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Wirtschaftswetter Online-Zeitschrift     Wirtschaftswetter-Schwerpunktthema - Freiheit


Wirtschaftswetter-Ressort NewsLassen Sie die israelischen Geiseln frei.Liebe Leserinnen und Leser,

willkommen in den Nachrichten im März 2024. Die Nachrichten aus den Vormonaten und Vorjahren finden Sie ganz unten - und im:
Archiv.


News - Nachrichten - März 2024

Link zur Infoseite für Werbung

2024-03-29 ... +++ Kurzmeldungen +++ Käserückruf - Verdacht auf Listerien +++ . Mit Datum vom 27.03.2024 ruft der Hersteller Affineur Culinaire die Käsesorten "Sylter Meersalz" und "Kober Meersalzkäse" mit einem Halbarkeitsdatum zwischen 06.04.2024 bis 17.04.2024 zurück; es besteht ein Verdacht auf Kontamination mit Listerien; weitere Informationen, externe Seite, lebensmittelwarnung.de: Warnung mit Details - Kober Meersalz, Sylter Meersalz.

+++ UN-Frauenrechtskommission wird von Saudi-Arabien geleitet +++ . Es handelt sich nicht um einen Aprilscherz: Die kürzlich beendete 68. UN-Frauenrechtskommission, 68th Commission on the Status of Women (CSW) hat einstimmig Saudi Arabien den Vorsitz der 69. UN-Frauenrechtskommission (69th CSW) übergeben, die vom 10.03. bis 21.03. 2025 in New York stattfinden wird. Die Kritik folgte auf dem Fuße, u.a. von Amnesty International und Human Rights Watch, die daran erinnerten, dass sich unter den in Saudi Arabien zahlreichen, aus politischen Gründen inhaftierten Frauen in einem der jüngsten von unzählige Fällen, eine junge Doktorandin befindet, die aufgrund eines X-Posts ohne große Reichweiten zum Thema Frauenrechte zu 27 Jahren Haft verurteilt wurde - mit anschließendem 27-jährigen Reiseverbot, externe Seite, amnesty.de: Saudi Arabien - Frauenrechtlerin freilassen.

Kommentar: Jüngst stoppte darüber hinaus der "UN-Sicherheitsrat" mit dem Veto Russlands die Fortsetzung der UN-Beobachtung von Nordkorea. Die Dysfunktionalität der unzähligen UN-Gremien und ihrer herausragenden Rückschritte bezüglich UN-Charta und deren Ziele werden immer offensichtlicher. Mit solchen Ergebnissen werden zivile Frauen und Kinder weltweit nicht, wie bisher geschätzt wurde, "nur" 300, sondern 3000 Jahre auf Chancengleichheit warten müssen - und damit vergeblich, nicht nur zum Schaden ihres eigenen, persönlichen Wohls, sondern zum Schaden des Gemeinwohls der ganzen Menschheit.

+++ 29.600 Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland +++ . In Deutschland gab es im Berichtsjahr 2022 zum Stichtag 15. Dezember laut Mitteilung des Bundesamtes für Statistik vom 28. März 2024 rund 6.200 öffentliche und rund 23.400 freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe nach dem SGB VIII, darunter 10.700 betriebserlaubnispflichtige Einrichtungen wie Heime und andere betreute Wohnformen. Von den betriebserlaubnispflichtigen Einrichtungen befanden sich 95,9 Prozent in freier Trägerschaft. Alle Träger beschäftigen insgesamt rund 274.800 Personen, etwa Dreiviertel (75,3 Prozent) davon Frauen, nicht mitgezählt waren Beschäftigte in Kindertagseinrichtungen, weitere Infos und Details: 29.600 Träger der Kinder- und Jugendhilfe im Jahr 2022

+++ Arbeitsmarkt im März 2024 +++ . Die Zahl der Arbeitslosen sank im März 2024 im Vergleich zum Vormonat um -45.000 auf 2,769 Millionen, stieg indes im Vorjahrsvergleich (März 2023) um rund +176.000. Die Arbeitslosenquote verringerte sich gegenüber dem Vormonat Februar daher nur leicht, um -0,1 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent. Damit fiel die sogenannte Frühjahrsbelebung in diesem Jahr vergleichweise gering aus.

+++ Korrektur: Gender Care Gap fällt höher aus - bei 44,3 Prozent +++ . Das Statistische Bundesamt korrigierte eine Meldung aus seiner Zeitverwendungsstudie. Der Unterschied zwischen Frauen und Männern bezüglich unbezahlter Sorgearbeit beträgt nun korrekt 44,3 Prozent (und nicht 43,8 Prozent). Laut den Ergebnissen der Studie haben Frauen insgesamt, d.h. statistisch und im Durchschnitt, bundesweit in der Woche 30 unbezahlte Stunden zu leisten, Männer hingegen nur 21 Stunden, weitere Infos, destatis.de: Korrektur: Gender Care Gap 2022 - Frauen leisten 44,3 % (alt: 43,8 %) mehr unbezahlte Arbeit als Männer

+++ Kinder sind keine Arbeitnehmer +++ . In einem vielbeachteten Interview mit der Ärztezeitung hat sich der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt*innen (bvkj.), Michael Hubmann gegen die bisherige Praxis der "Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) für Kinder" bereits bei leichten Erkrankungen ausgesprochen, die aber eine vorübergehende Anwesenheit und persönliche Betreuung von einem ansonsten berufstätigen Elternteil zu Hause erforderten. Die Eltern könnten am besten selbst einschätzen, ob ihr Kind bei leichten Infekten zu Hause bleiben muss, so Hubmann, aber der Aufwand, den Eltern und Kinderarztpraxen bewältigen müssen, damit ein erkranktes Kind inklusive dessen Elternteil ein paar Tage zum Auskurieren des Kindes zu Hause bleiben dürften, sei inzwischen weder für die Eltern noch für die Kinderarztpraxen noch vertretbar, auch, seien Kinderarztpraxen als, Zitat: "Verfolgungsbehörden der Arbeitgeberverbände denkbar ungeeignet", heißt es weiter.

