum als nicht strafmildernd zu bewerten, wurde mit dem BGH-Urteil erhöht.
Quellen: Weißer Ring, ZDF, Figaro, NTV, ZDF, ARD, WDR
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2004-09-02 ... Erwerbstätigkeit Juni 2004 Wie das statistische Bundesamt heute meldet, hatten 38,2 Millionen Erwerbstätige im Juni 2004 ihren Arbeitsort in Deutschland, 122 000 weniger als 2003. Die Zunahme der Beschäftigung gegenüber Mai 2004 fiel mit 58.000 Personen geringer aus als in 2003 mit einem Plus von 80.000. Saisonbereinigt gab es im Juni zumindest kaum noch Beschäftigungsverluste. Von einer Trendwende auf dem Arbeitsmarkt kann man nicht sprechen.

Das MoMa (Museum of Modern Art) in Berlin bricht alle Rekorde und begrüßte die millionste Buscherin. Auch die Wartezeit von inzwischen bis zu 12 Stunden ändert nichts daran, dass die beliebteste Ausstellung der Saison von einem Besucherrekord zum nächsten eilt. Geschäftstüchtige Studenten bieten inzwischen die professionelle Warterei für 10 Euro die Stunde an. Dann werden nach sieben Stunden zwar 70 Euro fällig, doch bringen sieben Stunden Zeitgewinn.

... Schwere Terrorakte gegen Zivilbevölkerung Update 0:00 Uhr das Geiseldrama : Zur Stunde dauert das Geiseldrama um die russische Schule im Nordkaukasus an. Rund 300 Geiseln, darunter 132 Kinder befinden sich in der Gewalt von bis zu 25 Frauen und Männern. Einige Kinder konnten fliehen, über ihre Zahl schwanken die Angaben. Gleichzeitig drohten die Entführer mit der Erschießung von Kindern, wenn Kämpfer getötet würden. Vor dem Hintergrund des Terrorwelle in Russland fallen immer öfter die Begriffe Weltterrorismus und inzwischen auch israelische Verhältnisse . Und man fragt sich, was das für Leute sind, die Kinder an ihrem ersten Schultag mit dem Tod bedrohen. Das Schlagwort Schwarze Witwe fällt ebenfalls häufig. Schwarze Witwen ist die Bezeichnung für tschetschenische Terroristinnen, Witwen, die für Selbstmordkommandos abegerichtet werden. Die Abstürze der beiden Topulev-Maschinen und die Explosion vor einer russischen Metrostation gingen nach Angaben der russischen Behörden bereits auf das Konto von drei Schwestern. Eine Vierte läuft noch frei herum und man befürchtet in Folge dessen einen weiteren Anschlag in Kürze.

... +++Kurzmeldungen Ariel Scharon vergessen: Der israelische Ministerpräsident wurde von seinen Leibwächtern sitzengelassen, die im schwer bewachten Konvoi allein zum Parlament brausten. Erst bei der Ankunft fiel ihnen auf, dass da jemand fehlte. Nun gibt es eine Untersuchung.

+++ Ebenfalls eine Untersuchung wird Ikea ins Haus stehen. Bei der Eröffnung einer Filiale in der saudiarabischen Stadt Dschidda, waren drei Menschen zu Tode getrampelt, weitere schwer verletzt worden

+++ Forscher fanden einen weiteren sog. Exoplaneten außerhalb des Sonnensystems. Dabei handelt es sich um erdähnliche Trabanten. Der "Neue" kreist um den Stern 55 Cancri und ist nur 30 Lichtjahre entfernt. +++
Quellen: Oberösterreichische Nachrichten, NTV, Netzzeitung, Tagespiegel
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2004-09-01 ... Während Israel, Russland und Nepal ihre Opfer beklagen, die in den jüngsten Terrorakten von verschiedener Banden ermordet wurden, bangt Frankreich weiter um das Leben von zwei Journalisten. Die weltweite Entrüstung über die Entführung ergreift immer mehr islamische Würdenträger, die in beispielsloser Weise aktiv sind, um Frankreich in seinen Bemühungen zur Freilassung zu unterstützen. Eine Terrorgruppe droht mit der Ermordung der französischen Journalisten, wenn ein neues Gesetz nicht zurückgezogen werde, welches große religiöse Symbole an Frankreichs öffentlichen Schulen verbietet. Unter das Verbot fallen das islamische Kopftuch, die jüdische Kippa und große christliche Kreuze. Inzwischen rief auch der Papst zur Freilassung der Geiseln auf. Der Rat der französischen Muslime entsandte eine Delegation in den Irak. Außenminister Michel Barnier reiste am Mittwoch weiter nach Katar, um weitere Unterstützung für seine Landsleute zu erbitten, während die Grand Nation zu Hause zusammenrückt.

... The best person to lead MIT Die Neurobiologin Susan Hockfield wird neue Präsidentin des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Der 16. Präsident wird damit erstmals in der Geschichte der weltweit führenden Universität der technologischen Forschung und Lehre eine Frau sein und gleichzeitig eine Vertreterin der Life-Sciences. Sie folgt einem Vorgänger, Charles Vest, der in seiner Amtszeit dafür sorgte, dass die Zahl der Professorinnen einen Höchstand von 18 Prozent erreichte. Hockfield wird ihr Amt im Dezember antreten.

... Beim schwedischen Möbelgigant Ikea gehen die Preise runter und ... wieder rauf. Laut Medienberichten werden neben den von Ikea angekündigten Preissenkungen zum 1. September andere Produkte von Preissteigerungen betroffen sein. Der Deutsche Möbelverband sowie Verbraucherschutzverbände kritisierten die einseitige Kommunikation, denn die verlautbart bisher nur die Preissenkungen. So werden die Regaleinsätze für das beliebte Bücherregal "Billy" um einen Euro teurer. Durchschnittlich stünden Preisenkungen von 6 Prozent Preiserhöhungen von 5,6 Prozent gegenüber.

... Aus für Bugs Bunny Die im April diesen Jahres verkaufte Warner Bros. Movie World in Bottrop firmiert ab 2005 unter Movie Park Germany. Auf einer Pressekonferenz wurde der neue Name bekanntgegeben sowie die Trennung von Lizenzen. Wer Bugs Bunny ersetzen wird, wollte man noch nicht mitteilen. Weiterhin soll Film in Kombination mit Action das große Thema im neuen Movie Park bleiben. Timothy L. Ruedy verspricht in der neuen Saison mit neu gestalteten Attraktionen aufzuwarten sowie Qualität und Familienfreundlichkeit in den Mittelpunkt zu stellen. Bis zum 31. Oktober ist der Freizeitpark noch unter altem Namen und alten Stars wie Batman und die Looney Tunes zu sehen. Vom Spargrogramm der Six Flags Inc. die im April mit Bottrop diverse europäische Parks an die britische Palamon Capital Partners verkaufte, will man sich dagegen endlich verabschieden. Palamon kündigte an, 25 Millionen Euro in Europa zu investieren. Die Zahl der Mitarbeiter soll stabil bleiben.
Quellen: Themenpark News, Westdeutsche Allgemeine, Stern-Online, Handelsblatt, derStandard, MIT, ARD, ZDF, RTL

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