Kommentar: Wenn überall Bürokratieabbau gefordert wird, muss der auch endlich für die bereits seit Jahren durch die wachsende Kinderbürokratie gestressten Familien gelten und leichte Erkrankungen, die bei kleinen Kindern allerdings durchaus über 39 Grad Fieber erreichen können (was sich Außenstehende kaum vorstellen können, und damit deren persönliches Wahrnehmungsproblem ist) bis zu 4 Tage in die Verantwortung der Eltern zurückgegeben werden. Besteht am fünften Tag immer noch hohes Fieber, rennen Eltern als solche mit ihren Kindern schon von allein zum Arzt - und bei allen ernstzunehmenden Warnzeichen und Symptome auch vorher. Aber dass bereits ab dem 1. Tag einer buchstäblichen Kindererkrankung bereits eine "AU" für Kinder zwingend ausgestellt werden muss, wie bei einem ausgewachsenen Arbeitnehmer, der indes meist nur ab dem 3. Tag dazu verpflichtet wird, war und ist nichts anderes als ein schlechter Bürokratie-Witz, der sowohl Eltern als auch Kinderarztpraxen bereits seit Jahren in den Wahnsinn treibt und genau deshalb ersatzlos gestrichen werden muss. Die Entschuldigung der Eltern Richtung Schule und Kiga und die Information an den eigenen Arbeitsgeber muss reichen, um das Kind und einen Elternteil endlich eine vorübergehende Krankenbetreuung bis zu vier Tage - ohne sich und Praxen mit Papierkram zuzuschütten - zu ermöglichen. Verantwortungsvolle Eltern machen das eh nur im Notfall, und die stellen immer noch die Mehrheit. +++
Quellen:lebensmittelwarnung.de, unwomen.org, amnesty.org, hrw.org, amnesty.de, destatis.de, arbeitsagentur.de, aerztezeitung.de
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2024-03-25 ... +++ Kurzmeldungen +++ Russland: Trauer um Terroropfer +++ . Weltweit wird um die 137 Todesopfer eines Terroranschlags in Moskau getrauert, den eine Islamisten-Gruppe via Bekennerschreiben und Video für sich reklamiert. Vier Verdächtige aus Tadschikistan wurden von russischen Behörden festgenommen. Frankreich erhöhte unmittelbar seine Terrorwarnstufe auf den höchsten Stand, wie Minsterpräsident Attal bekanntgab. In jüngster Vergangenheit hat es in Europa, darunter auch in Deutschland, wiederholte Festnahmen von Anhängern dieser Gruppe gegeben, die mit der Planung und Vorbereitung von Anschlägen beschäftigt waren.

+++ Plfegekassen fragen Kinderzahl zur PV ab +++ . In den Pflegekassen läuft bis zum 30. Juni 2025 eine Übergangsfrist bezüglich der Kinderzahl von Versicherten, die rückwirkend zum 1. Juli 2023 bei der Beitragszahlung in der Pflegeversicherung berücksichtigt wird. Weitere Informationen, externe Seite, bundegesundheitsministerium.de: Die neuen Beitragssätze für Eltern mit mehreren Kindern.

+++ Bundesrat billigt Cannabisgesetz +++ . Trotz Warnungen und viel Kritik aus den Bundesländern im Vorfeld, billigte der Bundesrat am Freitag, 22. März 2024, das Gesetz zur eingeschränkten Cannabisfreigabe für Erwachsene unter diversen Auflagen ab 1. April 2024. Die Bundesregierung will damit den Umgang der bislang illegal konsumierten Droge erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik per Gesetzesrahmen regulieren. Ob das gelingen wird, hängt laut Experten indes noch von zahlreichen Faktoren, vor allem in der Umsetzung, des verabschiedeten Gesetzes ab, darunter die Vereinbarkeit mit der Straßenverkehrsordnung und die Verhinderung einer unregulierten Weitergabe an Minderjährige.

+++ Wachstumschancengesetz verabschiedet +++ . Im Bundesrat wurde außerdem das bereits vom Bundestag gebilligte Wachstumschancengesetz verabschiedet. Ein Beschluss mit viel Zuspruch, allerdings von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen angesichts eines Volumens von lediglich 3,2 Milliarden Euro momentan als Tropfen auf einem immer noch sehr heißen Stein bewertet, es reiche bei weitem nicht aus, hieß es unisono in den Kommentaren. Die von einst 6,3 Milliarden Euro abgespeckte Version - u.a. fiel eine vorgesehene Klimaschutz-Investitionsprämie dem parlamentarischen Verfahren zum Opfer - , umfasst einen Ausbau steuerlicher Forschungsförderung, verbesserte Abschreibungs- und steuerliche Verlustabzugsmöglichkeiten, steuerliche Anreize für den Wohnungsneubau und die Einführung der E-Rechnung.

+++ USA: Kautionsfrist für Trump läuft heute ab +++ . In den USA läuft heute die Frist für den in einem Prozess verurteilten, mutmaßlichen Präsidentschaftskandidaten der Repuplikaner, Donald Trump ab, eine Kaution von 454 Millionen US-Dollar zu hinterlegen. In dem Prozess um Vorgänge innerhalb der Trumpschen Familienholding, hatte Trump gegen das Urteil Berufung eingelegt.

+++ Leipziger Buchmesse stimmt Buchbranche optimistisch +++ . Die Buchbranche zeigt sich nach der Leipziger Buchmesse, diesjähriges Motto "Who is still reading?" (Wer liest noch?), die am Sonntag zu Ende ging, trotz aller gegenteiligen Umfrageergebnisse ziemlich optimistisch. Dazu tragen einerseits neue Formate, wie gezielt auf ein jüngeres Publikum zugeschnittene Romanreihen, aber auch erstaunlich erfolgreiche Buchwerbung über Socialmedia und immer wieder auch öffentliche Lesungen bei. Von denen gab es während der Messe reichlich und das trendende "booktok" mit eigenen Bestenlisten und vorher noch nie dagewesenen Reichweiten für Bücher feuert die darüberhinaus gehende, aktuellen Diskussionen um Tiktok einmal mehr an. Die Antwort der Buchmesse lautet jedenfalls vorerst: alle (lesen).
Kommentar: Wer weiß schon, was morgen noch aktuell sein wird, aber nach gegenwärtiger Gemengelage sollte sich möglicherweise nicht die Buchbranche, sondern eher das Fernsehen viel mehr Sorgen darum machen, wie es die nächsten Generationen erreicht. Kultur- und Büchersendungen auf Sendeplätze mitten in der Nacht zu verlegen, scheint jedenfalls keine gute Idee gewesen zu sein. +++
Quellen:bmi.bund.de, bundegesundheitsministerium.de, bundesrat.de, bundesregierung.de, ag.ny.gov, nycourts.gov, leipziger-buchmesse.de
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2024-03-15 ... +++ Kurzmeldungen +++ Weltverbrauchertag 2024 +++ Der weltweite Verbrauchertag, Consumer Rights Day und die mit diesem verbundenden Rechte der Konsumenten werden angesichts knapper werdender Ressourcen, steigender Preise, größer werdenden Einkommensscheren, Kriegen und Krisen und KI immer wichtiger, weitere Infos, externe Seite, consumersinternational.org: Weltverbrauchertag - World Consumer Right Day

Die Verbraucherzentrale Hamburg zum: Weltverbrauchertag - Online-Shopping

Das Umweltbundesland zum: Weltverbrauchertag - Fragen Sie nach schädlichen Substanzen

... +++ Mutter des Rockn* Roll +++. Am 15. März, vor 109 Jahren wurde in Cotton Plant, Arkansas, extener Seite: Sister Rosetta Tharpe geboren. +++
Quellen:consumersinternational.org, vzhh.de, umweltbundesamt.de, youtube.com
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2024-03-14 ... +++ Kurzmeldungen +++ DAX klettert über 18.000 Punkte +++ . Erstmals in seiner Geschichte knackte der DAX am Dienstag, 13.03.2024 die 18.000 Punkte-Marke und lag um 09:30 Uhr bei 18.023,08. Zwar verließ der Index die magische Marke daraufhin wieder, die so gut wie alle Börsennachrichten welweit elektrisierten, doch aktuell mit Stand von heute 11:30 Uhr stand der DAX schon wieder bei 18.011,69.

+++ Wie Jugendliche zur Erkennung von Fake auf Videoplattformen unterstützt werden können +++ - untersuchte bis Februar 2024 in einer neuen Studie das Peasec-Institut der TU-Darmstadt. Relevant ist die Studie bereits durch den massenhaften Konsum und das ebenso massenhafte Weiterleiten von Videos auf Plattformen wie TikTok und Co, unter denen sich auch schlichte Falschmeldungen oder manipulierte Werke befinden. Wie die Untersuchung aufzeigte, können dabei Warnhinweise für Heranwachsende hilfreich sein, weitere Informationen, externe Seite, peasec.de: Hilfe gegen Desinformation auf TikTok - Wie Jugendliche bei der Erkennung von Falschinformationen auf Videoplattformen unterstützt werden können +++
Quellen:boerse-frankfurt.de, peasec.de, tu-darmstadt.de
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2024-03-11 ... Hollywood, Los Angeles, USA - 96. Oscar-Verleihung. Die goldenen Statuen der Academy of Motion Picture Arts and Sciences sind am Sonntag, 10.03.2024 (Ortszeit) wie folgt verliehen worden: Emma Stone als beste Hauptdarstellerin in "Poor Things", Cillian Murphy als bester Hauptdarsteller in "Oppenheimer", Da'vine Joy Randolph als beste Nebendarstellerin in "The Holdovers" und Robert Downey Jr. als bester Nebendarsteller in "Oppenheimer"; Mit dem Regiepreis wurde Christopher Nolan für "Oppenheimmer" ausgezeichnet, der auch den Preis als bester Spielfilm und fünf weitere Statuen abräumte. Der beste Dokumentarfilm ist "20 Tage in Mariupol" von Mstyslav Chernov, Michelle Mizner und Raney Arronson-Rath. Als bester Filmsong wurde "What was I made for?" von Billie Eilish und Finneas O'Connell für den Film "Barbie" ausgezeichnet und in der Kategorie Bester Internationaler Film gewann "The Zone of Interest" von Jonathan Glazer aus Großbritannien. Weitere Preise und alle Nominierten, externe Seite, oscars.org: The 96th Academy Awards 2024
Quellen:oscars.org
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2024-03-09 ... Weltbank-Bericht - Keine Gleichberechtigung für Frauen - weltweit, nirgendwo. Wenn mehr Frauen arbeiteten und generell an der Wirtschaft beteiligt wären, gäbe es kaum noch Probleme in der globalen Wirtschaft, rechnete die "Weltbank" bei der Vorstellung ihres Berichts "Women, Business and the Law 2024" am 5. März 2024 vor. Dem ist leider nicht so und das liegt laut Weltbank eindeutig an diskriminierenden Gesetzen und Praktiken, denen Frauen auf dem ganzen Globus nach wie vor ausgesetzt sind: Frauen besitzen weltweit und durchschnittlich nach dem Bericht nur noch 64 Prozent der gesetzlichen Rechte von Männern. Damit ist der Unterschied gegenwärtig deutlich größer, als man bisher annahm - und für das Jahr 2024 erwartet hatte, sagt die Weltbank und bestätigt den Eindruck, den viele Frauen auf der ganzen Welt momentan teilen: Mit der Gleichberechtigung geht es aktuell deutlich bergab. Erschütterndes Fazit der Weltbank, Zitat, übersetzt: "Kein einziges Land - nicht einmal die wohlhabendsten - garantiert Frauen dieselben Rechte wie Männern.". Die Organisation nennt zwei entscheidende Faktoren, die maßgeblich zu diesem immensen Unterschied beitragen, und zwar Schutz vor Gewalt und Zugang zu Kinderbetreung. Regelrecht dramatisch ist die aktuelle Sicherheitslage von Frauen, die gerade einmal 36 Prozent der erforderlichen Schutzrechte zu ihrer Sicherheit gegenüber denen von Männern erreichen, darunter häusliche Gewalt, sexuelle Belästigung, Kinderheirat und Femizide. Ohne diese beiden ausschlaggebenden Faktoren - Sicherheit und Kinderbetreuung - hätten Frauen immerhin 77 Prozent der Rechte von Männern inne, immer noch nicht genug, aber die Gewalt gegen Frauen und das Alleinlassen in der Kinderbetreuung sind derzeit DIE Faktoren, die zuvorderst bearbeitet werden müssen und darüber hinaus den Forschungsergebnissen der diesjährigen Gewinnerin des Wirschafts-Nobelpeises Claudia Goldin entsprechen. Ein weiterer, äußerst kritischer Punkt ist die mangelnde Durchsetzung von bestehenden Rechten, die in der Praxis, die Quote der bereits geringeren Rechte von Frauen gegenüber Männern noch weiter nach unten drückt und Frauen dementsprechend allein aufgrund des Geschlechts die Chancen verbaut.
Dabei würden sämtliche Staaten von mehr weiblicher Beteiligung, Arbeitskraft und Unternehmertum profitieren, laut Weltbank sich das globale Wachstum damit innerhalb von nur zehn Jahren verdoppeln, wenn die zweite Hälfte der Menschheit endlich angemessen beteiligt werden würde, externe Seite, wordlbank.org, Englisch: Women enjoy just two-thirds of the legal rights that men enjoy

Kommentar, externe Seite worldbank.org, Englisch: When Women Win, the World Wins

Zum vollständigen Bericht, PDF, 182 Seiten, externe Seite, worldbank.org, Englisch: Women, Business and the Law 2024

Der Spiegel veröffentiche die wichtigsten Ergebnisse des Weltbank-Reports in deutscher Sprache, externe Seite, spiegel.de: Kein Land bietet Frauen gleiche Chancen - nicht einmal die wohlhabendsten Volkswirtschaften

... Arbeitsmarktlücke zwischen Frauen und Männern beträgt 39 Prozent. Abgesehen vom Gender Pay Gap von 18 Prozent (unverändert seit 2020) - womit Deutschland den an den Bruttoverdiensten vierthöchsten Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen innerhalb Europas ausweist (nur die Niederlande, Österreich und Italien liegen noch darüber) - berechnete das Statistische Bundesamt anlässlich des diesjährigen Equal Pay Days am 6. März 2024 auch den Gender Gap Arbeitsmarkt und damit den Unterschied zwischen Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt, der neben unterschiedlicher Bezahlung bei den Bruttoverdiensten außerdem die Faktoren Arbeitszeit und die Erwerbsbeteiligung einbezieht. Bei der Arbeitszeit beträgt die Lücke zwischen den Geschlechtern 18 Prozent und bei der Erwerbewerbsbeteiligung allein 9 Prozent. Die aus allen drei Faktoren errechnete Lücke zwischen Männern und Frauen betrug im Jahr 2023 39 Prozent, unverändert gegenüber dem Vorjahr 2022. Immerhin konnte eine Abnahme um -6 Prozent innerhalb von 10 Jahren (2014: 45 Prozent) festgestellt werden. Hauptursache für den Gender Gap Arbeitsmarkt von immer noch fast vierzig Prozent sind somit nach wie vor eine geringere Arbeitszeit von Frauen und die niedrigeren Stundenverdienste jeweils gegenüber Männern. Die Erwerbstätigenquote zwischen 15 und 64 Jahren lag im Jahr 2023 unter Frauen bei 73 Prozent und unter Männern bei 80,5 Prozent, weitere Details, destatis.de vom 5. März 2024: Gender Gap Arbeitsmarkt 2023 unverändert bei 39 Prozent

... Gender Care Gap bei 43 Prozent. Eine mögliche Antwort auf zumindest o.g. Arbeitsmarktlücke zwischen Männern und Frauen liefert die Zeitverwendungsstudie des Bundesamtes für Statistik auf Basis von Daten aus 2022: Frauen leisteten demnach rund 30 Stunden pro Woche unbezahlte Arbeit, Männer nur 21 Stunden. Fast die Hälfte der unbezahlten Wochenarbeitszeit von Frauen ging für's Kochen, Putzen und Wäsche waschen drauf und ein nicht zu knapper Teil von ihnen wuschen, putzten und kochten wohl kaum 13 Stunden pro Woche für sich selbst allein, nimmt die Wirtschaftswetter-Redaktion an. Zusammen mit Kinderbetreuung und der Pflege Angehöriger und anderer frewilliger Sorgearbeit erreichte die Lücke des sogenannten Gender Care Gap im selben Jahr stattliche 43,8 Prozent zwischen Frauen und Männern. 2012/2013 hatte sie allerdings noch bei 52,4 Prozent gelegen. Während bei Vätern die Arbeit im Jahr 2022 zu 56 Prozent aus bezahlter Erwerbsarbeit bestand, bestand die Arbeit von Müttern zu 69 Prozent aus unbezahlter Arbeit. Folglich, zurück zu den Zahlen des Statistischen Bundesamtes, empfand laut Zweitverwendungsstudie nachvollziehbar jede vierte erwerbstätige Mutter ihre Zeit für Erwerbsarbeit als zu knapp bemessen, wohingegen jeder vierte Vater diese als zu hoch empfand. Zusammengefasst - bezahlte und unbezahlte Arbeit in 2022 - hatten statistisch und durchschnittlich alle Frauen eine 45,4 Stundenwoche gegenüber Männern mit einer 44 Stundenwoche, 2012/2013 hatte der Unterschied interessanterweise noch bei nur einer Stunde gelegen.

Durchschnittlich arbeiteten in 2022, bezahlt und unbezahlt, Eltern 57 Stunden - Männer und Frauen fast gleichauf, Frauen etwas mehr - und damit 11 Stunden pro Woche mehr als Erwachsene ohne Kinder im eigenen Haushalt; Frauen mit kleinen Kindern hatten 2022 sogar eine 61-Stunden-Woche, mit Kindern zwischen 6 und 18 Jahren immer noch eine 54-Stunden-Woche. Und die Belastung insgesamt (bezahlt und unbezahlt) sank gegenüber 2012/2013 trotz weiter ausgebauter Kinderbetreuung kaum, sie nahm mit kleinen Kinder zwischen 2012 und 2022 sogar um rund eine Stunde zu. Ein weiteres Ergebnis: Die Verteilung der Erwerbsarbeit innerhalb der Familie, die Väter als Hauptverdiener und die Mütter als Nebenverdienerinnen hat sich in Haushalten mit Kindern in den vergangenen zehn Jahen kaum verändert. Mütter wendeten demensprechend unabhängig vom Alter des Kindes durchgehend doppelt so viel Zeit für die reine Kinderbetreuung (ohne Hausarbeit) als Väter auf, und zwar bis 6 Jahre über 4 Stunden pro Tag - Väter rund 2 Stunden, ab 6 Jahre des jüngsten Kindes Mütter durchschnittlich 1 Stunde, Väter 0,5 Stunden pro Tag. 58 Prozent der Väter und 52 Prozent der Mütter bewerteten die ihnen zur Verfügung stehende Zeit für die Kinderbetreuung übrigens als zu niedrig.

Während Mütter von Kindern unter 6 Jahren gegenüber Frauen ohne Kinder um rund -9,5 Stunden/Woche weniger erwerbstätig waren, aber Mütter durchschnittlich unbezahlt und bezahlt +10,5 Stunden/Woche mehr arbeiteten (+15 Stunden unbezahlt und -4,5 Stunden bezahlt) als Frauen ohne Kinder, leisteten Väter unabhängig vom Alter ihrer Kinder rund +4,5 Stunden mehr bezahlte Erwerbsarbeit pro Woche als Männer ohne Kinder. Außerdem leisteten Väter noch +7,5 mehr Stunden pro Woche unbezahlte Arbeit, damit ingesamt + 12 Stunden/Woche gegenüber Männern ohne Kinder. Wie aus der Studie, Abschnitt "Bezahlte und unbezahlte Arbeit", s.u. damit hervorgeht, arbeiteten alleinlebende Männer und Männer in Partnerschaft ohne Kinder bezahlt und unbezahlt durchschnittlich mit rund 45 Stunden/Woche am wenigstens und Frauen ohne Kinder mit knapp 47 Std./Wo. bereits fast + 2 Stunden mehr als diese. Frauen mit Kindern, darunter Alleinerziehende und Frauen mit Kindern in Partnerschaften arbeiteten bezahlt und unbezahlt somit durchschnittlich mit etwas über 57 Stunden am meisten, gefolgt von Vätern mit fast exakt 57 Stunden. Frauen mit unter 6-jährigen Kindern hatten bezahlt und unbezahlt mit satten 61 Stunden pro Woche im Jahr 2022 im Ergebnis die meiste Arbeit zu stemmen.
Weitere Infos, destatis.de, Pressemitteilung vom 28.02.2024: Gender Care Gap 2022 - Frauen leisten 43,8 % mehr unbezahlte Arbeit als Männer

Und, destatis.de: Bezahlte und unbezahlte Arbeit - Frauen ab 18 Jahren arbeiten pro Woche rund 1,5 Stunden mehr als Männer

Ganze Studie, destatis.de, ganze Studie: Wo bleibt die Zeit? Ergebnisse zur Zeitverwendung in Deutschland 2022

... Mutmaßlicher Deepfake über Nawalnys Familie. Über Pro-Putin-Profile wird aktuell ein mutmaßlicher Deepfake verbreitet, in dem Ljudmila Nawalnaja, Alexej Nawalnys Mutter, angeblich Negatives über dessen Ehefrau Julija Nawalnaja kundgegeben haben soll, berichtet das Journalistennetzwerk Correctiv, dessen Untersuchungen zum Ergebnis gelanten, dass es sich um ein sehr wahrscheinlich um Deepfake handelt. Was darüber hinaus für ein Fake spricht: Bereits kurz nach dem Tod des weltbekannten Kremlkritikers wurde von ebensolchen die Propaganda verbreitet, es ginge seiner Frau angeblich die ganze Zeit schon ausschließlich um die eigene Karriere, was allerdings in der Öffentlichkeit offenbar nicht ausreichend verfing, weitere Infos: Pro-Putin-Profile verbreiten mutmaßlichen Audio-Deepfake von Alexei Nawalnys Mutter
Quellen:worldbank.org, spiegel.de, destatis.de, correcitv.org
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2024-03-07 ... Viel Kritik für die Aktienrente. Bundesarbeitsminister Heil und Bundesfinanzminister Lindner stellten am Dienstag, 5. März 2024, ihre Rentenpläne vor, externe Seite, bmas.de: Das Rentenpaket 2 im Überblick. Die Kritik traf nur Minuten später ein, u.a. durch Wohlfahrtsverbände, wie dem Paritätischen, aber auch von Experten, die vor allem an der darin enthaltenen Aktienrente kein gutes Haar ließen, und dem Paket, das die Rente stabilisieren soll lediglich eine marginale Wirkung vorrechnen. Andere schätzen wiederrum das Risiko als zu hoch ein, zumal das Vorbild Schweden bereits seit Jahren ein anderes Aktienrentenmodell betreibt, dazu einen Staatsfonds einrichtete und sich über viele Jahre eine stabile Basis für die Aktienrente erarbeitet hat. Die schwedischen Rentner und Rentnerinnen tragen mit ihrem Anteil an der Aktienrente außerdem auch ein persönliches Risiko bei Verlusten am Aktienmarkt. Noch sind nicht alle Mechanismen bekannt, aber in Deutschland könnte es darauf hinauslaufen, dass Beitrags- und Steuerzahler einen eingetretenen Verlust korrigieren müssten, wenn es an den Börsen abwärts geht, und das ist nie augeschlossen, wie die die weltweiten Krisen 2000 (Dotcomkrise) und 2008 (Finanzkrise) demonstrierten.

Kommentar: Das Wirtschaftswetter hat im vergangenen Jahr schon einmal in einem Artikel zu den Vorschlägen der Wirtschaftsweisen beschrieben, dass, zumindest als Sofortmaßnahme, die Pflichtversicherung für Teilzeitarbeitende und Mini-Midi-Jobber für zusätzliche freiwillige Beiträge in der gesetzlichen Rentenversicherung zu öffnen, sinnvoll ist. Millionen, aufgrund von Kindererziehung teilzeitarbeitende Mütter und Väter würden davon profitieren, zahlten sie selbst - oder ihr/ gut verdienende/r, in Vollzeit tätige/r Partner/in o.a. wie Verwandte, Freunde etc. für sie oder ihn auf deren Rentenkonto ein, aber auch andere Teilzeitarbeitende könnten davon profitieren, evtl. würden sich sogar Arbeitgeber an den Beiträgen beteiligen, um gezielt Teilzeitphasen zu überbrücken und gute Mitarbeitrinnen und Mitarbeiter somit halten zu können. Außerdem würde die Beitragsbasis damit verbreitert und leistete so ein Modell auch einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag gegen das Alterarmutrisiko, weil es jungen Familien die Perspektive gäbe, eben nicht, wie es aktuell ist, ausgerechnet aufgrund von eigenen Kindern im Alter zu verarmen, wovon sowohl aktuelle Beitragszahler, kommende Beitragszahler als auch Rentner profitierten. Besonders passend wäre so ein Modell gerade bei jenen Kinderbetreuenden, die bereits vor der Geburt der Kinder, mehrere Jahre RV-Beiträge leisten konnten, womit so eine Überbrückungszeit in Teilzeit, aufgestockt mit eigenen Beiträgen u.a. auch eine Motivation darstellt, sobald es wieder gelingt, die Stundenzahl zu erhöhen oder später wieder in die pflichtversicherte Vollzeit einzusteigen, dito Arbeitgeber, so etwas zu ermöglichen. Aber auch "Absolut Beginner" in der gesetzlichen RV, damit junge Leute, bekämen mit der Öffnung der Pflichtversicherung ausdrücklich nur für Teilzeitarbeitende, wenn freiwillige Zusatzeinzahlungen möglich wären, eine echte Chance, wenn sie kleine Kinder betreuen, Eltern pflegen oder schlicht gegenwärtig einfach nichts anderes als nur einen Teilzeitjob finden konnten oder aus Zeitmangel momentan leisten können. Der jahrelange, vermeidbaren Totalrausfall von jungen Eltern aus der gesetzlichen Rente wegen Kindererziehung, zum Beispiel von Mehrfacheltern ist auch so ein Problem, das man mit freiwilligen RV-Beiträgen ebenfalls relativ zügig abfedern und überbrücken könnte, sogar jetzt schon. Nur weiß das kaum einer. Die große Anzahl von Teilzeitarbeitenden sollte man ebenfalls endlich daran teilhaben lassen, um die immer noch viel zu unterschätzte, persönliche Armutsfalle durch Teilzeit als realistisch vermeidbar zu strukturieren, indem man ihnen solch eine Überbrückung mit Pflichtversicherung plus freiwillige Beiträge endlich ermöglichte. Profitieren würden davon: alle. Und bevor jemand meckert: Es wird einem teilzeitarbeitenden Elternteil (vorwiegend Frauen) ab zwei, drei kleinen Kindern aufwarts wohl kaum jemand noch allen Ernstes vorwerfen wollen, sie hätten im Alltag nach ihrem Job angeblich nichts zu tun oder wären nicht produktiv genug, oder? In der Regel haben Mehrfacheltern generell jahrelang gar keine Freizeit. Somit dürfte so ein Modell auch überfälligerweise die Carearbeit aufwerten. In Menschen anstelle von Aktien zu investieren hat seinen ganzen eigenen Charme - und durchaus eine gute Rendite, zumal das eine das andere grundsätzlich noch nicht einmal ausschließt, wenn beides gut gestaltet wird.
Quellen:bmas.de
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2024-03-06 ... Nikki Haley beendet Kandidatur 2024. Die einzige Konkurrentin von Donald Trump um die Präsidentschaftskandidatur 2024 der Republikaner-Partei (oder das, was von ihnen übrig geblieben ist) beendet laut übereinstimmenden US-Medienberichten ihre Kampagne, nachdem sie die Vorwahlen der Partei nur in Washington und Vermont gegen den 77-jährigen Trump gewann. Sie will sich noch heute, am Mittwoch, zu ihrer Enscheidung zu Wort melden. Hier ist ihr Statement, externe Seite, Washington Post, youtube.com, 06.03.2024, Englisch: Nikki Haley to end presidential run.
Kommentar: Damit läuft es im November bei den US-Präsidentschaftswahlen auf die Wiederholung Biden vs. Trump hinaus, womit viele Amerikaner beider politischer Lager bereits acht Monate vor der eigentlichen Wahl im November höchst unzufrieden sind. Biden dürfte gegen Trump vielleicht etwas bessere Chancen als gegen Haley haben, was die Republikanische Partei in ihrem derzeitigen Zustand übersehen haben könnte, ähnlich gegenüber dem Risiko, dem sie sich selbst, die Demokratie und die US-Verfassung mit einer zweiten Trump-Administration aussetzen.

... Frankreich schreibt Abtreibungsrecht in die Verfassung. Mit 780 zu 72 Stimmen verabschiedeten beide Kammern des französischen Parlaments bei ihrer Sitzung am 4. März 2024 in Versailles mit großer Mehrheit die Aufnahme des Rechts auf freiwillige Abtreibung in die Verfassung Frankreichs nach Dekret des französischen Präsidenten Macron. Hinter der bisher historischen und weltweit einmaligen Aufnahme dieses Rechts in den Verfassungsrang liegt die jahrelange, mühevolle und fraktionsübergreifende Zusammenarbeit von Parlamentarierinnen. Seit 1975 ist die freiwillige Abtreibung in Frankreich bereits straffei. Damit hat Frankreich ein neues Alleinstellungsmerkmal, weil der immer noch bestehende Rechtsruck in vielen Staaten in der Gegenwart das Abtreibungsrecht immer weiter einschränkt hatte, bis hin zur gesetzlich vorgeschriebenen Zwangsaustragung durch dafür nicht geeignete Minderjährige und gesundheitlich gefährdete Frauen u.a. auch nach Vergewaltigungen, darunter in den USA und in Polen, wo die neue Regierung die von der Vorgängerregierung restriktive Gesetzgebung nun zu reformieren anstrebt. Weitere Informationen, assemblee-nationale.fr, Französisch: Projet de loi constitutionnelle relatif à la liberté de recourir à l'IVG : adoption par le Parlement réuni en Congrès
Quellen:nikkihaley.com, assemblee-nationale.fr
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2024-03-05 ... Dauerstreiks bei Bahn, Bus und Flughafen. Die GDL kündigte einen 35-stündigen Bahnstreik von Donnerstag, 7. März, 02:00 Uhr bis Freitag, 8. März, 13:00 Uhr bei der Deutschen Bahn an, die Gewerkschaft Verdi lässt zeitgleich das Bodenpersonal der Lufthansa ab Donnerstag, 7. März, 04:00 Uhr bis Samstag, 07:10 Uhr in den Ausstand treten und - regional etwas unterschiedlich - ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die kommunalen Busverkehre, u.a. in Schleswig-Holstein, ab Freitag, 08.03, 15:30 Uhr bis inklusive Sonntagnacht (Dienstende), 10.03. zum Streik auf. Letztere sollen dann laut Ankündigung an mindestens zwei darauf folgenden März-Wochenenden so weitergehen, auch vom 15. März bis 17. März und vom 22.03. bi 24.03.. Darüber hinaus droht die GDL mit unangekündigten Streiks.
Kommentar: Die Masse an Streiks und deren perfider werdende Ausgestaltung trifft inzwischen so gut wie alle, die wirklich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Seien es Familien mit Kindern, Frauen, Ältere, Gebrechliche, Arme, behinderte Menschen, die sie Pflegende, viele andere Berufe im Schichtdienst und alle ohne Auto, aktuell darunter auch der die Zukunft tragende Teil der Gesellschaft, nämlich Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studentierende, die momentan ihre Prüfungen und Zwischenprüfungen ablegen müssen, darunter selbst die eigenen Auszubildenden der Verkehrsbetriebe. Es trifft wohlgmerkt nicht diejenigen, die nur selten mit Bahn, Flugzeug oder ÖPNV unterwegs sind und sein müssen, nicht diejenigen, die noch ein ein Auto in der Garage - oder motorisierte Arbeitskollegen, Eltern u.ä. vorrätig haben, womit sie buchstäblich zweigleistig fahren können, sondern ausgerechnet diejenigen, die auschließich arbeiten, lernen und wirken und damit grundsätzlich nur dann an der Gesellschaft teilhaben können, wenn der öffentliche Verkehr wenigstens einigermaßen vertretbar funktioniert. Zeitgleiche Streiks und unangkündigte Streiks sind damit schlicht obsolet.
Für diese hart Betroffenen fühlt es sich gegenwärtig durchaus wie französische Verhältnisse und ausgesprochen giftig an, wenn absolut nichts mehr geht, weil der öffentliche Verkehr zum Erliegen kommt, ohne jede Rücksicht auf ihre dadurch massiven, teuren und persönlichen Verluste und auch noch ohne irgendeine Aussicht auf jegliche Besserung. Weil damit umgekehrt nur noch Autofahrerinnnen und Autofahrer von A nach B kommen und ihren Arbeitsalltag überhaupt noch planen können, wirkt auch die demonstrative, gemeinsame Interessensvertretung zwischen Verkehrgewerkschaften und Klimaktivisten so anachronistisch wie konstruiert. Vielleicht sollten sich Letztere endlich einmal damit auseinandersetzen, wie viele Gewerkschaftsbosse, vor deren Karren sie sich gerade spannen lassen, luxuriös und bequem in schweren Benzinern zu ihren Veranstaltungen anreisen, um sich angeblich konsequent für die ernstzunehmenden Belange von Fahrgästen, Mitarbeitern und Klima einzusetzen, für das und für die die öffentiche Verkehrsmittel tatsächlich unverzichtbar sind. Ganz zu schweigen vom ebenfalls bestreikten Güterverkehr und den Auswirkungen auf die auch ohne Streiks bereits deutlich stotternde Konjunktur, die mit den derzeitigen Vertretern von Partikularinteressen ungeniert in die Knie gezwungen wird, mit unabsehbaren Folgen für alle. Der Fisch stinkt gegenwärtig außergewöhnlich stark vom Kopfe her.
Quellen:bahn.de, gdl.de, verdi.de
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2024-03-03 ... Jahrestag der Ermordung von Sarah Everard. Sie war am 3. März 2021 schlicht auf dem Weg nach Hause im Stadtteil Chapham, im Süden Londons, als sie von einem Polizisten der Metropolitan Police angehalten, entführt, vergewaltigt und ermordet wurde. Der brutale Mord an Sarah Everard entsetzte nicht nur Großbritannien zutiefst, wo die Tat eine Welle von Großdemonstrationen hervorrief und seitdem Politik und Behörden vorgehalten wird, viel zu wenig gegen Gewalt gegenüber Frauen zu unternehmen. Wie der Sender Sky News heute berichtet, sind allein in den drei Jahren nach dem Mord an Everard bereits 119 weitere Polizeikräfte, in der Mehrheit Männer, wegen Vergewaltigung, sexueller Übergriffe und anderer Straftaten, auch gegenüber Kindern, verurteilt worden. Im gleichen Zeitraum wurden 340 Frauen in Großbritannien von Männern ermordet. Nicht alle Behörden hatten dem Sender, der zeitgleich eine entsprechende Anfrage an mehrere Polizeidirektionen gestellt hatte, geantwortet. Die Dunkelziffer dürfte darum höher ausfallen, so Sky News. Weitere Informationen, externe Seite sky.com, Englisch: Dozens of Police Officers convicted of Crimes including rape and sexual assault since Sarah Everard's murder

Auch die Welt hat darüber berichtet, externe Seite, welt.de, Deutsch: Dutzende Beamte seit Everard-Mord verurteilt.
In Großbritannien wird etwa an jedem dritten Tag eine Frau ermordet, in Deutschland ist es ganz genauso, und darüberhinaus gibt es jedes Jahr weitere Mordversuche. Im britischen Parlament wurde am 29. Februar 2024 von einer Labour-Abgeordneten eine Liste mit 98 Namen von Männern ermorderter Frauen der vergangenen 12 Monate verlesen. Dazu hatte die Organisation femicide census dieses Mal eigentlich alle 92 Parlamentarier schriftlich angefragt und erhielt im ganzen überhaupt nur 6 Antworten auf ihr Anliegen. Die schließlich wie in den Vorjahren verlesende Politikerin im Wortlaut im britischen Parlament, extern hansard.parliament.uk: Jess Phillips, 29.02.2024, Zitat: "Ich bin es leid, für systematische Veränderungen zu kämpfen und dafür spärliche Krümel zu erhalten. Ich möchte nie wieder einen Politiker sagen hören, dass man aus einem erbärmlichen Scheitern Lehren ziehen wird, weil es nicht wahr ist. Diese Liste ist nicht mehr nur ein Zeugnis des Lebens dieser Frauen, sondern ein Zeugnis für unser kollektives Versagen. Mindestens die Hälfte der Namen, die ich jetzt vorlesen werde, sind schließlich die von Frauen, die hätten gerettet werden können.", Zitatende

... Iris Apfel verstorben. Die gebürtige New Yorkerin arbeitete zusammen mit ihrem Mann Carl (der 100 Jahre alt wurde) bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1992 mehre Jahrzehnte als Innenarchitektin und Designerin in der gemeinsamen Firma, bevor sie sich spät im Leben und eher zufällig auch für Mode über ihr privates Interesse hinaus als Profession interessierte. Ab da stieg sie zu einer unverwechselbaren Stilikone auf, die mit ihren auffälligen Looks auch mit dem Entstehen des WWW zum gern gesehenen Farbtupfer auf den analogen und digialen Bühnen der Welt wurde. Komplettiert wurde ihre Erscheinung durch ihren wachen Geist und Humor, sie nannte sich selbstverulkend u.a. "greises Modesternchen". Mit 97 Jahren wurde sie von einer Model-Agentur unter Vertrag genommen. Iris Apfel verstarb am 1. März 2024 im gesegneten Alter von 102 Jahren in ihrem Haus in Palm Beach, Florida.

... Alexj Nawalny beerdigt. Der Kremlkritiker Alexj Nawalny ist unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in Moskau, Russland am 1. März 2024 beerdigt worden. Zuvor hatte eine sehr kurze Trauerfeier stattgefunden, in der sich unter anderen Trauergästen auch seine Mutter und sein Vater von ihrem Sohn am offenen Sarg verabschieden konnten. Nawalnys Ehefrau und Kinder mussten aus der Ferne Abschied nehmen, sie befinden sich aus Sicherheitsgründen im Ausland. Trotz allen Warnungen von Behörden und russischer Regierung und massiver Überwachung durch Personal und Kameras, ließen es sich mehrere, hunderte Menschen in Moskau nicht nehmen, den letzten Gang von Alexej Nawalny zu begleiten und mit "Nawalny"-Rufen ihren Schmerz über seinen viel zu frühen Tod auszudrücken. Nawalny war nach einem Giftanschlag im Jahr 2020 und seiner Rückkehr aus Deutschland, wo er medizinisch behandelt wurde, nach Russland sofort festgenommen worden und bis zu seinem Tod inhaftiert gewesen. Kurz nach der Beerdigung wurde bekannt, dass es über 100 Festnahmen von Trauernden gegeben haben soll, ein Bericht vom WDR von der Beerdigung, externe Seite, youtube.com: WDRaktuell .
Quellen:sky.com, welt.de, femicidecensus.org, parliament.uk, hansard.parliament.uk, nytimes.com, youtube.com
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